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Jubiläumswarte Wien – Spaziergang im Wiener Wald

Jubiläumswarte Wien – sonntäglicher Spaziergang im Wiener Wald

Sonnenschein und der Drang nach Bewegung hatte uns hinauf zur Jubiläumswarte im Wiener Wald gelockt, einem Aussichtsturm auf dem Gallitzinberg am westlichen Stadtrand von Wien.

Die so genannte Jubiläumswarte befindet sich auf der Vogeltennwiese auf einer Seehöhe von 449 Metern. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform der Jubiläumswarte ist normalerweise frei zugänglich, in den Wintermonaten ist sie wegen möglichen Eises oftmals jedoch geschlossen.

Bereits im Vorjahr hatten wir die Aussichtsplattform einmal besucht, damals herrschte allerdings dichter Nebel, so dass der Blick über den Wienerwald und die Stadt Wien im Verborgenen blieb. Auf der Aussichtsterrasse in 31 Meter Höhe über Grund hat man, bei guter Sicht, einen hervorragenden Rundumblick nach Westen über den angrenzenden Wienerwald und nach Osten über das Wiener Stadtgebiet. Die Treppe hinauf auf die Aussichtsterrasse ist 90 cm breit und bis zur Plattform sind es 183 Stufen, nicht ganz wenig für den ungeübten Treppengänger. An klaren Tagen, wie unserem jetzigen Besuch, ist der Ausblick über weite Teile des Wiener Beckens hervorragend. Am Horizont sind dann im Osten die Hainburger Berge und das Leithagebirge zu sehen, im Süden die Kalkalpen mit dem Schneeberg. An besonders klaren Tagen kann man im Nordosten auch noch die Weißen Karpaten erkennen.

Wiener Waldschule und Wanderwege

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_wiener_wald-2.jpgDirekt neben dem Aussichtsturm befindet sich die Wiener Waldschule, eine Einrichtung des lokalen Forstamtes, in dem Kindern und Erwachsenen, insbesondere natürlich den Schulkindern an so genannten „Waldschultagen“ mehr Umweltbewusstsein vermittelt werden soll. Vorher eine leerstehende Gaststätte wurde das Gebäude grundsaniert und am 8. Mai 1998 als „Wiener Waldschule“ eröffnet. Und auch wenn wir an diesem Sonntag nicht hineinkonnten, so waren allein die Exponate im Außenbereich schon sehenswert. Mit Schautafeln wird auf den Tier- und Baumreichtum des Wienerwaldes aufmerksam gemacht, besonders anschaulich die Baumabschnitte mit angeschnittenem Querschnitt, die einen guten Einblick in die Artenvielfalt, die Strukturen und der daraus resultierenden Beständigkeit gegen Fäulnis und Insektenbefall aufzeigten.

Zu erreichen ist die Wiener Waldschule und damit auch die Jubiläumswarte mit der Buslinie 52B von den Haltestellen „Jubiläumswarte“ (direkt vor der Warte, wird aber nur dreimal pro Tag und Richtung angefahren) bzw. „Siedlung Kordon“ (liegt weiter entfernt, wird aber öfter bedient), auf Fahr- und Wanderwegen vom Schottenhof und vom Heuberg; weiters mit den Linien 46A und 46B, Haltestelle „Feuerwache am Steinhof“ oder „Savoyenstraße“ und etwa zwanzig Minuten Fußweg. Mit dem PKW erreicht man die Warte über die Johann-Staud-Straße und den Pelzer Rennweg.

Etwas zur Standortgeschichte und den Wanderwegen im Wienerwald

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_wiener_wald-1.jpgIm August 1898 war auf der Vogeltennwiese anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. ein hölzerner Turm errichtet worden. Noch im selben Jahr wurde diese „Kaiser-Jubiläums-Warte“ von einem Sturm geradezu um gefegt. In dem kommenden Jahr fand die Jubiläumsausstellung deshalb im Wiener Prater statt. Für diese Veranstaltung wurde ein 27,5 Meter hoher Eisenturm aufgestellt, der nach der Ausstellung wiederverkauft werden sollte. Der am 14. September 1875 gegründete „Ottakringer Verschönerungsverein“ kaufte das Eisengestell für 35.000 Kronen und stellte es anstelle eines neuen Holzturmes auf dem Standort Gallitzinberg auf. Die Eröffnung des neuen Turmes wurde am 6. Juli 1899 von Bürgermeister Karl Lueger vorgenommen. Der Aufzug wurde jedoch ausgebaut und die Besucher konnten die obere Aussichtsplattform nur über eine Wendeltreppe erreichen.

Am 2. Dezember 1900 wurde neben dem Turm eine Schutzhütte eröffnet, die schon bald zu einem beliebten Ausflugsziel der Bürger Wiens wurde. Schon im Zweiten Weltkrieg und den darauf folgenden Jahren begann der Turm allerdings zu verfallen und wurde daraufhin im Jahr 1952 gesperrt. Auch das Gasthaus hatte inzwischen seinen Betrieb eingestellt. Im Jahr 1953 wurde beides abgerissen. Der Neubau der Warte auf einem neuen Turm wurde 1955 begonnen und am 7. September 1956 erfolgte dann die Eröffnung. Als Baumaterial war Beton gewählt worden, verstärkt und ausgerüstet mit stahlarmierten Pfeilern.

Klar dass sich auch die Wanderrouten direkt an der Waldschule und der Aussichtsplattform wieder zunehmender Beliebtheit erfreuten, besonders seit man die zahlreichen Wanderrouten durch den Wiener Wald farbig markiert und mit Schildern ausgestattet hat. So führen denn auch diese Routen nicht nur von einer Einkehrmöglichkeit zur nächsten, sondern sind im Verbund mit überregionalen Fernwanderwegen zu sehen.

Es war eine Freude, dass wir eine erste Wanderung an den Besuch an der Waldschule und die Aussichtsplattform anfügen konnten und wir freuen uns bereits auf die kommenden Möglichkeiten, den Wiener Wald weiter zu erkunden.

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