Seleukeia
Folgen Sie der Strasse ins Landesinnere von Manavgat aus, die leicht ansteigend und kurvenreich in Richtung Staudamm Oymapinar führt. Ein Straßenschild weist nach links auf die antike Stadt Seleukeia hin. Hoch auf einem langen Bergrücken gelegen bietet Seleukeia eine hervorragende Rundsicht zur Küste und in das Taurusgebirge. Verbringen Sie ruhig einige Zeit an diesem historischen Ort.
Verschiedene Schreibweisen haben häufig zu Irritationen geführt, weshalb Seleukeia nur selten besichtigt wird. Als Abwechslung vom tristen Strandleben bietet es allerdings in nur 15 Kilometer Entfernung gelegen eine tolle Abwechselung.
Reste imposanter Gebäude, einer großzügig angelegten Agora die eingefasst wird von zweigeschossigen Gebäuden, ein Stadttor, ein Mausoleum, ein Römisches Bad, ein riesiger Necropolis sowie verschiedene Tempel und Kirchen weisen auf die Bedeutung dieser Stadt in vergangener Zeit hin.
Seleukeia wurde in früheren Zeiten als Stadtburg zum Zweck einer letzten Verteidigung im Angriffsfall und zum Schutz von Side gegründet. Im 2. Jhd. v. Chr. floh nach der Eroberung Sides durch Piraten ein Teil der Bevölkerung nach Seleukeia. Die in dieser Zeit errichtete Bronzestatue von Apollo ist im Antalya Museum ausgestellt. Während der Pax Romana verloren die Burgstädte langsam an Bedeutung. Die bedeutendste der Ruinen ist die der zwischen zwei Schluchten gebauten Stadtmauer. Sie war neun Meter hoch, und in ihrer Mitte befand sich das fünf Meter hohe Stadttor, dahinter die quadratische Agora. In ihrer südöstlichen Ecke liegt das Odeon mit sechs Sitzreihen, in dem neben Musikkonzerten auch die Sitzungen des Stadtparlamentes stattfanden. In der nordwestlichen Ecke sieht man die Überreste einer Kapelle mit einer einzelnen Apsis, die in byzantinischer Zeit erbaut wurde und deren äubere Absismauern vieleckig errichtet worden waren. Im Norden der Agora sieht man in einer Entfernung von 20 m die Überreste des Apollo Tempels mit einer Cella und Marmorpodest.
Wie aus den zusammengefallenen Mauersteinen vor dem Tempel geschlossen wird, wurde wegen in nachfolgender Zeit entstandener Gefahren eine zweite Innenmauer errichtet. Am Westhang des Geländes, auf dem sich die Ruinen befinden, liegt eine damals heilige Höhle, in der heute noch Trinkwasser vorzufinden ist und die in antiker Zeit für Taufzeremonien verwendet wurde. Westlich der Höhle befinden sich am Hang die Überreste eines römischen Badekomplexes, der in der Mitte drei Bereiche und an den Seiten verschiedene Räume hatte und dessen Boden mit Mosaiken belegt war. Im Südwesten des Bades stand eine grobe Basilika, deren Boden, unter dem sich Sarkophage befanden, mit farbigem Marmor bedeckt war.
Zu spätbyzantinischer Zeit, also im 8ten und 9ten Jahrhundert war Seleukeia eines der Hauptquartiere Klein Asiens, verlor dann aber mehr und mehr an Bedeutung bis es schließlich nur noch wenigen Einheimischen bekannt war.




