Zunächst geht die Fahrt entlang der Küste bis Gazipasa, dem kleinen aufstrebenden Touristenort mit der schier „unendlichen“ Geschichte der Eröffnung eines internationalen Flughafens. Auch im Bus ist es schnell das überwiegende Gesprächsthema und führt zu einigen Diskussionen.
Kurz hinter Gazipasa schlängelt sich die Strasse wieder die Berge hinauf, immer entlang den Serpentinen der Küstenstrasse auf schier endloser Strecke, Kurve an Kurve, die den Gästen und vor allem dem Fahrer doch zu schaffen machen. Das Ziel ist Anamur mit seiner alten Ruinenstadt Anamurium. Hier ist Zeit für einen Aufenthalt zur Besichtigung der Ruinenstadt eingeplant und somit etwas Entspannung vom ersten Teil der Wegstrecke. Gerne nutzen wir das angenehme, nicht zu heiße Wetter zu einem ausgedehnten Rundgang durch die wirklich imposante antike Stadtanlage.
Nach einer Stunde wird die Fahrt zur Festungsanlage der Kreuzritter, der Mamelucken-Burg Mamure Kalesi, fortgesetzt, die wohl aufgrund von Kaiser Barbarossa, der hier bis zu seinem letzten Kreuzzug jeweils Station machte, besonders bekannt wurde. Auch hier ist Zeit für eine ausgedehnte Besichtigung eingeplant und wird bis zum Mittagstisch gegenüber der Festung reichlich genutzt. Vorbereitet wurde das Mittagessen Saç Kavurma (Fleisch und Gemüse auf Metallteller gegrillt) bereits nach telefonischer Bestellung, so das die hungrigen Mäuler schnell versorgt wurden. Einfach lecker…….
Um 7.30 Uhr geht es am nächsten Morgen dann zunächst nach Tarsus, wo die Besichtigung des Kleopatra Tores und der Quelle des Heiligen Paulus ansteht. Wir sind hier etwas enttäuscht, haben uns wohl etwas „mehr“ vorgestellt. Egal, also geht es schnell weiter bis Maras, unserem nächsten Stopp. Da sich auch der Hunger wieder meldet, finden wir schnell ein wirklich tolles Restaurant am Stadtrand, das uns schon an der Hauptstrasse mit zwei auf dem Motorrad wartenden Kellnern empfängt. Zügig wird auch hier wieder ein vorbereitetes Essen serviert, das aus verschiedenen Fleischspießen besteht. Auch sehr lecker mit vielen Extras. Anschließend steht die Besichtigung des bekannten Kupfer und Schmiedebasars von Maras auf dem Programm und es zeigt sich schnell, das dies ein absolut lohnenswerter Stopp ist. Schnell sind einige erste Einkäufe gemacht, die vom kleinen Ayranbecher aus Kupfer bis zum Küchendurchschlag für Nudeln und Salat reichen. Auch einige der für den Ort bekannten Früchte wie Pistazien und ummantelte Walnüsse wechseln schnell die Besitzer. Lecker und günstig. Am Ortsausgang gibt es einen weiteren Stopp für das bekannte Maras Eis, ob in der Waffel oder im Becher, ein absolutes Muss……..
Während der Abfahrt gibt es einige weitere Anhaltepunkte an antiken Grabanlagen die weit verstreut in den Tälern zu finden sind (siehe auch Fotogalerie Nemrutreise) bis wir zur bekannten Brücke Cendere kommen, einem beeindruckenden römischen Brückenbauwerk aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Gegen 9.30 Uhr sind wir zum Frühstück am Hotel zurück. Entlang des Euphrat Flusses geht dann die Fahrt Richtung Şanlıurfa. Am riesigen Staudamm des Projekts Atatürk erfolgt ein Zwischenstopp mit Teepause und wir bekommen erklärt von welch immenser Bedeutung dieses Projekt für die Landwirtschaft der Osttürkei geworden ist.
Am späten Nachmittag treffen wir an unserem Hotel in Şanlıurfa ein. Schon auf den ersten Blick zeigt sich das „Grand Urfa Hotel“ als ein modernes, sehr sauberes und gut geführtes Hotel im Stadtzentrum der ostanatolischen Stadt. Sehr überrascht sind wir von der Sauberkeit der Strassen und Parkanlagen. Es ist Zeit genug vorhanden, die Geburtsstätte Abrahams, die Ruinen der Burganlage mit ihren korinthischen Säulen sowie die großen Teichanlagen mit den „heiligen Karpfen“ zu besichtigen. Natürlich ist zu bemerken, das wir uns weit im Osten der Türkei befinden, hier ist eine der religiösen Hochburgen der Türkei. Unserer Gruppe begegnet man aber durchaus freundlich und mit großer Weltoffenheit. Auch der arabische Einfluss ist deutlich zu verspüren.
Gegen Mittag fahren wir weiter Richtung Gaziantep, wo wir das kulturhistorische Museum besichtigen wollen. Die dort ausgestellten Mosaikreliefs von Fußböden und Wänden herrschaftlicher Wohnhäuser, von Kirchen und öffentlichen antiken Gebäuden rauben uns in ihrer Schönheit und Detailgenauigkeit den Atem. Etliche Quadratmeter groß bilden sie wahre Schätze aus der Vergangenheit, die vor den Fluten der Staudämme gerettet wurden oder bei sonstigen Ausgrabungen ans Licht gefördert wurden.
Gegen 17.00 Uhr geht es dann an die letzte Etappe zurück nach Kızkalesi, wo schon ein Abendessen auf die Gruppe wartet. Natürlich sind alle erschöpft von der anstrengenden, weiten Reise, jedoch auch sehr positiv gestimmt von den zahllosen Sehenswürdigkeiten, den wirklich imposanten Städten und der Gastfreundlichkeit der Menschen. Viele Eindrücke und Impressionen, die wohl erst in den nächsten Tagen voll zur Wirkung kommen werden.






