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Der Löwen- und Schlangenstein im Phryger Tal

  • Geschrieben von Portal Editor
Der Löwen- und Schlangenstein im Phryger Tal

Unsere Tour in das Tal der Phryger bei Afyon, das sich von Döğer (bei İhsaniye) über Alanyurt bis nach Seydiler erstreckt, sollte uns auch zu dem bekannten Monument der Phryger, dem Löwen- und dem Schlangenstein führen.

Von den Türken mit Frig Vadisi bezeichnet, findet man an der gesamten Strecke herrliche Tuffsteinkamine vergleichbar denen in Kappadokien.

Der Ort Ayazini, in byzantinischer Zeit mit Metropolis genannt, liegt im Landkreis İhsaniye in der türkischen Provinz Afyonkarahisar, etwa 15 km östlich der Stadt İhsaniye und 30 km nördlich der Provinzhauptstadt Afyonkarahisar. Der Ort liegt in einem von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Tal, das eine Tufflandschaft aufweist, die von Felsenkirchen und -wohnungen in der Art der kappadokischen Höhlenbauten stark prägend durchzogen ist. Der bedeutendste sakrale Bau aus römischer Zeit  ist eine byzantinische Kreuzkuppelkirche im Südwesten des Tals. Sie weißt in ihrer Konstruktion ein Tonnengewölbe auf, eine Reihe von sechs (zwar abgebrochenen) Säulen sowie eine weiter in den Felsen hinein reichende Taufkapelle. Bemerkenswert ist, dass Haupt- und Nebenapsiden sowie ein Teil der Kuppel nicht nur von innen in den Stein hinein gearbeitet sind, sondern auch an der Außenseite modelliert sind.

Im weiteren Verlauf des Tals finden sich noch kleinere Kapellen, ein größerer Wohn- und Klosterkomplex in einem Nebental sowie Felsengräber römischen Ursprungs. Einige dieser Gräber befinden sich oberhalb des islamischen Friedhofs, darunter das Grab mit den ionischen Säulen, das in zwei Stockwerken jeweils zehn Nischengräber enthält. Das Grab wurde in byzantinischer Zeit in eine Kirche umgewandelt. In einem weiteren Grabbau ist ein Relief mit zwei Löwen zu sehen.

Während der Fahrt trifft man immer wieder auf in den Fels gehauene Siedlungen, die noch bis in die byzantinische Zeit hinein bewohnt waren. Wohnungen, Klöster, Kirchen und kleine Burgen aus der Frühzeit des Christentums sowie Felsengräber und Straßen aus der phrygischen und hethitischen Zeit. Hier lagen auch die Treffpunkte der Emre-Derwische aus der Frühzeit des Islams in Anatolien.

Der bekannte Aslantaş (türkisch für Löwenstein) und der Yılantaş (Schlangenstein) sind zwei monumentale, phrygische Felskammergräber im phrygischen Tal, etwa 40 Kilometer nördlich von Afyon.  Aslantaş wurde 1882 vom schottischen Archäologen William Mitchell Ramsay entdeckt. Es ist in einen zehn Meter hohen Felsblock gehauen. Auf halber Höhe liegt die Grabkammer, beidseitig bewacht von zwei stehenden Löwenfiguren. Auf der Höhe der Grabkammer befinden sich zwei weitere, kleinere, liegende Löwenfiguren, die wegen ihres schlechten Erhaltungszustands schwer zu erkennen sind. Der türkische Archäologe Ekrem Akurgal erkennt in ihnen ionische Einflüsse und datiert das Monument deshalb auf das 6. Jahrhundert vor Christus.

Wenige hundert Meter entfernt liegt Yılantaş, ein eingestürztes Felsengrab gleicher Art. Der Name rührt von der Tatsache her, dass die einheimischen Bauern die herab gefallenen Löwenpranken für Schlangendarstellungen hielten. Nicht weit entfernt liegt die ebenfalls phrygische Kultfassade Maltaş.

Weitere sehenswerte Monumente im Phryger Tal sind:

  • İsehisar: Spitze Steinformationen (Karakaya und Kırkiler) und Felsengräber aus byzantinischer Zeit.
  • Alanyurt
  • Ayazini: Antike Stadt Metropolis und alte Felsenkirchen aus der römisch-byzantinischen Zeit, Burg Avdalaz
  • Aslantaş und Yılantaş, phrygische Felskammergräber mit Löwendarstellungen. Spuren einer zweispurigen antiken Straße Afyon-Seyitgazi.
  • Die phrygische Kultfassade Maltaş
  • Das phrygische Kybele-Monument Arslankaya
  • Döğer-İhsaniye: Felsensiedlungen Demirli und Bayramaliler Kalisi, Gebäude der Emre-Derwische

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