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Thasitische Peraia - Siedlung der Einwohner von Thasos

  • Geschrieben von Portal Editor
Thasitische Peraia - Siedlungsgebiet der Einwohner von Thasos

Während unserer Projektarbeit entlang der Via Egnatia waren wir auch auf das antike Amphipolis gestoßen, neben Thessaloniki und Kavala ein weiterer wichtiger Handelsort an der alten Römerstraße zwischen Durres und Istanbul.

Für uns auffällig war bei der Recherche zur Umgebung allerdings zunächst der Begriff Peraia, der uns mehrfach bereits in den Ortsnamen griechischer Siedlungen so oder sehr ähnlich aufgefallen war.

Aus dem Griechischen stammend, bedeutet Peraia soviel wie das gegenüberliegende Land. So wurden im antiken Griechenland beispielsweise auch Landschaften bezeichnet, die gegenüber bzw. jenseits eines Flusses oder einer Meeresenge lagen. Häufig wurden auch die gegenüber von Inseln liegenden Festlandsgebiete so genannt, wenn es direkte Verbindungen zum Ort gab, wie uns auch hier der Begriff "Thasitische Peraia" auffiel, hier in der Bedeutung der Ansiedlung gegenüber von Thasos. Ein weiteres Beispiel ist das Rhodische Peraia, womit die karische Küste gegenüber der Insel Rhodos gemeint ist.

Im modernen Griechenland trugen fünf Gebietskörperschaften den entsprechenden neugriechischen Namen Perea, unter anderem die Stadt Perea, die Thessaloniki gegenüber am Thermaischen Golf liegt und heute Zentrum der Gemeinde Thermaikos ist.

Die ersten Kolonisten im Thasitischen Peraia waren folglich die Einwohner der Insel Thasos, deren Siedlungen am Festland entstanden. Eine Siedlung des Thasitischen Peraia auf dem Gebiet des Regionalbezirks Serres war die Hafenstadt Aion an der Mündung des Strymonas in die Ägäis.

Im Jahr 437 v. Chr. gründete Athen nördlich von Aion die Stadt (Polis) Amphipolis, welcher Aion als Hafenstadt diente. Die Kontrolle von Amphipolis und damit der Bergwerke des Pangeo führten als Mitauslöser zum Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta.

Dabei stand Amphipolis wiederholt im Zentrum des Kriegsgeschehens bis zum Nikiasfrieden 421 v. Chr. 356 v. Chr. eroberte der makedonischen König Philipp II. Amphipolis und dehnte sein Königreich nach Osten auf das Gebiet des Regionalbezirk aus. Dieses blieb bis 168 v. Chr. unter makedonischer Kontrolle: mit der makedonischen Niederlage gegen das Römische Reich wurden die Römer Herrscher über die Region.

Mit der römischen Reichsteilung 395 n. Chr. fiel das Gebiet von Serres an das oströmische beziehungsweise Byzantinische Reich. Dieses behielt hier bis in das 6. Jahrhundert die ausschließliche Kontrolle.

Die Siedlung slawischer Stämme im sechsten Jahrhundert n. Chr. und die Entstehung des Bulgarischen Reiches schwächten die byzantinische Herrschaft in den nachfolgenden Jahrhunderten. Wiederholt kam das Gebiet unter Kontrolle des Bulgarischen Reichs (beispielsweise Schlacht von Kleidion 1014). Im 11. Jahrhundert n. Chr. festigte das Byzantinische Reich seine Kontrolle über das Gebiet für ein knappes Jahrhundert. 1204 fiel Konstantinopel im Vierten Kreuzzug und das Byzantinische Reich wurde durch das Lateinische Kaiserreich und andere Kreuzfahrerstaaten ersetzt.

Der heutige Regionalbezirk kam zum Königreich Thessaloniki, verblieb aber nur kurze Zeit unter dessen Kontrolle: das wieder erstarkende Bulgarische Reich eroberte das Gebiet vom Königreich Thessaloniki und behielt dieses bis zur Rückeroberung durch das Kaiserreich Nikaia in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die nachfolgende byzantinische Herrschaft endete Mitte des 14. Jahrhunderts durch den Vormarsch des serbischen Königs Stefan Dušan, der große Teile des heutigen Griechenlands, darunter auch Serres, erobert konnte. Nach dessen Tod 1355 konnte sich in der Stadt Serres ein serbischer Lokalfürst der Kontrolle über das Land bemächtigen, bevor das Osmanische Reich in den 1380er Jahren das Gebiet eroberte.

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