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Mytilene auf Lesbos - antike Festungsruine von Mitilini

  • Geschrieben von Website Editor
Mytilene auf Lesbos - antike Festungsruine am Hafen von Mitilini

Nach einer erholsamen, ruhigen Nacht im kleinen Gasthof von Mitilini machen wir uns nach dem Frühstück auf zur Festungsruine von Mitilini.

Die niedrigen Gebäude der etwa 30.000 Einwohner zählenden Stadt erstrecken sich entlang des Hügels, der in fast halbrunder Form überall von den gewaltigen Ruinen der antiken Festung überragt wird.

Es gibt kaum ein Fleckchen, der nicht einen Blick auf die Burg, von den Einheimischen auch mit "Kastro von Mytilene" bezeichnet, zulässt. Die noblen, neoklassischen Herrenhäuser in den Ortsteilen Kioski und Surada vermitteln einen Eindruck des einstigen Reichtums der Handelshafenstadt, die kopfsteingepflasterte Basarstrasse und die Promenade Prokymea laden zum flanieren und shoppen ein. Doch jetzt geht es zur antiken Festung auf den mit Pinien bewachsenen Hügel von Mytilene.

Die Geschichte der Festungsanlage reicht bis weit in die Antike zurück, wie die Funde bei den Ausgrabungsarbeiten aufzeigen, die es heute in großer Zahl im örtlichen Archäologischen Museum von Mitilini zu besichtigen gibt. So hat man beispielsweise im Inneren der Verteidigungsanlage einen Heiligenschrein gefunden, der der Göttin Demetra gewidmet war, was auf eine Besiedlung schon weit vor Christus verweist. Auch die Untersuchung des Baumaterials der Festungsanlage deutet darauf hin, das ein großer Teil des Materials bereits in älteren Gebäuden verwendet worden war. So entstammt ein Teil der Steinquader der Befestigungsanlage mit Sicherheit aus dem antiken Theater von Mytilene.

Zu Beginn des byzantinischen Reiches wurde die Festung unter der Herrschaft des Kaisers Justinian I in ihrer Grundform während der Jahre von 483 bis 565 nach Christus errichtet. In dieser Zeit wurden aufgrund des technischen Fortschritt in der Waffentechnik zahlreiche Festungen im gesamten Byzantinischen Reich errichtet. Fast eintausend Jahre später war die Festung von der Genoveser Familie Gattilusio übernommen worden, die seiner Zeit ein Handelsimperium aufbauen konnten. Während der Jahre von 1355 bis 1462 konnten die Gattilusio´s die Festung renovieren und erweitern. Auch ein katastrophales Erdbeben im Jahr 1384 hielt die Familie nicht davon ab, die Festung zu restaurieren und wieder aufzubauen.

Der von der Familie Gattilusio errichtete quadratische Steinturm ist noch heute gut erhalten zu besichtigen. An der Wand des Turmes befindet sich eine Tafel, die das Familienwappen zeigt. Weitere Steine, die aus älteren Gebäuden stammen, zeigen verschiedene Vertreter der römischen Gladiatorenkämpfe. Am äußeren Tor befindet sich auch eine Tafel mit dem Wappen der Palaeologus-Dynastie. In der Festungsanlage kann man auch die unterirdischen Katakomben besichtigen, in denen Frauen und Kinder während Kriegszeiten Schutz suchten. Hier befindet sich auch eine Zisterne für mehr als 4.000 m3 Wasser, die der Versorgung mit Frischwasser diente.

Neue Schutzwälle, Zinnen und das Aufstellen von Kanonen sollte die christlichen Bewohner vor den vordringenden islamischen Osmanen schützen, die sich auf dem Festland bereits festsetzen konnten. Trotz all dieser baulichen Maßnahmen konnten die Osmanen im Jahr 1462 die Festung einnehmen und somit der Herrschaft über die Insel Lesbos gewinnen. Die Osmanen waren dann auch mit dem weiteren Ausbau der Festung beschäftigt, errichteten auch die zweite Außenschutzmauer, die bis zum nördlichen Hafen reichte. Auch eine Islamschule (Madrasah) wurde im Festungsgelände errichtet.

Auf unserem Weg finden wir eine Vielzahl interessanter Artefakte aber auch schattig, lauschige Plätzchen unter Pinien, die zum Verweilen einladen. Idyllisch und mit immer wechselnden Eindrücken vor den Augen. In den Sommermonaten gibt es in der imposanten Kulisse der Festungsanlagen eine Vielzahl von Konzerten, Theater- und Opernaufführungen, Festivals und sonstigen Veranstaltungen, die weit über die Grenzen der Insel bekannt sind. Im Westen der Stadt gibt es Ruinenreste des hellenistischen Theaters, das einst 15.000 Zuschauer aufnehmen konnte. Auf dem Weg dorthin bietet es sich an, auch die eine oder andere kleine Kirche zu besichtigen, die über die Stadt verteilt sind.

Wer neben der Kultur auch an die Bademöglichkeiten denkt, sollte Mitilini verlassen, denn direkt am Ortsrand schließt sich das Strandbad Tzamakia an, das kaum Wünsche offen lässt. Sollte das Strandbad Tzamakia überfüllt sein, gibt es entlang der Straße zum Flughafen an den Stränden "Vigla", "Neapolis" und "Kratigos" weitere Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen und viele Arten von Wassersport.

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