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Brunn am Gebirge - ein Rundgang mit Robert

  • Geschrieben von Portal Editor
Brunn am Gebirge - ein Rundgang mit Robert

Von seinen verschiedenen Aktivitäten hinsichtlich lokaler kultureller Veranstaltungen und der Förderung in der Bildung Heranwachsender hatten wir bereits mehrfach verwiesen, nun wollte sich Robert auch die Zeit nehmen, uns seinen Heimatort zu zeigen und zu erläutern.

Wir folgten gespannt seinen Ausführungen, die bis weit in die Vergangenheit zurück reichten.

Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit belegen, so Robert, dass das Gebiet bereits 6000 v. Chr. bewohnt war und Brunn damit die älteste bekannte bäuerliche Siedlung Österreichs darstellt. Die Datierung des Neolithikums im zentral alpinen Raum erfolgte aufgrund der Anfang der 1990 Jahre im nördlichen Gemeindegebiet gefundenen Siedlungsüberreste.

Auch Awarengräber, die in Mödling gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass zu dieser Zeit das Gebiet bereits bewohnt war. Aufgrund von Ausgrabungen nimmt man an, dass es zur Römerzeit hier eine Veteranensiedlung gab.

Etwa um 1000 dürfte das heutige Ortszentrum entstanden sein und nannte sich Prun oder Brun, das so viel wie Brunnen bedeutet. Urkundlich wurde Prunni im 12. Jahrhundert in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt. Um 1500 erbaute Brunn eine Mauer rund um den Ort, die 300 Jahre lang hielt.

Die Brautradition in Brunn am Gebirge begann bereits 1790 in Form einer Kleinbrauerei. 1847 wurde die 19 ha große "Brunner-Brauerei-Aktien-Gesellschaft" gegründet, die zu einer der größten der damaligen Monarchie aufstieg. Über 200 Beschäftigte brauten mehr als 200.000 hl pro Jahr in den verschiedensten Sorten. 1929 wurde die Brunner Brauerei an die Brau Union verkauft, an deren Liesinger Brauerei angegliedert und hörte auf, als eigenes Unternehmen zu existieren. Ein paar Versatzstücke im Brauereimuseum im Brunner Heimathaus zeugen noch aus dieser Zeit.

Seit 2010 besitzt Brunn jedoch mit der "Bierzauberei", einer kleinen Spezialitätenbrauerei, wieder einen Brauereibetrieb. In Folge des dadurch gestiegenen Interesses am Bier wurde auch der "Brunner Bierkirtag" wieder neu aufgelegt, jedoch ohne großen Erfolg. 2012 fand am Gelände des Business Park Campus21 "Niederösterreichs größtes Oktoberfest" statt, welches jedoch nichts mit Brunner Bier zu tun hatte, sondern von einem österreichischen Bierkonzern gesponsert wurde.

Im so genannten „Gliedererhof“ lebte Rudolf Steiner bis zu seiner Berufung nach Weimar als Herausgeber der Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in der Weimarer Ausgabe (Sophien-Ausgabe). Dort schrieb er auch die Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Joseph Kürschners National-Literatur sowie die Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.

Die Brunner Kirche hat einen bemerkenswerten Grundriss, der Ähnlichkeiten mit dem von Rudolf Steiner entworfenen ersten Goetheanum, einem monumentalen Holzbau in Dornach im Kanton Solothurn in der Schweiz, aufweist. Sie soll von den Baumeistern des Wiener Stephansdomes errichtet worden sein.

Die Jugendstilreihenhäuser in Brunn gelten als das einheitlichste Ensemble im Stil der Wiener Secession.

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