Die Klimazonen

 In der Türkei stoßen drei verschiedene Klimazonen aufeinander: die euro-sibirische, die mediterrane und die iranisch-taurische Klimazone. Daraus ergibt sich - verglichen mit anderen Ländern ähnlicher Größe - eine außerordentliche Vielfalt der Topographie und Vegetation, mit Wüsten, Hochgebirgen, Küstenebenen, Wäldern und Weidegebieten. In diesen ganz unterschiedlichen Regionen, einem Paradies für Naturkundler und Botaniker, wachsen an die 9000 Wildblumenarten...
  

Das Klima

 Unter den drei Klimazonen der Türkei ist die iranisch-taurische bei weitem die ausgeprägteste. Sie umfasst das Steppengebiet der zentralanatolischen Hochebene und ist gekennzeichnet durch trockene Sommer und extrem kalte Winter mit Temperaturen bis ?40°C; an bis zu 120 Tagen im Jahr liegt Schnee. Zur euro-sibirischen Zone gehören das Gebiet um Istanbul und die Schwarzmeerküste. Hier stößt man auf europäisch anmutende Laubwälder mit Eschen, Eichen und Buchen; die Temperaturen steigen im Sommer kaum über 30° Celsius.

Die Türkei ist mit Gesteinen aus nahezu allen erdgeschichtlichen Zeiträumen sehr komplex. Das Land besteht weitgehend aus kristallinem Grundgebirge (Massiven), gegen das jüngere Gesteinsschichten gedrückt wurden, was zu einer Auffaltung unterschiedlich großer Bergketten geführt hat. Auffallend unregelmäßig erstrecken sie sich in alle Richtungen; nicht selten weicht ein Gebirgszug überraschend einem anderen aus oder verwandelt sich urplötzlich in eine Ebene oder ein Plateau. Die höchsten Berge finden sich im Osten; sie bilden die natürliche Grenze zu Georgien, Armenien und dem Iran. Der Ararat, ein erloschener Vulkan, ist mit 5165 m Höhe der höchste Berg des Landes.
 

 Vulkane haben bei der Formation der Landschaft in den mittleren und östlichen Teilen Anatoliens eine bedeutende Rolle gespielt. In manchen Teilen sind die Lavaplatten noch so jung, daß sich darüber erst noch Boden bilden muß; in anderen Regionen, insbesondere in Kappadokien, schuf das vulkanische Tuffgestein Naturwunder mit spektakulären Felsformationen. Im Norden und Westen des Landes entstanden zahlreiche Thermalquellen vulkanischen Ursprungs, und immer wieder kommt es zu ? teils schweren? Erdbeben. Entlang der Bruchzonen, die überwiegend von West nach Ost verlaufen, wurde die ägäische Küste stark zergliedert, es entstanden zahlreiche bizarr geformte Inseln und Buchten.

Sowohl der Bosperus als auchdie Dardanellen verdanken ihren Ursprung diesen Verwerfungen, und die ganze Schwarzmeerküste ist das Ergebnis von Senkungen entlang solcher Bruchzonen. Charakteristisch für die Landschaft sind auch die Seen ? sowohl Salz- wie auch Süßwasserseen ? eine Folge des Zusammenwirkens von Topograghie und relativ hohen Niederschlagsmengen. Der größte See, der Van-See, ist siebenmal so groß wie der Genfer See, deckt ein Gebiet von nahezu 4000 qm ab. Die örtlichen Touristikbüros und Fremdenverkehrsvereine halten entsprechende Infos bereit.