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Rundgang durch das Amphitheater von Salona

Amphitheater von Salona

Wie leider zu oft, war auch diesmal wieder unser Zeitfenster zu eng gewählt, so das es nur zu einem kurzen Rundgang durch das Amphitheater von Salona reichen sollte.

Nichts desto trotz waren wir tief beeindruckt, von dem, was wir in der unmittelbaren Nähe von Split zu sehen bekommen sollten: die Überreste des monumentalen Amphitheater-Bauwerks aus römischer Zeit. Heute kann man nur mehr große Teile der Unterbauten dieses monumentalen Amphitheaters sehen, außerdem verstreut umher liegende, einzelne Teile der Dekoration.

In der Blütezeit der antiken, römischen Stadt Salona wurde in der nordwestlichen Ecke dieser Metropole und erst nach der Errichtung der komplexen Stadtmauern mit dem Bau des Amphitheaters begonnen. Für römische Stadtplanung ist dies eher ungewöhnlich, da die Unterbringung eines so monumentalen Gebäudes von immerhin 125 x 120 Metern in einer Stadt doch recht schwierig ist. Kein Wunder also, dass das Theater mit Teilen der Umfassungsmauern nach Nordwesten hin mit in das Verteidigungssystem Salona´s integriert wurde.

Im Gegensatz zu den Theaterbauten waren die Amphitheater von vorn herein für Gladiatorenkämpfe geplant und umgesetzt worden, die Wissenschaft streitet allerdings bis heute, ob die Amphitheater aus dem Zusammenfügen von zwei Theaterbauten entstanden sind, oder ob es grundsätzlich zwei völlig unterschiedliche Entwicklungen gab, die erst unter den Römern in der Form des Amphitheaters entwickelt wurden. Hier in Salona fanden einst etwa 17.000 Zuschauer Platz, um die Wettkämpfe der Gladiatoren live zu verfolgen. Die Arena allein hatte eine Größe von 65 x 40 Meter, sie war fast komplett mit einem überdachten und mit Naturstein gepflasterten Gang umgeben. Etwa in der Mitte der Arena gab es den Zugang zu einem unterirdischen Gang, durch den verletzte oder tote Gladiatoren abtransportiert werden konnten.

Der Komfort für Besucher wurde schon damals groß geschrieben, so gab es eine Unterteilung des Zuschauerbereichs in drei Ränge: im ersten Rang saßen die wohlhabenden Bürger und Honoratioren der Stadt, im mittleren Rang das normale Bürgertum und im dritten Rang gab es Stehplätze für das übrige Volk. An der Südseite innerhalb des Zuschauerbereichs befand sich die besonders prächtig gestaltete Ehrenloge des Prätors der Provinz Salona während die Stadtmagistrate auf der gegenüber liegenden Tribüne Platz nehmen mussten. Wie auch in anderen Amphitheatern waren Holzkonstruktionen an der oberen äußeren Fassade des Theaters angebracht, um an ihnen Sonnensegel aus Leinen zum Schutz der Zuschauer zu befestigen.

Im Osten und Westen des Amphitheaters befanden sich die Haupteingänge, beidseitig gab es Käfige für die Raubtiere, so das die Zuschauer auch die Tiere in den Käfigen als "Tierschau" passieren konnten. Bei den Ausgrabungsarbeiten fand man an der Nordseite außerhalb des Theaters auch den Gladiatorenfriedhof, im Inneren gab es zwei überwölbte Räume, die zur Huldigung der Göttin Nemesis (Göttin der Rache) eingerichtet waren. Die Götting Nemesis war eine Schutzpatronin der Gladiatoren.

Mit der Verbreitung des Christentums, die Christen wurden bekanntermaßen zunächst von den Römern verfolgt und erste christliche Märtyrer von Salona verloren im Theater gar ihr Leben, kein Wunder also, dass später die Gedenkräume der Nemesis in Gedenkkapellen umgewandelt wurden. Nach der Umwandlung des christlichen Gedankenguts zur Staatsphilosophie wurden Wände und Decken mit Fresko-Malereien über das Leben der Christen ausgestattet, die man bei Ausgrabungen wieder entdeckte.


Als im 17. Jahrhundert die Türken immer weiter auf das unter venezianischer Herrschaft stehende Split zurückten, wurde auf Befehl des venezianischen Stadthalters ein großer Teil des Amphitheaters zu strategischen Verteidigungszwecken abgerissen.

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