Mit Detlev & Rendel Simon in die Nordost- und Ost-Türkei
Terra incognita, so bezeichnete man früher bislang unbekanntes, unerforschtes Land. Zugegeben: Für Marco Polo oder Alexander von Humboldt mag dieser Begriff noch einen anderen Klang gehabt haben. Aber wenn ich vor der großen Türkeikarte stand, die in unserem Büro hängt, fiel mir immer wieder dieser „weiße Fleck“ im Nordosten ins Auge.
Die mit dickem Filzstift eingezeichneten Routen der letzten Jahre, die sich mittlerweile wie das Fernstreckennetz einer türkischen Busgesellschaft ausnehmen, sparen diese Gegend beharrlich aus. Tatsächlich verspürte ich eine diffuse, schlecht zu begründende Abneigung gegen diesen Teil der Türkei. Wahrscheinlich hielt mich der Gedanke an wabernde Nebelschwaden, alles durchnässenden Dauerregen und karge Küstenlandschaften davon ab, mich näher damit zu befassen. Doch damit konkurrierten auf der anderen Seite Bilder von elegischer Schönheit, von unendlichem Grün in allen Schattierungen, und nachdem ich den Film „Bal – Honig“ gesehen hatte, gab ich mich geschlagen.






