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Das Holstentor der einst so prächtigen Hansestadt Lübeck

  • Geschrieben von Portal Editor
Das Holstentor der einst so prächtigen Hansestadt Lübeck

Es war wieder einmal nur ein kurzer Zwischenstopp im Norden Deutschlands den wir aber für einen Besuch der Stadt Lübeck nutzen wollten, auch da Lübeck als Stadt des Marzipans gerade zur Weihnachtszeit wieder im Wortsinn "in aller Munde" ist.

Unseren Schwerpunkt des Besuchs sollte zunächst der wohl bekannteste Bau der Hansestadt sein, das Holstentor sein.

Mit dem anwachsenden Reichtum der Stadt Lübeck und seiner Bürger aufgrund der Handelsverbindungen der Hanse und ihrer Handelsstandorte musste man sich fast zwangsläufig auch mit den Neidern dieses Wohlstands auseinandersetzen, wodurch sich die Hansestadt Lübeck genötigt sah, sich mit immer stärkeren Mauern und Befestigungsanlagen gegen Bedrohungen von außen zu schützen. Dabei erlaubten drei Stadttore den Zugang zur Stadt: Das Burgtor im Norden, das Mühlentor im Süden und das Holstentor im Westen. Nach Osten war die Stadt durch die schon frühzeitig aufgestaute Wakenitz geschützt. Hier führte das weniger martialische Hüxtertor aus der Stadt hinaus.

Stadttore wie das Holstentor sichern die Hansestadt Lübeck

Die genannten Stadttore waren anfangs nur einfache Tore, die aber immer weiter verstärkt wurden, so dass es letztlich in alle Richtungen drei bis vier hintereinander liegende Tore gab. Leider ist heute kaum noch Bausubstanz vorhanden, lediglich erhalten sind das Innere Burgtor sowie das Mittlere Holstentor, das heute einfach „Holstentor“ genannt wird.

Holstenbrücke und erstes Stadttor am Ufer der Trave

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_holstentor-luebeck-2.jpgDas älteste Holstentor bewachte den Stadtzugang einst direkt am Ufer der Trave. Von der Stadt aus musste man durch dieses Tor, um auf die über den Fluss führende Holstenbrücke zu gelangen. Wann genau erstmals ein Tor an der Brücke errichtet wurde, ist unbekannt. Die Holstenbrücke wurde erstmals 1216 in einer Schenkungsurkunde des dänischen Königs genannt. Es ist wahrscheinlich, dass es zu jener Zeit bereits ein Tor und eine Mauer entlang der Trave zur Stadtseite hin gab.

 

Spätgotische Holstentor aus dem Jahr 1376

Aus den Chroniken der Stadt Lübeck geht hervor, dass 1376 die Holstenbrücke und weitere Zugangstore zur Brücke erneuert wurden. Das spätgotische Holstentor gehört somit zu den verbliebenen Überresten der Lübecker Stadtbefestigung und ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks. Mehr als 300 Jahre lang stand es als „Mittleres Holstentor“ in einer Reihe mit drei weiteren Holstentoren, die allerdings im 19. Jahrhundert abgerissen wurden.

Eisenstangen anstelle eines Fallgatters

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_holstentor-luebeck-3.jpgDer Durchgang durch das Holstentor war früher zur Feldseite hin mit zwei hölzernen Torflügeln versehen, die allerdings nicht mehr erhalten sind. Ein massives „Fallgatter“ wie bei vielen Ritterburgen heute zu sehen, wurde erst 1934 angebracht und entspricht nicht den ursprünglichen Sicherungsanlagen. An dieser Stelle befand sich einst ein so genanntes Orgelwerk, bei dem Eisenstangen einzeln und nicht als Ganzes heruntergelassen wurden. So war es möglich, alle Stangen bis auf eine oder zwei bereits zu senken und dann abzuwarten, um den eigenen Leuten noch einen Durchgang zu ermöglichen oder durch die Verengung des Durchganges ein Einfallen feindlicher Kavallerie oder Fahrzeuge unter geringstem Aufwand zu verhindern.

Inschriften erinnern an römische Stadttore

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_holstentor-luebeck-4.jpgÜber dem Durchgang ist auf der Stadt- wie auf der Feldseite je eine Inschrift angebracht, die an wesentlich ältere Innschriften römischer Stadttore erinnert: Auf der Stadtseite lautet die Inschrift S.P.Q.L., eingerahmt von den Jahreszahlen 1477 und 1871; ersteres war das vermeintliche Datum der Erbauung, letzteres das Datum der Restaurierung sowie der Gründung des Deutschen Reiches. Diese Inschrift hatte das römische S.P.Q.R. (lateinisch Senatus populusque Romanus – Senat und Volk Roms) zum Vorbild und sollte entsprechend für Senatus populusque Lubecensis stehen. Sie wurde allerdings erst im Jahr 1871 angebracht. Vorher gab es an dieser Stelle keine Inschrift. Sie hätte auch wenig Sinn gehabt, da der Blick auf die unteren Bereiche des Holstentors von der Stadtseite aus durch die hohen Mauern versperrt waren.

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