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Spaziergang durch die Wümmewiesen bei Ottersberg

Spaziergang durch die Wümmewiesen bei Ottersberg

Bei Ottersberg, etwa 20 Kilometer von Bremen entfernt, verästelt sich die Wümme zu einem Binnendelta, das nach seiner hauptsächlichen Vegetation als Grasland auch Wümmewiesen genannt wird.

Im Winterhalbjahr stehen hier oft große Flächen wochenlang unter Wasser und bilden ein Vogelrastgebiet von internationaler Bedeutung. Nordarm, Mittelarm und Südarm der Wümme vereinigen sich an der Nordostecke des Bremer Gebietes wieder zu einem Fluss, seitdem der hier zum Schutz des Hollerlandes angelegte Hollerdeich die Wümmewiesen nach Süden begrenzt.

 Kultiviert und doch Natürlich - die Wümmewiesen

Unseren diesmaligen Aufenthalts in Bremen wollten wir trotz des durchwachsenen, aber doch überwiegend trockenen Wetters zu einem ausgiebigen Spaziergang von Ottersberg aus durch die Wümmewiesen nutzen. Empfehlenswert für einen ausgiebigen Spaziergang ist in jedem Fall wasserfestes Schuhwerk und Regenzeug, auch wenn zwischenzeitig während unseres Spaziergangs immer wieder die Sonne hervor kam. Die Wiesen- und Feldwege sind teilweise sumpfig oder zumindest nass, so das Gummistiefel durchaus angebracht sein können. Die Wümme ist in ihrem gesamten Verlauf unter Natur- oder Landschaftsschutz gestellt, sie gehört zum europäischen Schutzgebiet Natura 2000. In einem Teil der Wümmewiesen bei Stemmen wurden Weidenalleen und Wildhecken entfernt, um die Fläche für die seltenen Großtrappen attraktiver zu machen.

Eines der größten Schilfgebiete Norddeutschlands

Unterhalb des letzten Wehres in Bremen-Borgfeld ist die Wümme von der Tide beeinflusst, jedoch verhindert seit 1974 das Lesum-Sperrwerk bedrohliche Hochwasser durch Sturmfluten. In diesem Abschnitt bildet der Fluss die Grenze zwischen Niedersachsen und Bremen. Vom Kuhsiel an heißt der Bremer Deich Wümmedeich, die Marsch dahinter Blockland. Bei Trupe mündet von Norden die Wörpe. Deren frühere, natürliche Mündung lag weiter nordwestlich bei den Truper Blänken. Bei Wasserhorst vereinigt sich die Wümme mit der Hamme zur nur 10 km langen Lesum. Den Tidensaum von Wümme und Lesum bedeckt eines der größten Schilfgebiete Nordwestdeutschlands.

Torfschifffahrt auf der Wümme

Vom Nordarm der Wümme zweigen im Bereich Seebergen / Hexenberg / Ebbensiek so genannte Schiffgräben in die Moordörfer Rautendorf, Schmalenbeck und Meinershausen ab. Sie dienten dem Transport des Torfs nach Bremen, wie auch die Semkenfahrt. In Kuhsiel zweigt der schon im 13. Jahrhundert erwähnte Kuhgraben ab, der heute südwärts nur noch bis zur Kleinen Wümme reicht. An seiner Verknüpfung mit dem Dobben lag bis 1826 bei der Südostecke der Bürgerweide der Bremer Torfhafen. Auf der Westseite des heutigen Bürgerparks, damals zwischen Bürgerweide und Bürgerweide-Kämpen wurde zwischen 1817 und 1826 der zirka 3,5 Kilometer lange Torfkanal mit dem Torfhafen angelegt. Die Routen der Torfschiffe führten zuletzt über die Hamme, den Semkenfahrtkanal oder die Wörpe zur Wümme, von dieser über die neue Semkenfahrt zum Torfkanal. Nach der Erschließung der Moorgebiete durch die der Kleinbahn Bremen–Tarmstedt 1900 und der Bahnstrecke Stade–Osterholz-Scharmbeck 1911 fuhren keine Torfschiffe mehr bis nach Bremen.

Ursprungsquellen, Naturschutz und Freizeit

Die Quelle der Wümme liegt im höchsten Teil der Lüneburger Heide im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide südlich von Niederhaverbeck. Nur wenige Kilometer von der Quelle entfernt entspringt auch die Este, die allerdings in die Elbe mündet. Vom Wilseder Berg kommt als größter Quellbach die Haverbeeke, die sich 1,5 km westlich von Niederhaverbeck mit der Wümme vereinigt. Die Wümme fließt von dort zunächst durch naturnahe Niederungen. Sie strömt dann durch Scheeßel und Rotenburg, zu deren Entwicklung einst auch die Mühlen an der Wümme beitrugen.

Nur der Tidenbereich des Flusses ist schiffbar, wird aber fast nur noch von Sportbooten befahren. Das Paddelrevier reicht wesentlich weiter flussaufwärts bis Lauenbrück. Der Wümme-Radweg verläuft am Unterlauf beidseits auf oder hinter den Deichen, weiter flussaufwärts bis zur Quelle überwiegend abseits des Flusses.

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