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Bisher 37 byzantinische Schiffswracks in Yenikapi ausgegraben

37 byzantinische Schiffswracks in Yenikapi

In den vergangenen 10 Jahren ist es Archäologen gelungen, eine Reihe sehr gut erhaltener Schiffswracks aus byzantinischer Zeit zu entdecken und auszugraben, die aufgrund ihres Erhaltungszustandes einen tiefen Einblick in die Geschichte des Schiffsbaus erlauben.

Die aufgefundenen Wracks datieren aus dem fünften bis elften Jahrhunderts.

Seiner Zeit war Konstantinopel oder Byzanz ein florierendes Zentrum des Handels und eine der mächtigen Metropolen der Welt. Einer der Häfen dieser Metropole lag gegenüber des belebten Konstantinopels im Bezirk Yenikapi, wo bei Ausgrabungen auch die Schiffe gefunden wurden. Wir hatten seiner Zeit auch über die Funde bei der Erstellung des Projekts Marmara Tunnel berichtet.

"Noch nie zuvor hat man eine so große Anzahl und so viele verschiedene Arten gut erhaltener Schiffe an einem Ort gefunden, " sagte der Autor der archäologischen Studien des "Institute of Nautical Archaeology" an der Texas A & M University Cemal Pulak und fügte hinzu: "Noch faszinierender ist die Tatsache, dass wir jetzt verfolgen können, wie sich Schiffbau und Schiffsdesign im Laufe von fast einem halben Jahrtausend veränderten. "

Die Archäologen gehen in ihrer Arbeit sehr vorsichtig vor, erstellen Zeichnungen und Fotografien, die den Ablauf der Grabungen genauestens dokumentieren. Schon jetzt ist klar, das die hohe Zahl der Fundstücke wohl weltweit etwas Einmaliges sein wird, gerade auch wegen des guten Erhaltungszustandes. Aus den konstruktiven Details der Wracks wurde mit großem Erstaunen auch die technisch-handwerkliche Schiffsbaukunst hervorgehoben. Bisher sei man der Ansicht gewesen, das bereits hier verbaute Techniken erst späteren Schiffbaugenerationen zuzuordnen gewesen wäre.

"Durch die sorgfältige und zeitraubende Detektivarbeit, die wir umsetzen, beginnen wir zu verstehen, wie diese Schiffe gebaut, geändert, überarbeitet und verwendet wurden", setzte Pulak seine Angaben fort. "Mit diesen Methoden versuchen wir, die konstruktiven Ideen der Werften und ihrer Gestaltung und Konzeption der Prozesse nachzuvollziehen, um die Geschichte der Wissenschaft und Technik besser zu verstehen."

So ist an einigen Wracks bereits die Skelettbauweise festzustellen, eine Konstruktionsart in der zunächst Rahmenkonstruktionen aneinander gereiht werden, die dann im zweiten Arbeitsschritt außen beplankt werden, eine Bauweise, die man eigentlich als Erfindung des Mittelalters sah. Auch die Muschelbauweise ist gut als Zwischenstufe zu erkennen. Die Länge der einzelnen Wracks variiert zwischen 26 und 48 Metern. Auch erste Ruderanlagen sind zu erkennen, erstmalig bei Schiffen aus byzantinischer Zeit.

Die Schiffe werden zukünftig in einer geplanten Ausstellung in Istanbul gezeigt werden, obwohl die Maßnahmen zur Erhaltung der Schiffe sicherlich noch einige Jahre dauern werden.

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