
Patara liegt im Herzen Lykiens, einer Region mit jahrhundertelanger
Geschichte, mit einer atemberaubenden Landschaft und etlichen Kilometern unverbauter Küste. Patara war schon von Anfang an der größte und wichtigste Seehafen der lykischen Zivilisation.
Der
Mythologie zufolge ist hier der Geburtsort von
Apollo und auch der Heilige Nikolaus soll in Patara geboren sein.

Offiziell taucht Patara in den Dokumenten der Weltgeschichte anläßlich der Eroberung durch Alexander den Großen im Jahre 333 v. Chr. erstmalig auf. Wo heute Schilf wächst, lag Patara, der wohl bedeutensde Hafen Lykiens, einer der Knotenpunkt des Mittelmeerverkehrs. Ägyptische Händler, germanische Legionäre, römische Beamte und lykische Patrizier lebten in der Großstadt am Xanthos Fluss. Paulus machte hier Station auf seiner
Reise von
Milet nach Judäa. Erst im 13. Jahrhundert hatten der Xanthos-Fluss und die Dünen dann endgültig den Kampf gegen die Stadt gewonnen und die Bewohner gaben auf.
Das Bouleuterion von Patara
Wenn man die historischen Quellen und die epigraphischen Belege aus ganz
Lykien auswertet, wird deutlich, dass bereits in der hellenistischen Zeit in den lykischen Städten eine boule und ekklesia (Versammlungsgebaude des lykischen Bundes) zu den demokratischen Institutionen gehörten. Die Verwendung des Gebäudes für die Ratsversammlungen beider Gremien in Patara ist daher wahrscheinlich. Ausserdem sind die Texte der im Bereich des Bouleuterions entdeckten Inschriftblöcke für die Benennung des Gebäudes wichtig. Es handelt sich dabei um Beschlüsse des lykischen Bundes. Sie unterstützen auch die Annahme, dass das hier genannte Versammlungsgebäude als Machtzentrum des in der Hauptstadt Patara stationierten koinon diente.
Ein Theater in den Dünen

Hinter den Ruinen der Stadt folgt man dem Anstieg auf eine der mächtigen Wanderdünen in Richtung Strand von Patara. Und plötzlich schaut man hinab in ein riesiges, frisch ausgegrabenes Theater. Ein unglaublicher Anblick - hinter Ihnen der weite Strand und das Meer und vor Ihnen die geisterhafte Ruinen-Kulisse des antiken Patara.
Eine Stadt in Ruinen:
Man kann sie gar nicht übersehen, die Ruinen. Auf dem Weg zum Strand steht mächtig der Triumphbogen des Metius Modestus, eines römischen Gouverneurs aus dem 2. Jahrhundert. Am alten Hafen ragen die Quadermauern der alten Kornspeicher aus dem Sand. Beim Marsch durch das allgegenwärtige Schilf steht man plötzlich in einem alten Badehaus. Stößt auf einen korinthischen Tempel. Und kann weitersuchen nach dem spurlos verschwundenen einst berühmten
Apollo-Tempel, der irgendwo noch unter dem Sand liegt.