Der Ursprung der Wasserleitung liegt etwa 20 km entfernt in den Bergen, wo Quellen, heute Gökecepinar (550m hoch) und Pinarbasi (440m hoch) genannt, gefasst und das Wasser ins Tal geführt wurden. Von diesem Abschnitt der Wasserleitung sind nur vereinzelt Reste und Spuren auffindbar. Der letzte Bauabschnitt überbrückte die weite Talsenke des antiken Eurymedon, die noch bis in neuere Zeit im Frühjahr sumpfig und teilweise überflutet war.
An beiden Seiten des Tals erhoben sich 30m hohe Wassertürme, in denen das Wasser in offenen Becken gesammelt wurde, bevor es vom südlichen Turm aus zum Nymphaion in der Stadt geleitet wurde. Zwischen den beiden Wassertürmen wurde das Wasser über eine 28m tiefer liegende Leitung geführt, die auch von Fußgängern benutzt werden konnte. Wegen des hohen Wasserdrucks von 4,5 bar (der Druck in einem Autoreifen beträgt zum Vergleich ca. 2 bar ) bestand sie aus durchbohrten Kalksteinblöcken (90x90x50cm), deren Röhrenbohrung einen Innendurchmesser von 28 cm besaß. Zahlreiche Segmente dieser Röhrenabschnitte wurden beim Bau der römischen Brücke über den Eurymedon wohl nach dem verheerenden Erdbeben von 363 n.Chr., der weite Teile des Aquaedukts zum Einsturz brachte, wieder verwendet und blieben somit erhalten.
Die Römer kannten also schon das Prinzip der kommunizierenden Röhren und brachten dies in vollendeter Weise zur Anwendung. Das Wasser sammelte sich im nördlichen Wasserturm, floss dann in einem Winkel von 30° in den unteren Teil, um dann, nach Überquerung des Tals im südlichen Wasserturm wieder hoch gedrückt zu werden. Hier wurde es ebenfalls in einem offenen Becken gesammelt, wobei die mitgeführte Luft entweichen konnte. Wenn ein bestimmter Wasserstand erreicht war, wurde das Wasser, um einen Druckabfall zu vermeiden, über den folgenden Abschnitt der Leitung hinüber zum Burgberg geführt und in das öffentliche Wassersystem eingespeist. Von Bedeutung war auch, wie die inneren Wände der Röhren bearbeitet waren. Neuere Forschungen haben im Modellversuch gezeigt, dass bei ganz glatten Wänden starke Wellen entstehen konnten, wenn die Leitung zum Auffüllen der Tanks geöffnet werden musste, dass zu rauhe Wände zu einer deutlichen Reduzierung der Fließgeschwindigkeit geführt hätten, dass hingegen die Reibung, die durch die Handbearbeitung der Innenwände entstanden ist, die Ideallösung geboten hat. Eine Besonderheit stellten die kleinen Löcher von ca. 3 cm im Durchmesser dar, die in Steigleitungsblöcken gefunden wurden. Sie verhinderten Turbulenzen, indem das Wasser/Luftgemisch abgeführt werden konnte. Die bei Vitruv genannten "colliquiaria", deren eigentliche Bedeutung nicht sicher überliefert ist, könnten mit den kleinen Löchern identisch sein.






