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Formel 1 - Wenig Interesse in der Türkei / Von Jürgen Ahäuser

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Bernie Ecclestone hat eine nette Angewohnheit. Wenn es ihm danach ist, dann sucht er den kurzen Draht zu den Journalisten. Mal erzählt er dummes Zeug, wie vor einem Jahr, als er sich Hitler zum Vorbild erkor, meist erklärt den Presseleuten den Lauf seiner Formel-1-Welt.

Beim Grand Prix der Türkei war es mal wieder so weit. Der Pate des Kreisverkehrs schritt durch den Presseraum und konnte gewiss sein, dass er bald von Medienleuten umringt sein würde. Der 79-Jährige fühlt sich als Missionar, und er will, dass alle Menschen auf dem Globus die Chance haben, Formel 1 zu sehen.

Deshalb beglückt er so manch exotischen Ort mit einer Stippvisite seiner PS-Karawane, vorausgesetzt, dass die zu missionierenden Länder einen hübschen Rastplatz anbieten. Das Otodrom Istanbul Park ist eine der schönsten Karawansereien, teilt allerdings mit einigen der neuen Strecken das Schicksal, dass sich nur wenige Einheimische für die von Ecclestones Jüngern gesungene Messe interessieren. 155.000 Menschen könnten auf dem 2005 eröffneten Kurs Platz finden, 40.000 sollen sich damals im Stop-and-Go-Verfahren über die Bosporus-Brücken aus der Zwölf-Millionen-Metropole rund 50 Kilometer in Richtung Osten gequält haben.

Wer ankommt, hat zwei Eindrücke: Die vom deutschen Architekten Hermann Tilke gebaute Strecke samt Gebäuden sind toll - aber dahinter beginnt gleich die unendliche Weite Asiens. Das 100-Millionen-Dollar Projekt der Istanbuler Handelskammer und des türkischen Börsenverbandes soll, so munkelte man, am Sonntag seine letzte Rush Hour der Formel-1-Boliden erlebt haben.

Keine Werbung in der Stadt

"Vor zehn Jahren," dozierte Ecclestone, hätten die Türken überhaupt noch nicht gewusst, dass es die Formel 1 gibt. Und obwohl auch dem Briten nicht verborgen blieb, dass sich beim Training am Freitag mehr Parkplatzwächter und Kartenkontrolleure als Fans im Istanbul Park tummelten und er zum Rennen die Besucher auf der Haupttribüne per Handschlag hätten begrüßen können, will der Allmächtige die Missionierung noch ein wenig fortsetzen. "Vielleicht mache ich noch einen Zehn-Jahresvertrag hier", sagte Ecclestone mit einem Schmunzeln, um dann den Umstehenden zu verkünden, "dass ich zwar nicht weiß, wo ihr im nächsten Jahr um diese Zeit seid, ich werde in der Türkei sein und zwar, um ein Rennen zu sehen." Dass nur 30.000 Zuschauer kamen, findet auch der Promoter, den in erster Linie TV-Quoten interessieren, nicht gut.

Zum blutleeren Rennen in der Türkei hat McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh eine härtere Meinung: "Es ist blamabel. Die Leute hier wissen überhaupt nicht, dass wir da sind." Der Engländer schimpft, dass es "fast gar keine Werbung für das Rennen gibt." Ein türkischer Journalist, der für eine internationale Nachrichtenagentur arbeitet, macht das Desinteresse der islamisch-konservativen Regierung unter Premierminister Erdogan verantwortlich. "Die wollen gar nicht, dass die Leute hingehen." Außerdem seien die Preise (umgerechnet zwischen 75 und 225 Euro) zu hoch.

Einen Dankgottesdient für Ecclestone hat es dennoch gegeben. Bei der Pressekonferenz mit den Teamchefs haben Ross Brawn (Mercedes), Stefano Domenicali (Ferrari), Franz Tost (Toro Rosso) und Adam Parr (Williams) das hohe Lied auf "Bernie" gesungen, weil der die Karawane 2011 zurück in die USA nach Austin (Texas), bringt. Das Rennen auf dem nach China bedeutendsten Markt ist wichtig für die Autobauer, die Formel-1-Anteilseigner, die Sponsoren. Und wenn auch noch ein paar mehr Zuschauer als in Istanbul kommen: auch gut.

Bernie Ecclestone hat nicht vor, mit der Formel 1 die Türkei zu verlassen.

