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Knidos - eine antike Hafenstadt auf der Halbinsel

Knidos - eine antike Hafenstadt im Südwesten Kleinasiens

Die antike Stadt von Knidos (Marmaris) hat wohl die beeindruckensten Ruinen auf der Halbinsel und war auch die wohl am weitesten entwickelte Stadt in Hinsicht auf Architektur, Kunst und Wissenschaft.

Der berühmte Astrologe und Mathematiker Eudoksus, der Physiker Euryphon, der berühmte Künstler Polygnotos und der Architekt Sostratos, der auch den Leuchtturm von Alexandria – eines der sieben Weltwunder der Antike – gebaut hat, lebten hier.

Das Stadtzentrum von Knidos wurde auf abfallenden Terrassen, die bis zum Meer reichen auf dem Hauptland der Halbinsel, das auch Deveburnu (Kamel Rücken) genannt wurde, gebaut. Gegenüber lag die eigentliche Insel. Zum Zweck der Verbindung von Insel und Festland wurden zwei künstliche Häfen rechts und links angelegt und der Teil dazwischen hoch gezogen. So entstanden auf der einen Seite zwei Häfen, einer davon als Militärhafen, der über zwei kreisförmige Kontrolltürme verfügte und im Westen lag und der andere als Zivilhafen für Fischer und Handelsschiffe. Einer der Kontrolltürme ist noch erhalten.

Am Eingang dieser antiken Stadtanlage ist neben einigen Unterkünften für das Personal ein kleines Museum für das Personal untergebracht. Dieser Punkt liegt jetzt am äußersten Ende der Halbinsel. Wenn bei starkem Wind eines der Hafenbecken sehr stürmisch und hohen Wellen ausgesetzt war, kann man davon ausgehen, das es im anderen Hafen fast windstill und ruhig war.  Unser Blick konnte vom ägäischen Meer zum Mittelmeer schweifen, denn die Halbinsel von Datca trennt diese beiden Regionen.

Die Stadt war einst rings um von einer 4 Kilometer langen Verteidigungsmauer umgeben, die sogar dem Verlauf der heutigen Straße folgte. Hinter den Stadtmauern gab es eine großzügige Nekropole, die sich bis zu 7 Kilometer in die Länge zog. Die Art der Konstruktion und das Erscheinungsbild der runden und der eckigen Türme, mit der dieantike Stadt ausgestattet war, passt genau in die Zeitspanne des Königs Maussollos von Halikarnassos.

Knidos hatte zwei Theater, eines mit einer Kapazität von 20.000 Zuschauern, das andere von etwa5.000 Zuschauern. Das größere der beiden Theater lag auf der Bergspitze. Seit dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast der gesamte Marmor entfernt worden ist, sind nur noch wenige Spuren sichtbar. Der Tempel der Aphrodite übersieht die beiden Häfen und ist der schönste Platz in den Ruinen. Der kreisrunde Tempel misst 17 Meter Durchmesser. Die Türen des Tempels öffneten nach innen wo die Statue der Aphrodite aufgestellt war. Leider ist heute nur noch ein Block zu sehen. Die Sonnenuhr, die von Eudoksus erfunden wurde, ist einer der erhaltenen interessanten Punkte dieser antiken Stadt. Hier war es schon vor zweitausend Jahren möglich, die Zeit und die Jahreszeit zu messen.

Der im korinthischen Stil  vom Architekten Stratos erbaute Tempel des Apollo befindet sich oberhalb des Theaters auf der höchsten Stelle des Berges. Es gab auch einen dorischen Tempel, der später als eine frühe christliche Kirche genutzt wurde. Die farbenprächtigen Mosaikböden der Kirche sind immer noch zu sehen. Die Stoa, die von dem berühmten Architekten Sostratus erbaut wurde, ist 113 Meter lang, 16 Meter breit und beinhaltet Räume, die exakt 5,00 x 3,80 Meter groß sind. Alle Räume öffnen sich nach Süden.

Im 6. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt Knidos reich und ließ für sich selbst ein Marmordenkmal in Delphi bauen. Die Stadt kontrollierte die gesamte Halbinsel von Datca als um 540 vor Christus die Perser ihr Reich weiter bis zum Ägäischen Meer ausweiteten. Die eindrucksvollste Zeit war allerdings die hellenistische Periode um 330 vor Christus.

Viele markierte Amphorengriffe aus Knidos sind bei Athen, bei Delos und Alexandria (in Ägypten) und sogar im nördlichen Teil des Schwarzen Meeres gefunden worden.

All dies sind stumme Zeugen der Bedeutung, die diese Stadt im Handel mit Wein und Olivenöl gespielt hat. Knidos wurde vom 2. Jahrhundert an ebenfalls bedeutend als Herstellungsort für verschiedene Töpfereiwaren. Im 7. Jahrhundert nach Christus wurde Knidos von arabischen Seeräubern stark zerstört.

In der Folgezeit gab es mehrere Erdbeben, die der Stadt auch stark zusetzten und darin liegen auch wohl die Gründe, die Stadt aufzugeben und zu verlassen.

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