Hebezeug-Museum – Ein Spaziergang in Witten
- Geschrieben von Portal Editor
Hebezeug-Museum – Ein Spaziergang zum Kemnader See lies uns das Hebezeug-Museum in Witten entdecken, das fast unscheinbar in einer Seitenstraße hinter einem Betriebsgelände liegt.
Der Blick über die gepflegte Rasenfläche stieß auf ein rundes, hölzernes „Gebäude“ mit kranähnlichem Ausleger, das uns in ähnlicher Form bereits in Trier direkt an der Mosel aufgefallen war: dort ein Kran zum Entladen von Schiffen. Unser Interesse war geweckt, womit es einmal mehr an die Recherche ging.
Schon oft hatten wir während unserer Touren über die technischen Möglichkeiten vergangener Kulturen diskutiert, die noch ohne elektrische Energie riesige Lasten bewegen konnten, sei es zur Zeit des Pyramidenbaus in Ägypten oder in Mexiko.
Hatten uns gewundert, wie perfekt riesige Steinquader übereinandergeschichtet waren, ob in Delphi oder am bekannten Löwentor von Mykene. Welche Hebewerkzeuge waren in der Lage gewesen, diese Massen zu bewegen?
Aber eins nach dem anderen, denn die Entwicklungsgeschichte reicht bis in die Steinzeit zurück, wie auch Stonehenge in England eindeutig belegt.
Hebezeug-Museum – Produktionsstandort in Witten
Auf dem Weg zum Kemnader See passierten wir den Wittener Stadtteil Herbede, den mit 24 km2 größten Stadtteil Wittens, der etwa 5 Kilometer südwestlich des Wittener Stadtzentrums am linken Ufer der Ruhr nahe des Kemnader Sees liegt.
Direkt an der Universitätsstraße befindet sich das Betriebsgelände eines des ältesten Herstellers von Hebezeugen mit der Firma J.D. Neuhaus, das bereits seit 1745 Hebezeuge produziert.
Der Betrieb stellte zunächst Holzschaft-Winden für die Schleusen der nahe gelegenen Ruhr her. Später wurden vergleichbare Winden auch zum Verladen von Waren, zur Kohleförderung sowie sogar zum Heben von Eisenbahnwagen genutzt. Bereits 1880 konnten auf diese Weise Lasten bis zu 7500 kg bewegt werden.
Seit 1952 stellt J. D. Neuhaus mit Druckluft angetriebene Hebezeuge her, die zunächst hauptsächlich im Bergbau eingesetzt wurden, da sie sowohl besonders leistungsfähig als auch besonders sicher waren. An dieser Stelle sei ein Hinweis auf das Bergbaumuseum in Bochum erlaubt, das sehr empfehlenswert für einen Besuch ist.
Zur Klärung des Begriffs: Hebezeuge sind technische Geräte und Maschinen, die zum Heben, Senken und Bewegen von Lasten eingesetzt werden, wobei die Last meist freischwebend getragen wird. Sie umfassen manuelle (z.B. Kettenzüge, Ratschenzüge) sowie elektrische Varianten und sind essenziell für den innerbetrieblichen Lastentransport.
Arten von Hebezeugen
- Kettenzüge (elektrisch/manuell): Zum vertikalen Heben.
- Seilzüge & Seilwinden: Für längere Strecken.
- Hebelzüge / Ratschenzüge: Zum Heben, Ziehen und Spannen.
- Laufkatzen: Zur horizontalen Bewegung an Trägern.
- Krane: Komplexe Systeme zum Bewegen von Lasten in mehrere Richtungen.
- Sonstige: Greifzug, Hebelade, Winden.
Funktionsweise & Einsatz
Hebezeuge nutzen oftmals mechanische Übersetzungen (Zahnräder, Flaschenzüge), um mit geringem Kraftaufwand schwere Lasten zu bewegen. Sie werden nach wie vor in der Industrie, im Baugewerbe und in Werkstätten eingesetzt.
Besichtigung allerdings nur nach telefonischer Vereinbarung
Hier hinter dem Betriebsgelände befindet sich also das wohl einzigartige Hebezeug-Museum der Welt, das bereits 1977 von J.D. Neuhaus erdacht und umgesetzt in historischen Gebäuden und unter freiem Himmel Exponate zur Geschichte der angewandten Hebelkraft zeigt: Modelle historischer Hebezeuge, die rekonstruierte Windenschmiede des Firmengründers, ein naturgetreuer Nachbau des Lüneburger Kaufhauskranes von 1797, eine Transmissionsanlage aus der Zeit um 1900, Treträder, Göpel, Haspel und zahlreiche weitere Exponate.
Hebezeug-Museum
Windenstraße 2-4
DE-58455 Witten
02302-208-0
info(at)jdngroup.com
www.jdngroup.com
Hebezeug-Museum - Ganzjährig geöffnet, aber nur nach Vereinbarung
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