Bald könnte es Berichte  in HD TV geben. 
Aufgrund der geringen Besucherzahlen im Vorjahr hatte es bereits länger Gerüchte gegeben, wonach der Türkei Grand Prix 2010 das letzte Mal im Rennkalender stehen könnte, obwohl die Strecke im Istanbul Park von Bernie Ecclestone gepachtet wurde. Der Formel-1-Boss selbst hatte den Organisatoren mitgeteilt, dass ihre Teilnahme-Gebühr ab 2011 um fast das Doppelte auf 26 Millionen Dollar steigen würde.

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Sebastian Vettel "Flying Lap" Istanbul 2009

F 1 Turkish Grand Prix Preview

Williams F-Kanal für Istanbul geplant

formula1_1Nico Hülkenberg bedauert das nicht so gute Williams-Update in Barcelona, hofft aber auf den Rest in der Pipeline. In der Türkei soll der F-Kanal kommen

Motorsport-Magazin.com - Fehlschläge will sich niemand leisten, vor allem in der Formel 1 nicht, wo falsche Entwicklungen einen enormen Nachteil ausmachen. Dennoch schien es am Samstag in Barcelona so, als wären einige der Upgrades bei Williams in die falsche Richtung gelaufen. "Wir wissen, dass wir Zeit im Auto finden müssen", sagte deswegen Nico Hülkenberg nach dem 13. Platz im Qualifying auch. Rubens Barrichello hatte in Spanien eigentlich alle Neuerungen zur Verfügung, im Zeittraining fuhr er aber fast ohne, weil sie seiner Meinung nach nichts gebracht hatten.

Das ist schon schade, denn über vier Rennen wurde entwickelt und wenn die neuen Teile zwei, drei Zehntel bringen, dann wären wir weiter vorne und nahe am Q3 dran

"Wir hatten im Qualifying ungefähr das gleiche Auto. Viel haben die neuen Teile nicht gebracht", bestätigte Hülkenberg. Den neuen Frontflügel hatte Barrichello nicht benutzt, den neuen Unterboden anscheinend schon, bei den Seitenkästen war sich Hülkenberg nicht sicher. Zufrieden war der Deutsche in jedem Fall nicht. "Das ist schon schade, denn über vier Rennen wurde entwickelt und wenn die neuen Teile zwei, drei Zehntel bringen, dann wären wir weiter vorne und nahe am Q3 dran. Es ist nicht einfach, die anderen schlafen nicht und diesmal hat es nicht gepasst", meinte der Williams-Pilot......



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Wie es begann!

Ein Rennen des internationalen F1-Rennsports wird 2005 in Istanbul stattfinden, verkündete die Türkische Automobil- und Motorsport-Förderation.In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte der F1-Chef Bernie Ecclestone einen Lauf des populären Rennsports an die größte türkische Stadt zu geben.  Ecclestone machte einige Besuche in Istanbul, Izmir und Antalya um passende Plätze für die zukünftigen Rennen zu finden. Er wird in der nächsten Tagen zu einem Türkeibesuch erwartet um den Vertrag zu unterzeichnen. Formel1 Chef Ecclestone wählte Istanbul zum Austragungsort für das Grand Prix Rennen 2005.

Architekt Hermann Tilke wird kurzfristig nach Istanbul kommen und Voruntersuchungen zusammen mit Mehmet Yildirim, den Vorsitzende der Gewerbekammer, hinsichtlich der technischer Gegebenheiten des Gebiets in Kurtkoy Tepeoren vorzunehmen. Die Förderation stellt den großen Vorteil fest, den ein solches Rennen für die Türkei bedeuten, wie z.B. der zusätzlichen Boom für Tourismus und Sport.

Formel 1 - Istanbul in den Augen der Welt

formula1_2Da liegt sie nun vor uns – riesig, mit geschätzten 18 Millionen Einwohnern, vorprogrammiertem Verkehrschaos, Scharen von Touristen aus aller Herren Länder und dann auch noch weitere 150.000 Besucher für ein Wochenende Formel 1. Na, das wird etwas werden!

Solche und ähnliche Ideen kamen uns auf der langen und beschwerlichen Anreise quer über das Hochplateau der Türkei mehrfach. Aber wer kann schon der Einladung für ein Formel 1 Rennen eines großen Automobilimporteurs widerstehen, noch dazu des Ersten in der Türkei. Wir konnten es nicht.

