
Ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. hatte Salamis die Führungsrolle unter den zypriotischen Stadtkönigtümern. Die zu Beginn relativ kleine Stadt mit einer Nekropole an ihrem westlichen Rand breitete sich seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. nach drei Seiten aus.
Die alte Nekropole wurde überbaut und im Süden eine neue angelegt, die bis zum Kloster des heiligen Barnabas reicht. Das dunkle Zeitalter Zyperns vom 18. bis zum 11. Jahrhundert v. Chr. (also stark versetzt zu den dunklen Jahrhunderten in Griechenland) konnte noch nicht aufgehellt werden. Dagegen vermitteln die Grabfunde umfassende Kenntnis über das Leben im 8. und 7. vorchristlichen Jahrhundert. Handelsbeziehungen zeigen die Einflüsse der Hochkulturen
Kleinasiens, des Vorderen Orients und Ägyptens.

Die Herrschaft der Assyrer am Ende des 8. Jahrhundert schlägt sich im verstärkten Vorkommen vorderasiatischer Elemente nieder. Belegt wird die führende Rolle von Salamis zur Zeit der ägyptischen Oberherrschaft durch die Münzen des Königs Euelthon (560—525 v. Chr.), auf denen er sich als Herrscher der Insel bezeichnet. Stärker als zuvor war die
Geschichte von Salamis nun mit der der ganzen Insel verknüpft. Bei den Auseinandersetzungen mit dem Perserreich, im ionischen Aufstand und den Streitigkeiten um die Nachfolge Alexanders des Großen spielte sie eine Rolle. König Euagoras I. war mit Athen und dem Pharao Hakor (393-380 v. Chr.) verbündet, und es gelang ihm kurzfristig, Tyros, Sidon und vielleicht auch Dor unter seine Kontrolle zu bringen. Inschriften in zyprisch-archaischer Schrift aus Dor könnten aus dieser Zeit stammen. 306 v. Chr. fand bei Salamis eine entscheidende Seeschlacht der Diadochenkriege statt, in der Antigonos I. gemeinsam mit seinem Sohn Demetrios I. Poliorketes den ägyptischen Feldherren Ptolemaios I. besiegten, der bis dahin
Zypern kontrolliert hatte. Unter der Ptolemäerherrschaft hatte Salamis seine Führung an Paphos abgegeben.

Ab 54 v. Chr. wird
Zypern vorläufig, ab 31 v. Chr. endgültig römische Kolonie. Die Stadt wurde 332 und 342 n. Chr. durch Erdbeben heimgesucht; letzteres mit einem Tsunami verbunden. Im Jahr 115 soll sie nach dem Bericht des Cassius Dio während des Aufstands der Juden gegen Trajan zerstört worden und 240.000 Griechen umgebracht worden sein. Unter Constantius II. wurde sie auf beschränktem Areal wieder aufgebaut und führte den Namen Constantia. Zur Zeit des Bischofs Epiphanios (368—403 n. Chr.) löste sie Paphos als Inselmetropole wieder ab. Doch war auch Constantia nur eine Lebensdauer von knapp 300 Jahren beschieden. Überfälle der Araber und Naturkatastrophen setzten ihr um die Mitte des 7. Jahrhunderts ein Ende und führten zum Aufschwung des benachbarten Ammochostos, des späteren Famagusta.