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Eine weitere Wanderung – diesmal Burg Saaleck

Eine weitere Wanderung – diesmal Burg Saaleck

Besuch von unserem Freund Philipp und seiner Freundin Jule, mit dem wir unzählige Wanderungen und Entdeckungs-Exkursionen während der Projektarbeit auf dem Balkan und hier vor allem in Griechenland unternommen hatten.

So war klar, dass wir auch in der Region Bad Kösen unsere überwiegende Zeit mit Wandern und Erkunden verbringen würden. So erzählten wir den Beiden von der Salinenanlage in Bad Kösen, der Wanderung zur Burg Rudelsburg und dem herrlichen Ausblick auf das Tal der Saale. Da sich unweit der Rudelsburg eine weitere Burgruine befindet, sollte diese Burg Saaleck das Ziel unserer Wanderung heute sein.

Die Burg Saaleck auf einem Muschelkalkrücken

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_saaleck-1.jpgWie schon erwähnt, liegt die Burg Saaleck nur wenige hundert Meter entfernt von der Rudelsburg, etwas weiter stromaufwärts der Saale oberhalb der Ortschaft Saaleck im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Leider ist die Höhenburg nur noch als Ruine erhalten, allerdings als Ausflugsziel sehr beliebt. Die Burg Saaleck liegt ebenfalls an der Straße der Romanik.

Die Burg liegt auf einem dachförmigen, nach Westen vorspringenden Muschelkalkrücken unmittelbar südlich der Ortschaft Saaleck auf etwa 172 m ü. NN. Das charakteristische Bild der Burg wird durch die beiden weithin sichtbaren runden Bergfriede gebildet, deren Mauerstärke etwa zwei Meter beträgt und die jeweils knapp 23 Meter hoch sind. Im Mauerwerk des besteigbaren Westturms befinden sich eine mittelalterliche Abortanlage und ein Kamin, die das bewohnbare Geschoss bezeichnen. Die Treppe und die Aussichtsplattform wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts eingebaut. Die ursprünglich vorhandene Turmspitze wurde nicht wieder erneuert, um auf der Plattform mehr Platz für Besucher zu schaffen. Der Ostturm diente früher als Wehrturm und war unbewohnt.

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_saaleck-2.jpgDie Türme und Teile der äußeren Umfassungsmauer dürften noch aus dem späten 12. Jahrhundert stammen. Deutlich wird dies insbesondere bei dem Westturm, der aufgrund der sorgfältige Steinbearbeitung und Ausstattung mit Kamin und Abort in diese Zeit zu datieren ist. Auch der Ostturm ist im Kern noch romanisch, wurde aber etwa ab Oberkante der ehemaligen Ringmauern in gotischer Zeit neu errichtet bzw. wurde zumindest seine Außenhaut erneuert. Bislang kaum erforscht sind die umfangreichen Außenanlagen, von denen nur noch geringe Mauerspuren erkennbar sind, die auch das Dorf Saaleck mit Mauer und Graben umfasst hatten.

Die Kernburg war einst von einer inneren und äußeren Wehrmauer umschlossen. An der inneren Mauer sind die Reste mehrerer Wohnbauten erhalten. An den beiden Schmalseiten der umlaufenden Terrasse wurde jeweils ein Graben mit vorgelegtem Wall angelegt. Auf der der Rudelsburg zugewandten Ostseite des Bergsporns sind weitere Halsgräben mit Wällen vorgelagert.

Bauherren und Nutznießer der Burg Saaleck

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_saaleck-4.jpgBauherren der Anfang des 12. Jahrhunderts entstandenen Burg waren vermutlich die Markgrafen von Meißen, welche die Burg Saaleck als eine Gegengründung zur benachbarten bischöflichen Rudelsburg errichten ließen. Im Jahr 1140 werden mit Hermannus advocatus de Salek erstmals die Edelfreien von Saaleck urkundlich genannt, die in der Folgezeit sowohl im Gefolge des Naumburger Bischofs als auch des Landgrafen von Thüringen und des Markgrafen von Meißen erscheinen. Um 1220 gelangte die Burg an die Schenken von Vargula. Im Gedächtnis der Nachwelt ist Rudolf II, landgräflicher Schenk und Herr von Saaleck besonders bekannt, weil er am Hof Hermanns I. diente und Ludwig IV. als Kreuzritter nach Otranto folgte. 1344 veräußerten die Schenken von Saaleck die Burg mit ihrem Besitz an die Naumburger Bischöfe, welche aus dem Gebiet das zum Hochstift Naumburg gehörige Amt Saaleck bildeten. Rudolf Schenk von Saaleck-Nebra war Bischof (1352–1362) von Naumburg. 1396 verpfändet der Naumburger Bischof die Burg an die Schenken von Saaleck zurück. 1523 wurde die Kernburg von Saaleck aufgegeben und die Amtsgeschäfte aus der Vorburg erledigt. Burg und Amt Saaleck kamen 1544 an das Amt Naumburg. Nach dem Übergang von Burg und Amt Saaleck mit dem Vorwerk Stendorf an den albertinischen Kurfürsten August I. von Sachsen als Administrator im Jahr 1564, war die Burg Saaleck noch bis 1585 Wohnsitz eines Amtmanns. Nachdem er in das zur Burg gehörende Vorwerk Stendorf zog, wurde dieses zum Rittergut erhoben, während die herrenlose Burg verfiel. Bis um 1800 diente sie als Steinbruch für die Bauern der umliegenden Ortschaften.

Üppige, fast mediterrane Flora auf der Südseite

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_sachsen-anhalt_saaleck-5.jpgInteressant auch der Gang um die Burg herum, allein die unterschiedlichen Pflanzen auf der Südseite der Burgruine, fast könnte man sich in die Toskana versetzt fühlen. Natürlich spielt hier die Wärme durch die stetige Sonneneinstrahlung und Reflexion durch die Burgmauern sowie natürlich der Muschelkalkboden eine entscheidende Rolle. Unerwartet erschien der Bewuchs allemal, aber schauen Sie selbst.

Einige Picknickplätze laden zum Verweilen ein und so waren auch wir nicht die ersten Gäste an diesem Tag. Wenig später gab es ein weiteres Highlight, aber dazu später mehr. Ihnen viel Spass bei ihrer Wanderung zur Burg Saaleck.

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