In Istanbul angekommen, schnell etwas zum Frühstücken organisiert und dabei schon gesehen, das der Verkehr zwar heftig aber wohlgeordnet ablief. Zunächst etwas beruhigt nahmen wir auch zur Kenntnis, das die Stadt sich vorbereitet hatte. Skulpturen, Plakate und Spruchbänder entlang der Hauptstrassen und auf den Plätzen. Aus dem Internet wussten wir, das ein Shuttle Service zum Istanbul Park eingerichtet wurde, also flugs ein Taxi gerufen, das wir das Qualifying noch rechtzeitig erreichen konnten. Zum Sammelpunkt für den Shuttle Service Istanbul Park gaben wir dem Taxifahrer an. Viel konnte er damit nicht anfangen, fuhr aber erst einmal los. Auch unterwegs befragte Polizisten wussten nicht wirklich weiter, dabei waren wir exakt richtig. Das allerdings erfuhren wir erst später.

Nach wenigen Minuten des Überlegens fuhr der Taxifahrer einen weiteren Haltepunkt für Busse an. Wir stiegen aus und fragten erneut. Sollte niemand in Istanbul etwas von dem Rennen wissen? Ein weiterer Taxifahrer bot seine Dienste an, bemerkte aber auch unsere Unruhe und wollte gleich helfen. So fuhren wir für 20,00 TL (etwa 10,- €) zur Rennstrecke.

formula1_3Fast noch zum Start des Qualifyings angekommen brachte uns der Ringshuttle zur Tribüne 5. Immerhin früh genug um den Patzer des roten Herrn Schumacher live mitzuerleben, der sich vor Tribüne 5 drehte und damit seine Startplatzchancen vergab. Gut besucht war das Qualifying in jedem Fall schon einmal. Wir hatten Zeit genug uns für die Rückfahrt schon mal um den Shuttle Bus zu kümmern, damit am Sonntag zum Hauptrennen alles klappen würde. Und plötzlich war alles ganz einfach, Abfahrt neben der Tribüne 5 bis zum Stadtteil Mecidiyeköy, wo wir am Morgen vergeblich nach den abfahrenden Bussen für den Istanbul Park gesucht hatten. Alles super organisiert und problemlos in der Abwicklung. Eintrittskarte gleich Busticket, für immerhin fast 40 Kilometer Fahrt auf nur für den Shuttlebus geöffneten Nebenstrassen.

Also wohl gerüstet und vorbereitet für den großen Renntag. Etwas Proviant, einige Durstlöscher und schnell mit dem Taxi zum Sammelpunkt für den Istanbul Park Shuttle. Ein buntes Fahnenmeer erwartete uns bereits, wobei Rot immer noch die Mehrheit darstellte gefolgt von Blau-Gelb und Schwarz. Wir waren über die Anzahl der wohl gerüsteten und super informierten türkischen Fans sehr überrascht. Wohl doch eine international sehr beliebte Sportart.

Am Sitzplatz unserer Tribüne angekommen konnten wir zunächst ein Rennen im VW Polo Ladies Cup sehen, gefolgt von den Boliden der GP 2 Series um 11.00 Uhr. Bis zur Eröffnung des WM-Laufes verkürzte auch noch ein Cuprennen aus der Seat Leon Serie die Wartezeit. Gutes Rahmenprogramm.

Dann endlich war es soweit. Die Fahrer stellten sich im Autokonvoi in alten historischen Sportwagen vor. Zur türkischen Nationalhymne flog eine Ehrenformation der Luftwaffe einige Kreise, dann die Anfahrt der Rennwagen zur Startaufstellung. Nach dem üblichen Starrummel, diesmal war der Ohrbeißer Mike Tyson, gepuscht von den anwesenden Medien, samt Gefolge der Star, die Yacht seines Sponsors lag im Golden Horn vor Anker.

Aber auch viele ernsthafte und bekannte Besucher aus aller Welt gaben sich bei diesem für die Türkei so wichtigem Großereignis ein Stelldichein, allen voran der türkische Ministerpräsident Erdogan.

formula1_4Es erfolgte der Start doch schnell wurde klar das Kimi Raikkönen in seinem Mc Laren Mercedes kaum zu schlagen sein würde, selbst von Alonso´s schnellen Renault nicht. So war die Verteilung der ersten Plätze schnell klar, lediglich einige Verschiebungen bedingt durch unterschiedliche Strategien oder Tankstopps sorgten bei der Verteilung der ersten 4 Plätze für etwas Brisanz. Und die Roten?Schlechte Karten in der Türkei.Nach der verpatzten Qualifying?Sitzung auch noch ein kleiner Rempler während des Rennens und aus war der Traum von vorderen Plätzen.

Trotz diesen Malheurs waren wohl alle sehr zufrieden mit dem ersten Türkischen Grand Prix für Formel 1 Rennwagen.

Nur weiter so.

Auch die DTM plant einen Zwischenstopp in der Türkei.

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