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Drin, Buna und Shkoder See - Tourismusoption für Albanien

  • Geschrieben von Portal Editor
Drin, Buna und Shkoder See - Potential im Tourismus Albaniens

Schon unser erster Aufenthalt in Shkoder hatte uns aufgrund des riesigen Shkoder Sees, der Talsperren und Flussläufe des Drin, des Kir und der Buna nicht nur hinsichtlich der riesigen Wasserflächen sondern auch der damit zusammenhängenden Ökosysteme überrascht.

Dienen die Talsperren bisher noch überwiegend allein der Stromgewinnung, so sind Shkoder See und die Flussläufe bereits in den Tourismus und damit in die lokale Wirtschaft integriert, langsam werden allerdings auch die Talsperren touristisch entdeckt. So ist an dieser Stelle die bereits beschriebene Shurdhahi Insel im Vau-Deja-Stausee zu erwähnen, die aufgrund der Ruinenstadt Sarda und ihrer Lage langsam touristisch erschlossen wird. Gleiches gilt auch für den Komani Stausee und seine legendäre Canyon Fähre, der für Reisende in das Valbona Tal zu Wanderzwecken zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Die Schwarze Drin hat ihren Ursprung am Ohridsee

In unseren Artikeln zu Struga am Ohrid See in Mazedonien hatten wir bereits auf den hier befindlichen Ursprung des Schwarzen Drin verwiesen, denn spektakulär  entwässert sich der Ohrid See in der Ortsmitte von Struga in eben diesen Flusslauf. Am Ausfluss auf etwa 695 m Höhe liegend, fließt der Schwarze Drin 149 Kilometer nordwärts durch die gebirgige Landschaft Westmazedoniens und Nordostalbaniens.

In Mazedonien bildet der Fluss bereits zwei Stauseen, den Globočicasee und den Debarsee unmittelbar bei Debar. Kurz nach der großen Talsperre des Debarsees erreicht er die Grenze zu Albanien, die er für ein paar Kilometer bildet. Danach tritt er ganz auf albanisches Gebiet über. Der weitere Verlauf des Flusses in Albanien zieht sich nach Norden durch bevölkerungsarme, bergige und unwegsame Landschaften bis zur ersten Staustufe bei Fierza, Namensgeber des höchsten Stausees auf albanischer Seite. Etwas tiefer gelegen folgt dann der Komani Stausee mit seiner imposanten Fels- und Canyon Landschaft und zu guter letzt der Vau-Deja-Stausee, allesamt sind Wasserkraftwerke entlang des Drin-Flusses.

Schwarze Drin - Wechsel des Flussbettes im Laufe der Geschichte

Kurz nach der letztgenannten Staumauer trennt sich der Drin in der Küstenebene Nordalbaniens durch Bifurkation, eine Verzweigung oder Gabelung eines fließenden Gewässers derart, dass sein Wasser in zwei unterschiedliche Flusssysteme abfließt. Bodensenkungen und / oder die Hochwasser in den Jahren 1858/59 führten dazu, dass die Wassermassen sich einen neuen Weg suchte, der vermutlich mit dem Verlauf des Flusses im Altertum übereinstimmen dürfte.

Der Alte Drin (alb. Drin/-i i Lezhës), ein sehr kleiner Flussarm, der heute hauptsächlich vom Zufluss Gjadër gespeist wird, zieht sich nach Süden durch die Zadrima-Ebene. Dies war früher der einzige Flusslauf. Wenig westlich der Stadt Lezha, wo er sich einen Weg zwischen zwei Hügeln durchbahnt, erreicht er im Drin-Golf das Adriatische Meer. In der flachen Küstenebene hat er über die Jahrtausende ein großes Lagunensystem gebildet. Die Hauptlagune nördlich des Drins heißt Kuna, diejenige südlich Vain.

Wasserkraftwerke und Dämme bieten neue Möglichkeiten

Der zweite, größere Flussarm (demzufolge auch Großer Drin, alb. Drin/-i i Madh, genannt) verläuft nach Westen. Das im Jahr 2012 eröffnete Wasserkraftwerk Ashta am vereinigten Drin, etwas unterhalb des Vau-Deja-Stausees gelegen, wird dabei zuerst passiert. Danach passiert der Drin den Südrand der Stadt Shkodra, wo er sich unweit der Burg Rozafa bei Bahçallëk mit der Buna (serb. Bojana), die soeben den Shkodrasee verlassen hat, vereinigt.

Die Buna, die während mehr als der Hälfte der Strecke die Grenze zwischen Albanien und Montenegro bildet, erreicht nach 32 Kilometern die Adria. Die Mündung befindet sich rund 20 Kilometer nordwestlich der Mündung des südlichen Drin-Armes ebenfalls am Drin-Golf. Im Gegensatz zum Drin ist die Buna durchweg schiffbar.

Im durch die Talsperre überschwemmten Flusstal verzeichnen ältere Karten noch diverse Dörfer. Das Gebiet rund um den Vau-Deja-Stausee war hingegen seit der Stauung nur spärlich besiedelt. Die fast unbelassene Natur eignet sich hervorragend als touristischer Erholungsraum zu diversen Aktivitäten des Wanderns, Radfahrens aber auch vieler Wassersportarten.

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