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Graureiher - Beobachtungen in den Seitenarmen des Main

  • Geschrieben von Portal Editor
  • Kategorie: Fauna
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Graureiher Main

Nur zu gut können wir uns an die aufkommende Hektik eines Familienmitglieds erinnern, der beim Anflug des Graureihers zum mit Koi-Karpfen besetzten eigenen Gartenteich ausgelöst wurde. Schnell waren Türen aufgerissen, entsprechender Lärm veranstaltet und der Vogel noch vor seiner Landung wieder vertrieben. Ähnlich geht es wahrscheinlich vielen im Umgang mit dem auch mit Fischreiher bezeichnetem Schreitvogel, der sich auf der Suche nach Futter doch eigentlich ganz normal verhält. "Aber nicht aus meinem Teich", war immer die ärgerlich klingende Antwort auf unsere Anmerkungen.

Ganz anders dagegen die Begegnung mit dem Graureiher während unserer zweiten Paddeltour auf dem Main. Schon während der ersten Kanutour von Astheim nach Schwarzenau stießen wir auf einen dieser grundsätzlich scheuen Vögel, der sich am Rande des Ufergebüsches auf Nahrungssuche befand. Wir waren uns hinsichtlich der Zeit, die zum Zurücklegen der etwa 12 Kilometer langen Strecke benötigt werden würde, nicht im Klaren, so das wir eher an die rechtzeitige Ankunft am Anleger in Schwarzenau dachten, denn an die Beobachtung der Wasservögel. Jetzt, während der zweiten Tour, gingen wir die Strecke wesentlich entspannter an und paddelten gar in etliche Nebenarme des Altmain hinein. Eine absolut begeisternde Tour, wenn man die verschiedenen Entenvögel oder eben auch den Graureiher beobachten möchte.

Schon kurz nach der Sandbank hatten wir in einem Seitenarm des Alt-Main das Glück auf einen Graureiher zu treffen, der im Geäst des Baumes zunächst kaum zu erkennen war. Ohne Geräusche durch Paddelschläge konnten wir uns aufgrund der Strömung langsam näher an seinen Standort treiben lassen und hatten so die Möglichkeit den Graureiher ganz aus der Nähe zu beobachten. Das Gefieder unseres Graureihers war auf der Stirn und dem Oberkopf weiß, am Hals grauweiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern durchzogen. Da es, noch teilweise nass, in der Sonne glänzte, lag es auf der Hand, das dieser Fischreiher sich gerade von seinem letzten Beutezug "erholte". Der lange Schnabel war gelblich und ging auf dem Schnabelfirst ins Bräunliche über. Die drei langen Vorderzehen am Ende des langen Stelzenbein waren weit auseinander gespreizt, was den Eindruck eines eher wackeligen Stands des Vogels auf dem Ast vermittelte. Wahrscheinlich ist die breite Spreizung eher von Vorteil, wenn  der Graureiher am Ufer auf Beutezug ist und damit das Einsinken in den weichen Untergrund verhindert. Unser Vogel war sicherlich gut einen Meter groß, was, so hatte dann die Recherche ergeben, eine Flügelspannweite zwischen 1,75 und 1,95 Metern bedeuten kann.

Unterhalb des Geästs saß auch noch eine Stockente, die uns mit ihren ententypischen, freundlichen Augen betrachtete. Sie blieb ganz ruhig und gelassen sitzen, so das auch Freund Graureiher keinen Anlass zu Panik sah. Kurz darauf tauchte ein Stockenten-Weibchen laut schnatternd mit ihrem Nachwuchs aus dem dichten Unterholz auf, was den Graureiher wohl dazu bewegt hat, nun auch das Weite zu suchen. Normalerweise startet der Graureiher mit einigen Sprüngen vor dem Abheben, was allerdings im dichten Unterholz nicht so einfach ist. So waren hier Sprünge von Ast zu Ast angesagt, dann hob der Graureiher mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurück gezogenem Kopf ab. Der lange Hals ist dabei fast in Form ein "S" gekrümmt. Nur während des Abhebens und bei der Landung ist der Hals weit und gerade ausgestreckt. Typisch auch das kräftige Gekrächze während des Fluges.


