Die Touristenstadt Selimiye liegt äußerst auf der Halbinsel auf den Ruinen des südlichsten Teils der antiken Stadt. Ehe der Tourismus in die Türkei kam, war es ein kleines verschlafenes Fischerstädtchen. Heute ist die Stadt autofrei und eine richtige türkische Touristenstadt, die fast nur Geschäfte, Restaurants und kleinere Hotels enthält.
Die friedlichsten Orte sind am Strand auf beiden Seiten der Halbinsel, wo man baden kann oder am Hafen, wo es eine Promenade, gute Restaurants und Ausflugsboote, die die Küste entlang oder den Manavgat-Fluss hinauf fahren, gibt. Hier und dort sind Reste der antiken Stadt zu sehen, von großen Mauern zu kleinen Säulenresten.
Um die Stadt herum, entlang der Küste, sind Reste der alten Stadtmauern zu sehen. Östlich des Hafens am südlichsten Punkt erhebt sich das Wahrzeichen der Stadt, der Apollontempel: Fünf weiße, 9 Meter hohe Marmorsäulen mit darauf liegenden Marmorblöcken. Apollon war der Gott des Lichts, der Kunst und der Schönheit. Der Tempel, der aus dem 2. Jh. n.Chr. stammt, misst 17 x 30 m und hat sechs korinthische Säulen in den Giebeln, die mit neun Säulen an jeder Längsseite verbunden waren. Der Fries oben zeigt Medusenköpfe, von Löwenfüßen getrennt.
Westlich von hier, dem Hafen zunächst, liegen die Reste eines Tempels, das Athene, der Göttin der Weisheit, des Kunsthandwerks und der Jungfräulichkeit, gehört haben soll. Athene war die Göttin der Stadt und die Beschützerin des Hafens und der Seeleute. Der Athene-Tempel ist gleichzeitig mit dem Apollontempel, und hat mit seiner Marmorpracht diesem ähnlich gesehen, hat aber eine etwas größere Grundfläche, 20 x 35 m, gehabt. Im 5. Jh. n.Chr. wurde eine große dreischiffige Basilika nördlich der Tempel gebaut, und um die beiden Tempel herum wurde ein Atriumhof im Südteil der Kirche angelegt. Materialien der Tempel wurden zur Basilika und noch später für die Häuser in Selimiye wiederverwendet. Die Basilika wurde bei einem Brand zerstört, wonach man im 8. oder 9. Jh, als der Großteil der Bevölkerung die Stadt verlassen haben muss, eine kleine Kapelle im Mittelschiff errichtete.
Östlich hiervon, aber immer noch nahe der Küste und direkt an der Stadtmauer, liegen die Reste des Men-Tempels, das dem anatolischen Mondgott Men gewidmet war. Der Tempel, der aus der Zeit Ende des 2. Jh. n.Chr. stammt, ist halbkreisförmig. Eine Treppe führte von Westen in das Innere des Tempels hinauf zu einem Podium, wo vier korinthische Säulen stehen. Daneben stehen Reste eines kleinen byzantinischen Springbrunnens.
Vom Men-Tempel führte eine von Säulen gesäumte Straße in nördliche Richtung quer durch die Stadt und zum Theater hinauf, aber diese Straße ist nun verbaut. An dieser Straße, unweit des Men-Tempels, liegt das größte von Sides drei öffentlichen Bädern, in byzantinischer Zeit* erbaut und immer noch in gutem Zustand. Es misst 40 x 30 m und besteht aus vier größeren Hallen und drei kleineren Räumen, die alle gewölbt sind, sowie zwei Sportplätzen. Nordöstlich davon steht ein gewölbtes byzantinisches Haus.
Fast genau mitten in der Stadt, wo der antike Hafen lag, liegen die Reste eines kleineren römischen Bades, des Hafenbades. Entlang der Kais lagen vermutlich Bogengänge mit Speicherhäusern, Geschäften und Gastwirtschaften. Die Versandung des Hafens war ein ständiges Problem für Side, und ein römisches Sprichwort für eine schwierige und unendlich lang dauernde Arbeit lautete „wie der Hafen von Side“. Als der ursprüngliche Hafen im 5. Jh. versandete, legte man nordwestlich hiervon ein neues Hafenbecken an.
Selimiye / Side
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