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Volos - Stadtrundgang durch die Hafenstadt der Argonauten

  • Geschrieben von Portal Editor
Volos - Stadtrundgang durch die Hafenstadt der Argonauten

Recht übersichtlich und entspannt sollte sich unser Besuch in der Hafenstadt Volos entwickeln, der uns entlang der Uferpromenade bis zum Argonauten Denkmal und durch die Fußgängerzone von Volos führen sollte.

Die Argonautensage ist einer der bekanntesten Themenkomplexe der griechischen Mythologie und handelt von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter auf der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub nach Kolchis im Kaukasus.

 

Machtkampf um das Königreich Thessalien

Ihren Ausgangspunkt hat die Argonautensage im Machtkampf um das Königreich Thessalien, dessen modernes Zentrum heute die Stadt Volos bildet. Pelias, der König von Thessalien, der sich die Macht von seinem Bruder Aison gesichert hatte, erhält an einem heiligen Ort einen Orakelspruch mit der Warnung vor einem "Einschuhigen" aus der griechischen Stadt Iolkos.

Das Goldene Vlies für den Thron

Göttermutter Hera bittet Pelias‘ Neffen Iason, ihr bei der Überquerung eines Baches zu helfen, wobei dieser einen Schuh verliert. Als Iason, der Sohn des Aison, vor seinen Onkel tritt, erkennt dieser sofort, wen er vor sich hat, und greift zu einer List. Er verspricht seinem Neffen den Thron, wenn dieser das Goldene Vlies, das sehr wertvolle Fell eines Widders, vom Ende der Welt in die Heimat zurückhole. Pelias denkt, dass dies eine Reise ohne Wiederkehr ist.

Die Reisegefährten um Iason werden nach ihrem sagenhaft schnellen Schiff, der Argo, die Argonauten genannt. Bereits Homer nimmt Bezug auf den Argonautenmythos: In der Odyssee erzählt Kirke dem Odysseus, dass die Argo mit Heras Hilfe erfolgreich durch die Plankten – zwei im Meer treibende überhängende „Irrfelsen“, gegen die starke Strömung brandet – gesegelt sei.

Auf der Suche nach dem Goldenen Vlies

Im Altertum lagen in der Region um Volos die antiken Städte von Demetrias, Pagasae und Iolcos. Demetrias wurde von Demetrius Poliorcetes, König von Makedonien, gegründet. Iolkos, Iolcos oder Iolcus, war die Heimat des mythologischen Helden Jason, der das Schiff Argo begleitete, begleitet von den Argonauten und segelten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies nach Colchis. Im Westen von Volos liegen die neolithischen Siedlungen von Dimini mit einer zerstörten Akropolis, Mauern und zwei Bienenstockgräbern aus der Zeit um 4000-1200 v. Chr., Sesklo, mit den Überresten der ältesten Akropolis in Griechenland (6000 v. Chr.) und den Fundamente eines Palastes und Herrenhäuser, unter den charakteristischsten Beispielen der neolithischen Zivilisation. Nicht nur an der Straße zum Strand Alikies werden deshalb Ausgrabungen durchgeführt. Der moderne Name Volos lässt sich mit einiger Sicherheit auf den antiken Namen Iōlkos zurückführen.

Volos und die Flüchtlinge aus dem Bevölkerungsaustausch

Nach der Einverleibung des griechischen Königreichs in das Osmanischen Reich im Jahre 1881 hatte die Stadt nur noch 4.900 Einwohner, wuchs aber in den nächsten vier Jahrzehnten rasch, als Kaufleute, Geschäftsleute, Handwerker und Matrosen aus der Umgebung hier siedelten. Volos wurde von den Ottomanen am 8. Mai 1897 während des Greco-Türkischen Krieges besetzt. Einen Schub der Einwohnerzahl bedingte auch die griechische Niederlage im griechisch-türkischen Krieg von 1919 bis 1922 mit dem nachfolgend im Vertrag von Lausanne 1923 vereinbarten den so genannten Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei. Dies führte für Volos zu einer Ansiedlung von griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien vor allem aus Ionien, aber auch aus Pontus, Kappadokien und Ostthrakien, sowie zur erzwungenen Auswanderung des türkischen Bevölkerungsteils in die Türkei. In dieser Zeit entstand für die Flüchtlinge aus Kleinasien das Stadtviertel „Nea Ionia“.

Im Jahre 1882 gründete Andreas Syngros die Privilegierte Bank von Epirus und Thessalien, die die Nationalbank von Griechenland im Jahre 1899 nach dem Tod ihres Gründers erwarb.

Erdbeben in Volos

1955 wurde der historische Stadtkern bei einem Erdbeben in großen Teilen zerstört. Der Wiederaufbau führte zu einem modernen Stadtbild fast ohne jedes historische Gebäude. Am Hafen erinnert zumindest ein Denkmal an die Ausfahrt der Argonauten.

Volos und seine Eisenbahnen

Volos war immer auch ein besonderer Eisenbahnknoten: Von 1960 bis etwa 2000 trafen in Volos Eisenbahnen dreier verschiedener Spurweiten aufeinander (Normalspur 1,435 m, Meterspur und Schmalspur mit 600 mm Spurweite). Die Normalspureisenbahn führt nach Larisa im Norden und stellt dort den Anschluss an die Hauptstrecke Athen–Thessaloniki her. Die Meterspur der ehemals privaten Thessalischen Eisenbahnen führte von Volos nach Westen bis nach Kalambaka in Nordwestthessalien. Die 600-mm-spurige Pilionbahn stellte die Verbindung von Volos in das Pilion-Gebirge her. Sie wird heute in Abschnitten touristisch genutzt, weshalb wir in einem späteren Artikel hierüber noch gesondert berichten werden.

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