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Tauchen am Blindsee in Tirol - Österreich

  • Geschrieben von Website Editor
Tauchen am Blindsee in Tirol

Nicht allein aufgrund des herrlichen Sommerwetters ist als nächste Tauchexpedition eine Fahrt an den Blindsee geplant, ein Bergsee auf 1093 Meter Höhe über dem Meer, der unterhalb des Fernpasses in Tirol in Österreich liegt.

Dieses Mal sind es Sebastian und seine Freunde Dominik, Daniel und Jenny, die sich gemeinsam am frühen Samstagmorgen auf den Weg zum Blindsee machen. Von Augsburgkommend, geht es zunächst RichtungLandsberg am Lech, Marktoberdorf, Füssen und Reutte auf der bekannten Fernpassstraße durch den Lermoostunnel nach Österreich hinein. Da sich der Blindsee im Privatbesitz eines Hotels aus Lermoos befindet, ist hier zwecks Anmeldung und Genehmigung des geplanten Tauchgangs zunächst ein Zwischenstopp notwendig.

Nach Erledigung der Formalitäten geht es dann zurück auf die Fernpassstraße bis in Höhe Pleiswald, wo es nach rechts auf die Bandsee Mautstrasse einzubiegen gilt, die nach einer Gesamtfahrtstrecke von 151 Kilometern vonAugsburg direkt zum Parkplatz am Blindsee führt. Der See selbst ist bei 25 Metern Wassertiefe aufgrund seines klaren aber kalten Wassers besonders gut für den Tauchsport geeignet. Nach den starken Schneefällen im Winter 1984 rutschte im Februar des Jahres ein großer Teil des Abhangs am nördlichen Ufer des Blindsees ab, der Bäume und Sträucher mit sich riss. Zunächst verteilt sich der Abriss auf der dicken Eisschicht des Sees, die jedoch das enorme Gewicht aus Steinen und Erde nicht tragen konnte und einbrach. Vor allem die in der Folge eingesunkenen Baumstämme haben in dem klaren Wasser des Bergsees ein Szenario für Taucher ergeben, das fast wie ein Wald unter Wasser erscheint.

Für die weniger am Tauchen interessierten Besucher des Blindsees ist allerdings auch der Fernpass selbst eine interessante Wegstrecke, die, am südlichen Ende des Sees kontinuierlich ansteigend, auch einen herrlichen Ausblick auf die 16 Kilometer entfernte Zugspitze, dem mit 2.962 Metern höchsten Berg Deutschlands und des Wettersteingebirges, erlaubt. Überhaupt ist der See und seine Umgebung auch als Wander- oder Mountainbike Gebiet sehr zu empfehlen.

Die Freunde bringen Zugwagen und Anhänger in rechtwinklig zueinander aufgestellte Position, da wir eine Plane spannen wollen, um ein wenig Schatten zu erhalten. Trotz der frühen Stunde brennt die Sonne schon recht kräftig vom strahlend blauem Himmel. Schnell stehen Campingstühle und auch die Ausrüstung ist wohl sortiert an den Hängerplanken aufgehängt. Da wir keine Zeit verlieren wollen, um heute möglichst zwei Tauchgänge durchführen zu können, machen wir uns daran, die Ausrüstung anzulegen. Zum Tauchen im Bergsee haben wir die 7 mm Anzüge gewählt, was sich trotz der "heißen" Ankleidephase an Land als durchaus sinnvoll erweisen sollte. Bei 38° Außentemperatur betrug die Wassertemperatur  an der Oberfläche zwar noch 22°, auf Tauchtiefe von 16 Metern während unseres ersten Tauchgangs waren es lediglich noch 8° Celsius. 

Einige Meter vom Ufer entfernt befindet sich eine Hütte im Wasser, die als Einstieg für die Taucher in den See dient. Längst gibt es im Blindsee einige Einrichtungen von Tauchern für Taucher, da der See auch als Tauchschulungsort genutzt wird. So hat man einen Rundkurs in Form eines Dreiecks aus einer Art Baugerüste unter Wasser aufgestellt, die als Antauchpunkte der Tauchschüler in verschiedenen Wassertiefen durch Stahlseile miteinander verbunden sind. Für noch unerfahrene Taucher, die auch mit der Orientierung unter Wasser noch Probleme haben, sind gerade die Seile unter Wasser eine große Hilfe. Auf den Gerüstpodesten können verschiedene Tauchübungen durchgeführt werden, die es im Rahmen von Lehrgängen zu vertiefen gilt.

Da wir schon recht ordentlich unter Wasser navigieren können, nutzen wir den ersten Tauchgang entlang des Seils nur bis zu ersten Plattform in etwa 6 Meter Wassertiefe. Von hier aus tauchen wir direkt in Richtung des Bergbruchs und können schon wenig später durch den Unterwasserwald tauchen, der sich bis auf 16 Meter Wassertiefe erstreckt. Nach etwa 30 Minuten beenden wir den ersten Tauchgang.

Zurück an Land erweist sich der heutige Tag als wohl einer der heißesten Tage des Jahres und so sind wir froh, das wir ein schattiges Plätzchen unter unserer Plane haben, wenn auch die Luft fast zu stehen scheint. Schnell geht es zwecks Abkühlung in den See, der auch tollen Badespass erlaubt. Auch ist wenig später die Zeit gekommen, sich um die mitgebrachten Weißwürste zu kümmern, die vorzüglich munden.

Für den Nachmittag sind einige Hitzegewitter angekündigt und so machen wir uns für den zweiten Tauchgang bereit. Links von der Hütte in Richtung der Brücke soll es auch einen alten Panzer geben, der einst von der Brücke gestürzt ist und heute ein Antauchziel darstellt. Uns erscheint der Weg dorthin zu weit, zumal uns die aufziehenden Wolken doch etwas beunruhigen. Somit bleibt ein weiterer Tauchgang auf etwa 30 weitere Minuten beschränkt. Auch unser Luftvorrat neigt sich jetzt dem Ende entgegen, so das wir uns zum Auftauchen verständigen. Schnell zeigt sich, das diese Entscheidung  goldrichtig gewesen ist, denn man hört bereits erstes Grummeln des sich nähernden Gewitters. Auch der Parkplatz hat sich bereits ziemlich geleert. Da die Handgriffe sitzen, ist auch die Tauchausstattung schnell auf dem Hänger verstaut. Es wird zunehmend dunkler und somit sind wir froh, das wenig später sämtliches Equipment verstaut ist und wir in den Autos sitzen. Nur wenig später prasselt der erste Gewitterschauer auf uns nieder. Gutes Timing und ein Taucherlebnis am Blindsee bieten während der anschließenden Heimfahrt ausreichend Gesprächsstoff. Wiederkehr nicht ausgeschlossen.

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