Der Main mit seinen weitläufigen Altarmen bietet allerdings auch exzellente Lebensbedingungen für den Graureiher, denn er benötigt Flachwasserzonen für seine Beutegänge, die überwiegend aus Fischen besteht. Entsprechend findet man Graureiher weit verbreitet an Seeufern, Flüssen, Überschwemmungszonen, Schilfgürteln, Sümpfen, Teichen, Stränden und Salzmarschen. Weideflächen, die sich in einiger Entfernung vom nächsten Gewässer befinden, werden gleichfalls gern von Reiherpopulationen genutzt. Grundsätzlich sind ihre Ansprüche an ihren Lebensraum relativ gering. Sie benötigen verhältnismäßig große Beutetiere und im Winter vier bis fünf Monate, in denen die Gewässer nicht zufrieren. Dann bleiben die Graureiher am einmal ausgewählten Standort, so zumindest im Südwesten Europas. Im Nordosten ziehen die meisten Graureiher im Winterhalbjahr in südwestlicher oder südöstlicher Richtung. Zu den längsten bisher nachgewiesenen Zugstrecken gehört der Zug eines schwedischen Graureihers, der in der Sierra Leone wieder gefunden wurde und damit eine Zugstrecke von 5.865 Kilometer zurück gelegt hatte. Der Zug in die Überwinterungsquartiere setzt im September ein und die Graureiher kehren zu Ende Februar bis Anfang März wieder zurück.

Ein wenig weiter auf unserer Kanutour konnten wir einen weiteren Graureiher beobachten, der am Ufer auf Nahrungssuche war. In der Regel sind die Tiere bei der Nahrungssuche allein unterwegs. Es ist schon vorgekommen, das Graureiher ihr Nahrungsterritorium energisch verteidigen. Dieser Verteidigungskampf kann sogar bis zum Tod des Eindringlings führen, besonders während der Brutzeit ist dieses Verhalten recht häufig anzutreffen. Die wichtigsten Nahrungsgründe liegen meist in unmittelbarer Nähe des Brutplatzes, so ist der Kampf zwischen den Futterrivalen auch als Verteidigung des Überlebens eigenen Nachwuchses zu verstehen.


Unser Graureiher stakst derweil ruhig wie eine Rohrdommel mit gesenktem Kopf und gekrümmtem Hals langbeinig durch das seichte Wasser. Er sticht blitzschnell nach den Fischen, die sich im seichten Uferwasser tummeln. Der Graureiher frisst aber auch Ratten und Schermäuse, die er – wie auch die anderen Nahrungstiere – im Ganzen verschlingt. Auf Wiesen wartet er stocksteif stehend auf Feldmäuse und verzehrt gelegentlich auch Eier und Jungvögel. Typisch für solche Ansitzjagden ist zunächst ein langsames Vorbeugen und dann ein schnelles Zustoßen. Zur Fischjagd kann er auf dem Wasser landen, ein bis drei Sekunden schwimmen und dann wieder auffliegen. Die bevorzugte Methode ist jedoch, einige Meter vom Wasser entfernt zu landen und dann langsam ins Wasser zu schreiten.


Sehr zum Unwillen von Teichbesitzern ist der Graureiher in jüngster Zeit immer mehr in städtische Gebiete vorgedrungen, wo er manchmal gar in Parkanlagen zu finden ist. So ist oftmals der Ruf nach dem Jäger zu hören, allerdings ist der Graureiher ein Wildtier im Sinne des Bundesjagdgesetzes. Eine Jagdzeit ist nur in Bayern festgesetzt (16. September – 31. Oktober), die Jagd darf lt. Verordnung über die Aufhebung der Schonzeit für Graureiher vom 25. Juli 1983 (umgangssprachlich: Graureiherverordnung) in einem Umkreis von 200 Meter um geschlossene Gewässer (im Sinn des Art. 2 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 des Fischereigesetzes) ausgeübt werden. In den anderen Bundesländern ist der Graureiher ganzjährig geschont, das heißt für einen Abschuss ist eine Einzelerlaubnis der Unteren Jagdbehörde erforderlich.


Wenn man einmal diese schönen Tiere etwas entspannter beobachtet hat, wird sich die Bejagung fast von allein erledigen. Und der Teichbesitzer kann seine Wasserfläche und damit seine Koi-Karpfen mittels Überspannen mit Netzen relativ einfach schützen. Auch das Abspannen von Uferstücken mittels Drähten zeigt sich als Schutzmassnahme, die das Einschreiten des Graureihers in die Flachwasserzonen verhindert.
Vielleicht ist die einfachste Lösung tatsächlich auch die Beste: Erhaltung des natürlichen Lebensraumes.

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