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Pharnakes – später Apameia am Orontes

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apameia_orontesStändig neue Stadtgründungen machten häufig auch die Suche nach dem passenden Namen für eine junge Stadt schwierig. So war es in der Vergangenheit oftmals üblich, das die neuangesiedelten Stadtgründer einen bereits vormals gewählten und somit vorhandenen Stadtnamen einfach wiederholten.

Kaiser und Könige als Stadtgründer hatten kein Problem damit, das Städtenamen auch im eigenen Reich mehrfach auftraten. Das gilt auch für den Stadtnamen Apameia. Zur besseren Unterscheidung heute wird dann meist noch ein Namenszusatz oder eine weitere Ortsbezeichnung mit hinzugefügt.

Die ursprünglich unter dem Namen Pharnakes bekannte Stadt Apameia am Orontes kann auch auf eine mehrtausendjährige Geschichte verweisen und zählt damit zu den ältesten Städten der Menschheit überhaupt. Leider sind durch ständige Konflikte in der Grenzregion im Norden Syriens die Ausgrabungen längst noch nicht soweit vorangeschritten, das viele Details der Geschichte der Stadt bekannt sind. Der Belgier Franz Cumont konnte zwischen 1930 und 1938, dann zwischen 1947 und 1953 Teile der Altstadt freilegen. Erst seit 1965 fanden erneut Ausgrabungen unter der Leitung Jean Charles Balty in Apameia statt. Heute lagern einige Artefakte im Museum „Musées Ryaux d’Art et d’Histoire“ in Brüssel, worunter sich auch eine Vielzahl gut erhaltener Mosaike befindet.



Die antike Stadt Pharnakes war auf einem Plateau oberhalb des Flusses Orontes gegründet worden, einem etwa 450 Kilometer langen Fluss, der die heutigen Staaten Libanon, Syrien und die Türkei durchfliest. Die größtmögliche Ausdehnung auf dem Plateau betrug ca. 200 Hektar Fläche, die auch komplett von einer Stadtmauer umgeben war. Heute zählen die antike Säulenstraße aus dem 2. Jahrhundert von immerhin 1.600 Metern Länge, die noch eine Vielzahl stehender Säulenfragmente aufweisen kann, zu den sehenswerten Bauten. Ebenfalls gut erhalten sind das Theater sowie einige Kirchenbauten.

Der Orontes ist einer der ältesten Flüsse, der schon frühzeitig von Menschen gestaut wurde. Schon in den Aufzeichnungen des Geschichtsschreibers Strabo wird von Dämmen der Ägypter zum Aufstauen des Wassers erzählt. Der heutige See von Homs geht auf einen Staudamm der Römer zurück, die bei Quattinah den Orontes aufstauten. Ähnliche Aufzeichnungen finden sich auch bei Plinius wieder. So wird unter anderem auch von der sagenumwobenen Schlacht bei Kadesch des Jahres 1274 vor Christus zwischen Ramses II und dem Hethiterkönig Muwatalli II berichtet, die am Orontes stattfand.

Als Apameia um 333 vor  Christus von Alexander dem Großen erobert und dabei stark zerstört wurde, tauchte auch kurz ein weiterer, neuer Name der Stadt in der Geschichte auf: Pella, die Hauptstadt der Landschaft Apamene. Bereits wenige Jahre später konnte der Seleukidenkönig Seleukos I Nikator (312 – 281 vor Christus) die Stadt übernehmen. Mit einer Vielzahl neuer Bauten und dem Privileg der Münzprägungsstätte ausgestattet nannte Seleukos I die Stadt jetzt nach seiner Frau Apame „Apameia“. Mit dem Vordringen der römischen Imperatoren, die im ersten Jahrhundert nach Christus unter Pompeius die Festung der Stadt erobern und zerstören konnten, wurde der Name zu Claudio Apamea verändert womit es einer Neugründung nahe kam.



Wie schon in der Bibel zu lesen steht, waren die Römer aus vielerlei Gründen auch immer stark an Statistiken interessiert. So soll angeblich eine Volkszählung des syrischen Stadthalters Publius Sulpicius Quirinius im Jahr 6 und 7 nach Christus ergeben haben, das zum Zeitpunkt der Zählung 117.000 freie Männer in Apameia lebten. Wenn diese Zahl nur annähernd richtig ist, kann man davon ausgehen, das dann die Einwohnerzahl bei rund einer halben Million Menschen gelegen haben muss. Damit würde Apameia zu den größten Städten des Orients zählen.

Unter den Byzantinern während der Spätantike war eine bekannte Philosophenschule in Apameia angesiedelt. Auch über einen riesigen Zirkusbau verfügte die Stadt. Im Jahr 540 nach Christus ergab sich Apameia kampflos den heranrückenden Persern unter ihrem Anführer Chosrau I, konnte jedoch wenig später von Kaiser Justinian zurück gewonnen werden, der daraufhin auch die Burganlage neu befestigen lies. Im 7. Jahrhundert wurde Apameia endgültig von muslimischen Kräften erobert, in den Jahren 636 bis 638 weitestgehend geplündert und zerstört. In den Jahrhunderten danach blieb meist nur die Festung selbst besiedelt.

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