In Wanderschuhen entlang der Albanischen Alpen bei Nec

In Wanderschuhen entlang der Albanischen Alpen

Schon während unserer Tour zur osmanischen Brücke Ura e Mesit hatten wir den Weg entlang des Flusslaufs noch einige Kilometer fortgesetzt und waren schnell in einem Tal zwischen den Ausläufern der Albanischen Alpen angekommen, die sich in den letzten Jahren verstärkt als Anziehungspunkt für Bergwanderer etabliert haben.

Nicht zuletzt die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatte mit ihren Investitionen in einigen Dörfern durch Kredite an die Bewohner maßgeblich zur Förderung des sanften Tourismus beigetragen. So gab es Kredite, um Häuser zu renovieren und Fremdenzimmer einzurichten. Zugleich wurde ein grenzüberschreitender Fernwanderweg markiert. Der 192 Kilometer lange Trail "Peaks of the Balkans" führt beispielsweise durch Albanien, den Kosovo und Montenegro. Er brachte mediale Aufmerksamkeit und damit auch die ersten Besucher. Mittlerweile durchquert noch ein zweiter Fernwanderweg die Albanischen Alpen, der Trail "Via Dinarica" von Slowenien nach Mazedonien.

Vielen Urlaubern sind solche Mehrtagestouren von Berghütte zu Berghütte oder entlang der Gästezimmer freilich zu extrem. Sie bevorzugen eher die kurze Rundtour, die sich auch von Shkodra aus sehr gut organisieren lassen. So waren wir zur Erkundung einer beliebten Route zunächst mit dem Auto auf der E762 bis nach Koplik gefahren, dort rechts abbiegend auf der SH 21zum Abzweiger bis nach Rec, wo sich zwei Ausflugslokale befinden, die auch von Albanern gern aufgesucht werden. Von hier aus führt ein Rundwanderweg, der gut ausgezeichnet ist, entlang eines Tal Abschnitts an einem typisch albanischen Bauerndorf entlang bevor er wieder an den Ausflugslokalen endet. Neben den kleinen, sich duckenden Häusern sind uns besonders die Feldumfassungen aufgefallen, die hier aus natürlichem Geflecht gefertigt wurden. Natürlich und effektiv.

Jetzt Anfang November war die Farbenpracht der Laubwälder zwar schon etwas gewichen, allerdings bildete das abgefallene Laub nicht nur eine raschelnde Bodenbedeckung sondern auch noch einige weitere Überraschungen. So waren wir nicht verwundert, das viele Einheimische den Spaziergang auch zum Sammeln von Esskastanien oder Maronen nutzten, die in großen Mengen am Boden lagen.

Im Lokal konnten wir gar einen Rundwanderplan als A4 Papier erhalten, der den ansonsten gut gekennzeichneten Weg wiedergab. Wir fügen ein Foto des Rundwegs bei, der relativ einfach zu begehen war und etwa 3 Stunden dauerte, wobei keine großen Höhendifferenzen zu bewältigen waren. Anschließend gab es im Restaurant am Ausgangspunkt den typisch albanischen Kaffee und natürlich einige Gespräche hinsichtlich weiterer Zielorte. Bleiben Sie gespannt auf weitere Berichte. Ihnen viel Spaß bei Ihrer Planung.

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