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Bremen - Weserspaziergang zum historischen Marktplatz

Bremen - Weserspaziergang zum Marktplatz und etwas Historie

Trotz der zeitweilig dunklen, allerdings vorüber ziehenden Wolken nutzten wir auch den kommenden Tag für einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Weser, bevor es über die Brücke zum Marktplatz  und Domshof von Bremen gehen sollte.

Schon der Gang entlang der Weser lässt die lange Historie der Stadt zumindest vermuten, denn die einzelnen Schiffe deuten auf die historischen Epochen hin, so gibt es neben einem Raddampfer diverse Ausflugsschiffe der vergangenen Jahrhunderte und auch zwei Dreimaster, die als Museumsschiffe verschiedenartig als Hotelschiff oder Restaurant genutzt werden.

Zwischen dem 1. und dem 8. Jahrhundert n. Chr. entstanden an der Weser erste Siedlungen, die auf einer langen Düne Schutz vor Hochwasser der Weser und gleichzeitig guten Zugang zu einer Furt durch die Weser boten. Dem Besucher aus dem Inland sei angemerkt, das der Tidenhub aus der Nordsee bis hinauf nach Bremen reicht. Sturmfluten auf der Nordsee hinterlassen deshalb auch in Bremen und auch den Nebenflüssen der Weser ihre Spuren. Doch nun zurück zur Geschichte.

Bereits 150 n. Chr. erwähnte der alexandrinische Geograph Claudius Ptolemaeus eine dieser Siedlungen auf der langen Düne, die damals Fabiranum, auch Phabiranum geschrieben, genannt wurde.

Als Bischofsstadt und Kaufmannssiedlung reicht Bremens Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück. Sie war aber zunächst noch relativ unsicheres Missionsgebiet. So schrieb der Missionar Willehad im Jahr 782: „… hat man uns aus Bremen vertrieben und zwei Priester erschlagen.“ Die Stadt wurde 787 von Karl dem Großen zum Bischofssitz erhoben. Seit 845 Erzbistum, erlangte Bremen unter Erzbischof Adalbert von Bremen (1043–1072) erstmals Einfluss auf Reichsebene.

1260 trat die Stadt der Hanse bei, war in der Hanse aber zeitweise auch ein unsicherer Bündnispartner. Durch den mit der Mitgliedschaft im Hansebund verbundenen Freihandel blühte Bremen auf, wovon bis heute prächtige Baudenkmale zeugen. Die vermehrt zu wirtschaftlicher Bedeutung gelangende Stadt schüttelte teilweise die kirchliche Herrschaft des Bistums Bremen ab und errichtete als Zeichen ihrer weltlichen Freiheit den wohl allseits bekannten Bremer Roland (1404) und ihr Rathaus (1409) auf dem Bremer Marktplatz, welche heute zum UNESCO-Welterbe zählen.

Zum Schutz des zwischen 1574 und 1590 angelegten Weserhafens wurde am Westufer der Weser die befestigte Neustadt angelegt. Die Weser versandete jedoch zunehmend, und für die Handelsschiffe wurde es immer schwieriger, an der seit dem 13. Jahrhundert als Hochseekai genutzten Schlachte anzulegen. Von 1619 bis 1623 bauten deshalb im flussabwärts gelegenen Vegesack niederländische Konstrukteure den ersten künstlichen Hafen Deutschlands.

Der Roland ist Mittelpunkt und ein Wahrzeichen der Stadt. Der originale Kopf des Roland ist im Focke-Museum ausgestellt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er aus Furcht vor Zerstörung durch Bombenangriffe durch eine Kopie ersetzt. Sein Blick ist auf den Dom St. Petri gerichtet, der für Besucher das Dom-Museum und den Bleikeller bereithält. Neben dem Roland steht das Rathaus, in dessen Ratskeller Wein serviert und verkauft wird. An der Westmauer des Rathauses sind die Bremer Stadtmusikanten, ebenfalls ein Wahrzeichen der Stadt, zu finden. Hier endet die Deutsche Märchenstraße. Es schließt sich die ehemalige Ratskirche Unser Lieben Frauen an.

In Verbindung mit dem alten Rathaus steht das Neue Rathaus, das nach Plänen von Gabriel von Seidl im Stil der Neorenaissance gebaut und 1913 eingeweiht wurde. Hier befindet sich die Senatskanzlei, also die Regierungszentrale von Bremen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes befindet sich der Schütting, das Haus der Kaufleute. Die Ostseite des Platzes nimmt das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft ein, an der Westseite steht eine Reihe von vier Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zwischen dem Schütting und der Bremer Baumwollbörse öffnet sich die Böttcherstraße, ein zwischen 1922 und 1931 entstandenes Gesamtkunstwerk. Sie führt zur Martinikirche an der Weser.

Aus der Zeit der Weserrenaissance ist in Bremen eine Anzahl von Gebäuden erhalten geblieben, u. a. zählen dazu: Das Bremer Rathaus (Kernbau aus der Gotik) von 1612 und der Schütting von 1538 – beide am Markt, die Stadtwaage von 1587 und das Essighaus von 1618 – beide in der Langenstraße – und das Gewerbehaus am Ansgariikirchhof von 1620.

Den Spaziergang in den Innenstadtbereich von Bremen kann man allerdings auch ohne die historischen Hintergründe genießen, denn allein die Weserterrassen mit ihren Cafes und Kneipen veranlassten auch uns immer wieder zum Zwischenaufenthalt.

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