Nach einer Stadtrundfahrt erklommen wir die Burg von Van. Sie ist der wichtigste und prachtvollste Bürge der Urartäerkultur, die vor ca. 3000 Jahren begann.
Während des ersten Weltkrieges wurde die Stadt zerstört und später in 5km Entfernung neu gegründet.
Am zweiten Tag ging es nach dem Frühstück mit dem Bus ostwärts. In der Nacht tobte noch ein kleines Unwetter mit Sturm und Regen, jetzt hatten wir strahlenden Sonnenschein. Nach einer kurzen Busfahrt haben wir die alte Burg-Ruine von Çavuştepe besichtigt, haben Mehmet getroffen. Er hat uns seine Burg gezeigt. Er allein kann noch die alte Keilschrift der Urartäer lesen und schreiben, die in den Felsen geschlagen ist. Auch hatte er noch altes Getreide in seiner Tasche. Es war es im Laufe der Jahrtausende versteinert.
Auf dem Rückweg besuchten wir dann noch eine berühmte Kelimweberei, die seit Generationen im Familienbesitz ist. Kelim – Herstellung ist eines der wichtigsten Handwerksprodukte in Van. Leider waren die Preise unverhältnismäßig hoch, so dass die erhofften Geschäfte nur spärlich zustande kamen.
In unmittelbarer Nähe befand sich ein Gehege, in dem sich die so bekannten Van-Katzen befanden. Es ist schon faszinierend, wenn die Katze dich aus einem bernsteinfarbigen und einem blauen Auge anschaut. Sie sind streng geschützt, da sie unter Artenschutz stehen.
Aber jetzt wollten die Frauen gerne noch die alte armenische Kunst der Silberschmiede kennenlernen. Erst ging es in die Werkstatt, dann aber ganz schnell in den Verkaufsraum. Viele haben zugeschlagen, zum Leidwesen ihrer Ehemänner, die das Portemonnaie zücken mussten.
Noch ein kleiner Rundgang auf der Insel deren Blütenvielfalt alle überwältigt, einige Souvenirs gekauft, dann bringt uns das Boot wieder ans Festland.
Weiter geht die Fahrt westwärts über Tatvan zu den Krater-Seen auf dem Berg Nemrut. Hier müssen wir in 2 Kleinbusse umsteigen, da die Straßen schmal, schlecht und staubig sind. Im Krater befinden sich 2 Seen, ein großer blauer Kalter und ein kleiner grüner warmer See, der seine Hitze aus dem Erdinneren erhält. Überall sind schönste Blumen und Gräser zusehen. Wir genießen diesen Anblick.
Anschließend steigen wir wieder in unseren Bus und besuchen noch die alten Selçuken-Gräber von Ahlat. Auf diesem alten Friedhof befinden sich etwa 1000 Grabsteine, die zwischen dem 12.-16. Jh. datiert sind. Heute haben wir viel gesehen und erlebt, jetzt geht es zurück zum Hotel und ans Büffet.
Am vierten Tag geht es per Bus nun nordostwärts, endlich Richtung Ararat. Wir sind sehr gespannt, ob er sich heute wolkenlos in voller Größe zeigt?
Der Berg Ararat ist ein alter Vulkan. Er besteht aus zwei Gipfeln. Die Höhe des großen Ararat beträgt 5165m, er ist der höchste Berg der Türkei. Der kleine Ararat hat eine konische Form und ist 3925m hoch. Beide entstanden durch vulkanische Explosionen. Die mit Schnee bedeckten Gipfel sind die Sensation in Ostanatolien. Der legendäre Berg ist angeblich der Platz, wo Noah seine Arche ans Land gesetzt hat. Eindeutige Beweise fehlen jedoch bis heute.
Wir nähern uns dem ach so majestätisch vor uns auftauchenden, schneebedeckten gigantischen Fünftausender. Er präsentiert sich in voller Größe, bombastisch und wolkenfrei, so ein Glück.
Weiter geht es ostwärts zur türkisch-iranischen Grenze. Hinter den Gittern schießen wir schnell noch ein Foto vom überlebensgroß dargestellten Ayatholla Kohmeni. Irgendwie ist die Stimmung hier beklemmend.
Unterwegs in Muradiye gab es noch einen schönen Wasserfall zu bewundern, den man nur über eine schauklige Hängebrücke erreichen konnte. Studenten/innen aus der Uni Bitlis forderten uns auf, mit ihnen zu tanzen, wollten Fotos mit uns machen. Es war eine sehr fröhliche, für uns überraschende Begegnung.
Dann wurde es Zeit zurückzukehren.
Am letzten Tag während des Frühstücks direkt am See kamen einige Wolken auf. Für uns ging eine sehr schöne Zeit zu Ende. Wir mussten unsere Koffer packen, weil es heute zurück nach Alanya ging. Da es noch etwas Zeit gab, fuhren wir noch einmal in die Stadt hinein. Einige von uns wollten das Van - Museum besichtigen, andere noch schnell Kelims oder Silberschmuck kaufen.
Unseren Guide Halim haben wir dann am Flughafen abgesetzt und ihm einen guten Flug nach Istanbul gewünscht. Wir flogen später über Ankara zurück nach Alanya.
Wir fanden von der Infrastruktur her ein erstaunlich entwickeltes Gebiet mit gut ausgebauten Straßen, modernen Städten mit Gymnasien und Universitäten aber vor allen Dingen mit einer kontaktfreudigen und sehr freundlichen Bevölkerung, die zu 80 Prozent kurdisch ist, vor. Wir hatten immer das Gefühl, dass wir als Yabancı hier gerngesehene Gäste sind.
Auch die Reisezeit war richtig gewählt. Der Frühling mit seinen blühenden Wiesen, das satte Grün ließ die ohnehin grandiose Landschaft mit dem riesigen Van – See und den noch schneebedeckten Bergen im Hintergrund noch prächtiger erscheinen.
Da auch die Reisegruppe von Größe und Zusammensetzung stimmte, kann man von einer gelungenen Reise sprechen.
Programm und Reiseleiter, aber auch Bus und Fahrer waren vorbildlich. Sie haben für uns die besten Seeblickzimmer im Hotel gebucht.
Karin Jurthe






