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Der Ohridsee auf dem Hochplatteau von Mazedonien

  • Geschrieben von Portal Editor
Der Ohridsee auf dem Hochplatteau von Mazedonien

Gerade erst hatten wir eine Mail von Hans-Jürgen erhalten, der uns davon unterrichtete, dass er auch in diesem Jahr wieder eine Motorradtour in die Türkei unternehmen wird.

Nur wenige Tage später ist auch schon eine zweite Mail, diesmal mit Foto, von ihm im Postfach, die seine Ankunft am Ohridsee in Mazedonien ankündigt. Zeit, sich mit dem Ohridsee einmal etwas näher zu beschäftigen, zumal dieser See auch mehrfach schon eines unserer Ziele gewesen ist, bzw. ab Mitte Juni für einen gewissen Zeitraum wieder sein wird.

Der Ohridsee in Mazedonien zählt zu den ältesten Seen der Welt. Das Alter des Sees wird auf 2 bis 5 Millionen Jahre geschätzt, worauf das Vorkommen mehrerer endemischer Arten rück schließen lässt. Man vermutet seine Entstehung im Pliozän, also vor mehr als 2,6 Millionen Jahren. Der See entstand durch einen tektonischen Grabenbruch, Bewegungen und Aktivitäten der Erdplatten, die auch heute noch für Veränderungen im Gefüge der Erdoberfläche sorgen. Auch die Existenz eines etwa 100 Meter hohen subaquatischen Berges (unter Wasser erstarrte Lava von kissenartiger Form), geht wahrscheinlich auf das Pliozän zurück.

Der Ohridsee ist der größte See Mazedoniens und einer der größten Seen auf dem Balkan. Der Wasserspiegel liegt 695 m über dem Meeresspiegel mit einer maximalen Tiefe von 287 Metern. Die Fläche des Ohridsees wird mit ca. 349 Quadratkilometern angegeben. Der größere Teil der Seefläche gehört zur Republik Mazedonien, der kleinere zur Republik Albanien. Am mazedonischen Ufer sind die uralten Siedlungsstätten Ohrid und Struga die wichtigsten heutigen Städte, am albanischen ist es Pogradec. Insgesamt leben mehr als 200.000 Menschen rund um den See.

Mitten in der Stadt Struga befindet sich der "Aus- oder Abfluss" des Ohridsees in Form des Flusses Schwarze Drin, letztendlich fließt das Wasser des Ohridsees in die Adria ab. Der Ohridsee, dessen Einzugsgebiet ca. 1.414 Quadratkilometer groß ist, verfügt über keinen wesentlichen Zufluss in Form eines Flusses. Der See wird lediglich durch zahlreiche, kleine Quellbäche gespeist. Die wichtigste und bekannteste Quelle liegt beim Kloster Sveti Naum. Dort tritt Wasser hervor, das unterirdisch aus dem 200 m höher und südöstlich vom Ohridsee gelegenen Prespasee zufließt. So zumindest die Annahme bis heute, denn ob diese unterirdische Verbindung immer noch besteht, ist nicht sicher. Möglich ist, dass diese Verbindung temporärer Natur ist und durch geologische Prozesse im Karstgestein des Bergmassivs zwischen beiden Seen geöffnet und getrennt wird. Auf der albanischen Seite liegt eine wichtige Quelle im Park von Drillon nahe der Ortschaft Tushemisht. Eine weitere, unterirdische Quelle bei Tushemisht wird für die Wasserversorgung der Stadt Pogradec genutzt.

Trotz der Überfischung in der Vergangenheit, die auch zum Aussterben einiger endemischer Fischarten im Ohridsee geführt hat, ist der Fischfang ein wichtiger Wirtschaftsfaktor am See. Besonders im Quellteich von Sveti Naum sind noch einige endemische Fischarten vorhanden. Nachzuchten in Fischfarmen versuchen die Verluste auszugleichen. Die wohl bekannteste Art für den See ist die endemische Ohridforelle (Salmo letnica; maz. Ohridska pastrmka, alb. Koran). In der Natur gilt sie als besonders gefährdet, natürlich aufgrund der Überfischung. Ebenfalls gefährdet oder bereits ausgestorben sind Salmo ohridanus (alb. Belushka, maz. Belvica), Salmo balcanicus, Salmo lumi und Salmo aphelios. Es finden sich auch verschiedene Vertreter der Gastropoden, die sich während des Mesozoikums im Paratethys ausbreiteten. Viele der in den übrigen europäischen Gewässern typischen Fischarten fehlen dagegen vollständig, z. B. alle Echten Barsche, die Äschen, Saiblinge und Coregonen, der Hecht und der Dreistachlige Stichling.

Weitere Berichte zum Ohridsee und seiner Umgebung folgen in Kürze.

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