Nationalparks

 Die Türkei besitzt noch weite Gebiete unberührter Landschaft. Zu ihrem Schutz hat man in den vergangenen Jahren überall im Land Nationalparks eingerichtet. Die meisten liegen in dichtbewaldeten, oft von Seen und Flüssen durchzogenen Landstrichen, und alle haben eine reiche Tier- und Pflanzenwelt.
An der ägäischen Küste, auf der Halbinsel Dilek Burnu südlich von Ephesos und nahe Priene, kontrastieren im Dilek Milli Parki 1200 Meter hohe Berge reizvoll mit vogelreichem flachem Schwemmland. Die Berge sind Heimat von Raubvögeln, Schakalen, Streifenhyänen, Wildschweinen und, sehr selten, auch dem Leopard.

Die 2000 Meter aufragenden, von Pinien und Zedern bestandenen Berge des Olympos Milli Parki gewähren an der lykischen Küste nahe Antalya zahlreichen Tieren Zuflucht. Am Meer fliegen Sturmtaucher in kleinen Gruppen vorüber. Am schönsten sind die Monate Mai und April, wenn blühende Sträucher wie Lavendel und Zistrose unzählige Schmetterlinge anlocken.

Im Göksu-Delta gibt es weiße Pelikane. Die Wälder von Nationalparks im Landesinneren wie dem Kovada Milli Parki zwischen Egridir-See und Antalya schützen Rothirsche, Rehe, Wildschweine, Wölfe und sogar einige Braunbären. Eine ähnliche Fauna beherbergen die Nadel- und Laubwälder des Nationalparks Yedigöller (Sieben Seen), 50 Kilometer landeinwärts von Zonguldak an der Schwarzmeerküste gelegen.

Schildkröten

 Nahe dem Flughafen Dalaman an der ägäischen Küste legt am Strand von Dalyan die Meeresschildkröte caretta caretta ihre Eier ab. Dies ist der landesweit größte und nach der griechischen Insel Zakinthos bedeutenste Brutplatz dieser Art im gesamten Mittelmeerraum. Den Fortbestand dieser Schildkröten bedroht die zunehmende touristische Erschließung der Sandstrände, an in denen sie ihre Eier ablegen.

Während der zweimonatigen Brutzeit sind diese Gefährdungen durch Grabarbeiten und achtloseFußgänger ausgesetzt. Die Jungen schlüpfen nachts und machen sich, angezogen von dem Schimmern des Wassers und den Spiegelungen des Mondes, sofort zum Meer auf helle Kunstlichter, etwa von Hotels, können sie irritieren. Zögern sie auf ihrem Weg, sind sie leichte Beute für Räuber oder sterben an Erschöpfung, ehe sie das schützende Meer erreicht haben.
 

Vogelparadies

 Vögel können Sie in der Türkei schon beim Sightseeing oder gar faul am Strand liegend beobachten. Mit Fernglas und Führer können Sie dieses Urlaubserlebnis steigern. Die Lage am Schnittpunkt von Europa, Asien und Afrika hat der Türkei eine außerordentlich große Vielfalt an Vögeln beschert.


Besonders aufregend sind Frühling und Herbst, wenn wahre Heerscharen von Sperbern über Adler bis zu schwarzen und weißen Störchen auf ihrer langen Nord-Süd-Reise vorüberziehen. Diesem Schauspiel kann man selbst in Istanbul, am besten von dem Çamlica-Hügel am asiatischen Bosperus-Ufer aus, beiwohnen. Für Vogelbeobachtungen eignet sich insbesondere der Mai. Dann können auch Laien mehr als hundert Arten sichten.

Unübersehbar sind die Störche, die gewaltige Nester auf Minaretten, Dächern und Telegraphenmasten bauen, sowie die kreisenden Raubvögel. Auf den Straßen flitzen Haubenlerchen unter die Räder von Fahrzeugen, auf den Telegraphendrähten hocken gelbe Kappenammern, farbenprächtig gefiederte Bienenfresser und leuchtende Blauracken. Die Türkei besitzt mehrere Vogelschutzgebiete, allen voran Kus Cenneti (Vogelparadies) am Marmarameer und Birecik nahe der Grenze zu Syrien. Dort können Sie noch den abstoßend häßlichen, nahezu ausgestorbenen Kahlibis sichten, dessen Rettung sich auch der Worldwide Fund for Nature widmet.

Jagen

 Wie in den meisten Mittelmeerländern ist in der Türkei das Jagen ein traditionell beliebter Zeitvertreib durch den viele Tiere, wie etwa der Braunbär, nahezu ausgerottet sind. Vogeljäger gehen gern auf Pirsch nach Wildenten, Wildgänsen, Wachteln, Rebhühnern und Fasanen. Besucher müssen sich von türkischen Reiseveranstaltern organisierten Jagdausflügen anschließen. Diese Unternehmen informieren über Jagdzeiten, Reviere, Waffen- und Lizenzvorschriften. Sportfischen ist für Touristen in nicht gesperrten Zonen ohne Lizenz erlaubt.

Gefahren in der Natur

 Im Sommer sind die unangenehmsten Gesellen, denen Sie an der ägäischen und der Mittelmeerküste begegnen, die Mücken ? verwenden Sie Insektenschutz, besonders wenn Sie im Freien essen wollen. Passen Sie also auf, wenn Sie in Sandalen oder mit unbedeckten Beinen von den ausgetretenen Pfaden abweichen.