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Steife Segge – Sumpfpflanze trägt zur Verlandung bei

Steife Segge – diese Sumpfpflanze trägt zur Verlandung bei

Unsere Wanderung entlang des Bachlaufs der Lossa brachte uns nicht nur tiefe Einblicke in die Auenlandschaft mit seinen typischen Kleinpflanzen am und im Wasser dazu den Erlen, Birken und Weiden am Ufer.

Wunderschöne Auenlandschaften, die leider noch immer trockengelegt werden, um Anbauflächen oder Siedlungsräume für den Menschen zu gewinnen. Wie schön, wenn man dann hin und wieder auf eine natürliche, zumindest scheinbar intakte Auenlandschaft stößt. So unsere Gedanken beim Durchstreifen der Uferregion.

Zwei relativ flache Wiesen rechts und links des Bachlaufs deuteten dann auf Weidewirtschaft hin, weiter vorn allerdings mit dichtem Reet Bestand am Bach: eindeutig Sumpfland. Eine große Senke war deutlich zu erkennen, auch die Vegetation veränderte sich. Immer wieder interessant, wenn das schon nach nur wenigen Metern so deutlich sichtbar wird. In der Senke sahen wir Grasbüschel, die merkwürdig hoch aus der Sumpffläche herausgewachsen schienen. Schon war wieder unser Interesse geweckt.

Bulten – Pflanzenwuchs der besonderen Art

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_bulten-1.jpgKlar, im Sumpfgebiet sind die Lebensbedingungen anders, folglich ist auch der Wuchs der Pflanzen anders. Wenn also nur an bestimmten Stellen überhaupt das Ansiedeln von Gräsern möglich ist, kein Wunder, dass die Triebe einer Pflanze sehr eng bei einander stehen. In der Botanik wird solch eine Pflanzenwuchsform als Horst bezeichnet.  Solche Sprossbüschel eng an eng entstehen durch Auswachsen der untersten Achselknospen, ohne dass Ausläufer gebildet werden. Die Seitentriebe stehen zudem meist aufrecht. Die Bildung solcher Horste ist charakteristisch für viele Süß- und Sauergräser auf besonderen Böden. Besonders große Horste, die mit der Zeit dann sogar in die Höhe wachsen, werden auch Bulten genannt. Wir waren hier also auf Bulten getroffen, die schon eine beachtliche Höhe erreicht hatten.

Steife Segge – eine zum Bultenbau neigende Sumpfpflanze

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_bulten-2.jpgDie Steife Segge ist in ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens und bis Zentralasien von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen verbreitet. In Mitteleuropa ist sie aufgrund der nur noch wenigen natürlichen Feuchtgebiete insgesamt selten, tritt aber an ihren Fundorten meist in großen Beständen auf. In den Bergen findet man die Steife Segge nur bis etwa 1.500 Meter, in den Allgäuer Alpen kommt sie nur bis zu 1200 Metern Meereshöhe vor.

Die Steife Segge wächst in Feucht- und Nasswiesen, Mooren, in Verlandungszonen von stehenden und langsam fließenden Gewässern auf staunassen, nährstoff- und basenreichen Ton- und Schlickböden. Die Pflanze meidet kalte Gewässer. Oft bildet sie Massenbestände, die im Wesentlichen nur aus dieser einen Art bestehen, so genannte Steifseggenriede (Caricetum elatae). In Verlandungszonen von Seen und langsam fließenden Bächen fällt diese Seggenart, so auch uns, oft durch ihre stattlichen, stockwerkartig aufgebauten Horste (Bulte oder Bülte) auf. Sie besiedelt mit einzelnen Exemplaren Wassertiefen bis zu 0,5 m und wird dann landeinwärts beherrschend. Als Tiefwurzler trägt sie zur Verlandung von Gewässern bei.

b_450_450_16777215_00_images_leben_flora_bulten-4.jpgDie Steife Segge ist halt eine der typischen Sumpfpflanzen in der Verlandungszone, ein so genannter Helophyt mit scharfen Blattrand, der als Schutz gegen Tierfraß dient. Eigentlich also nicht so etwas besonders, aber aufgrund der Wuchshöhe, fast schon wie ein Stamm, dann doch wieder besonders.

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