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Mödling - am Rand des Wieners Beckens mit Robert

Mödling - am Rand des Wieners Beckens mit Robert

Dem uns folgenden Leser wird Robert´s Name längst ein Begriff sein, oft schon haben wir über seine Aktivitäten in Wien und Umgebung berichtet, so auch über sein Römerfest mit dem legendären Ägyptisch Blau oder über sein Salzkristallmodell, das jetzt im Rahmen einer UNESCO Ausstellung bis nach Indien reisen wird.

Unsere jetzige Anwesendheit in Wien wollten wir erneut also auch dazu nutzen, uns mit ihm zu treffen und dabei auch die Region weiter zu erkunden. Für den Nachmittag hatten wir uns also in Mödling verabredet, einer Stadt mit historischem Altstadtkern am Rande des Wiener Beckens.

Mödling zählt zum Naturpark Föhrenberge, entsprechend stark ist ein Großteil des Gemeindegebiets bewaldet und auf den teilweise schroffen Felsen stehen die für Mödling typischen, aber sehr seltenen Schirmföhren (Pinus nigra var. austriaca). Durch die Wälderergeben sich natürlich zahlreiche Wandermöglichkeiten, so liegt Mödling auch am Österreichischen Weitwanderweg, bzw. an dem so genannten Mariazellerweg.

In der historischen Altstadt mit alten Bürgerhäusern ist heute eine Fußgängerzone eingerichtet, die erstmals sogar eine Bundesstraße zur verkehrfreien Straße umwandelte. Mit der Kaiserin Elisabethstraße und dem Schrannenplatz errichtete Mödling bereits im Jahr 1976 eine Fußgängerzone. Robert erzählt uns von der früher bis Mödling verlaufenden Straßenbahn, die heute von vielen Bürgern als öffentliches Verkehrsmitte hinein in die Innenstadt von Wien vermisst wird. Das Bahnhofsgebäude ist noch gut zu erkennen. Bis 30. November 1967 war Mödling von Wien aus mit einer Straßenbahnlinie (Nr. 360) zu erreichen. Die ansonsten gut erhaltene und renovierte Altstadt steht heute unter dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

Der Ortsname wandelte sich im Laufe der Zeit von medilihha über Medelikch und Medling zu Mödling. Die Wurzeln des Namens stammen wohl aus dem Slawischen und bezeichnen ein langsam rinnendes Gewässer (wörtlich: träger Fluss), denn durch Mödling fließt der Mödlingbach, der im Wienerwald entspringt und bei Achau in die Schwechat mündet. Die Brühlerstraße führt durch ein enges Tal, die so genannte Klausen, wo oberhalb auf der einen Seite die Burgruine Mödling steht. Die andere Seite der Klausen wird vom Kalenderberg gebildet, wo sich auf der Rückseite die Burg Liechtenstein erhebt. Am Beginn wird die Klausen von der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung mittels eines gemauerten Aquäduktes überquert.

Neben der geschützten Stadt selbst gibt es das wirklich interessante Naturschutzgebiet am Eichkogel, das auf seinen Halbtrockenrasen seltene Pflanzen, wie das vom Aussterben bedrohte Knollen-Brandkraut (Phlomis tuberosa) und andere beherbergt. Aber auch in den Felsen der Klausen wachsen seltene Pflanzen, wie die Mödlinger Feder-Nelke (Dianthus plumarius subsp. neilreichii), die erst Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Botaniker August Neilreich entdeckt wurde, oder den Deutschen Alant (Inula germanica) gibt es hier. An den Hängen des Wienerwaldes sind zahlreiche Weingärten mit den zugehörigen Heurigen in der Stadt zu finden. Das Weinbaugebiet gehört zur Thermenregion.

Zahlreiche romantische Ruinen aus der Zeit des Fürsten Johann I. Josef sind interessante Objekte für die Fotografen unter den Lesern. Dazu gehört auch die Burgruine Mödling, die auf den Resten der ehemaligen herzoglichen Burg Mödling steht. Letztere zählt zu den drei von Walther von der Vogelweide besungenen Orten, an denen er besonders gefördert wurde. Wegen der malerischen Umgebung war Mödling im Biedermeier ein von Künstlern häufig besuchtes Ausflugsziel.

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