Gründung und Fundamente - Planungsdetails

Gründung und Fundamente

Nachdem nunmehr die planerischen Voraussetzungen erfüllt sind, das Grundstück eingemessen, die Architektenpläne und auch die Statik vorliegt, kann mit dem eigentlichen Bau begonnen werden.

Grundsätzlich muß in der Türkei eine Baugrunduntersuchung vorgenommen werden, woraus der Schichtenaufbau und damit natürlich auch die Tragfähigkeit des Untergrundes hervorgeht. Diese Untersuchung hat in derTürkei aufgrund der geforderten Erdbebensicherheit eine besondere Bedeutung und muß von zugelassenen Geodäsieingenieuren vorgenommen werden. Das Ergebnis muß schriftlich vorliegen und dem Statiker zur Kenntnisnahme übermittelt werden.

Der Statiker übernimmt mit seiner Unterschrift die Gewährleistung für die errechneten Querschnitte der Fundamente und der Bewehrung. Sollte die Tragfähigkeit des Bodens nicht ausreichend sein, errechnet er die benötigten Zusatzmaßnahmen. Der Statikingenieur sollte später auch die vom Bauunternehmen ausgelegte Bewehrung prüfen. Meistens genügt schon die Ankündigung dieser Prüfung um ordentliche Bewehrungslagen zu erhalten.

Erneut bleibt zu sagen, aus Europa bekannte Regeln gelten auch in der Türkei, teilweise sind die Vorschriften sogar strenger.

Verstärkt kommen beim Bau von Villen auch so genannte Streifenfundamente zum Einsatz. Diese sollen die gesamte Belastung des späteren Gebäudes auf den Baugrund übertragen. Sie sind deshalb exakt nach den Vorgaben des Statikers zu bewehren. Ist dies ordentlich gemacht, ist der Rest einfach. Die Nutzung solcher Streifenfundamente bieten den Vorteil, dass alle Hausentwässerungsleitungen unterhalb der Betonplatte verlegt werden können. Die nachträglichen und damit die Bodenplatte stark gefährdenden Stemmarbeiten könnten so komplett entfallen.

Leider zeigt die Erfahrung vor Ort, das man diesen Schritt nur sehr ungern tut, denn er verlangt exaktes Arbeiten nach Plan. Die sauber  verlegten Grundleitungen unterhalb der Bodenplatte können allerdings problemlos, mit Gefälle versehen, im Sand eingebettet und somit vor jeder Beschädigung geschützt sein. Auch die Reinigungsöffnungen beidseitig der Bodenplatte wird nur zu oft vergessen.

Sind die aufsteigenden Rohrleitungen sauber fixiert, der Füllraum bis zur Fundamentoberante aufgefüllt und verdichtet, mit einer Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt, kann mit dem Verlegen der Baustahlmatten für die Bodenplatte begonnen werden. Hier ist besonders darauf zu achten, das der Baustahl überall gleichmäßig von unten mit Beton überdeckt wird. Das verhindert Korrosion und somit späteres Brechen der Bodenplatte. Auch die Verwendung von Dichtungsmitteln im Beton ist durchaus von Vorteil.

Einmal gegossen, sollte mindestens 7 Tage niemand die Bodenplatte betreten. Der Beton hat seine Endfestigkeit erst nach 28 Tagen erreicht. Trocknet er zu schnell, wird er nie besondere Festigkeit erreichen, so ist während der Trocknungszeit auch das Bewässern zwangläufig notwendig.

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