Avis Flugzeug- und Autowerke – ein neues Projekt von R. Krickl

Avis Flugzeug- und Autowerke – ein neues Projekt von R. Krickl

Avis Flugzeug- und Autowerke – Und wieder einmal ist es unserem Freund Dr. Robert Krickl gelungen, uns mit einem sich in der Vorbereitung befindlichen Projekt zu überraschen, trotz der vielen Jahre unserer Bekanntschaft und den zahlreichen, teilweise auch gemeinsamen und verbindenden Aktivitäten.

Und wie gut noch einige dieser Projekte in und um Brunn am Gebirge präsent sind, sei es im Rahmen des Projekts Römerstraßen (Migration und Tourismus), des Ägyptisch Blau, des Salzmoleküls, der Elsbeere, des fossilen Haiezahns usw.

Wie schön, jetzt wieder von einem neuen Projekt zu hören, dass, wie wir wissen, seit Jahren im Kopf von Robert herumgeistert: dem österreichischem Flugzeug- Autowerk Avis. Nicht zuletzt hat er dazu auch ein Buch geschrieben.

Avis - Flugzeug- und Autowerk bei Brunn am Gebirge 

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-05.jpgEtwa 10 Jahre mag es her sein, als Robert uns erstmalig von dem einst in Brunn am Gebirge beheimatetem Autowerk Avis erzählte, die, so ganz nebenbei, auch noch Flugzeuge bauten. Nie vorher hatten wir von dieser „Marke“ gehört, aber wie denn auch.

Zur Zeit der Gründung Avis war die Herstellung eines Autos eher noch mit dem Handwerk der Schmiede- Motoren- und Karosseriebaukunst zu vergleichen, denn mit einer Autoproduktion am Fließband heutiger Zeit durch das Zusammenfügen vorgefertigter Einzelteile durch Roboter.

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-02.jpgSo waren denn auch die Avis Flugzeug- und Autowerke auch nur ein kurzlebiger, historischer Fahrzeughersteller, das aus dem Unternehmen Technische Werkstätten GmbH am 12. April 1921 in Wien hervorgegangen war und bereits wenig später seinen Sitz nach Brunn am Gebirge verlegt hatte, wo zwischen 1922 und 1924 Kleinwagen und Flugzeuge entwickelt und gebaut wurden.

Bereits 1921 begann die erste Produktion von Automobilen, entwickelt von Franz Dozekal mit dem Markennahmen Avis, hier insbesondere den Type Avis 4/20.

Für den Antrieb sorgte ein wassergekühlter Zweizylindermotor mit 1095 cm³ mit 88 mm Bohrung und 90 mm Hub.

Der Motor leistete 20 PS bei 3000/min. Der in der Folge gebaute Type 5 verfügte über einen größeren Radstand und eine größere Spurbreite als der Type 3.

Das Leergewicht lag bei 700 kg bis 800 kg je nach Wahl der Karosserien, darunter auch ein Coupé de Ville.

Mit dem Modell wurden die Fahrzeuge auch als Taxi eingesetzt. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 80 km/h bei einem Verbrauch von 8,5 Litern auf 100 km.

Leider endete die Automobilproduktion bereits 1928.

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-06.jpgAb 1924 entstanden in diesem ersten Flugzeug- und Autowerk der Republik Österreich drei Typen von Schul- und Sportflugzeugen, ein Kabinenflugzeug und eine dreimotorige Verkehrsmaschine, bei der es sich um das erste österreichische Großflugzeug handelte.

Nach dem Einfliegen am Werksflugfeld wurden die Flugzeuge zum Einsatzflugplatz Wien – Aspern transferiert.

1928 oder 1931 wurde nach der Insolvenz dieses heute fast vergessene Kapitel österreichischer Technikgeschichte aufgelöst. Soweit zunächst zur Firmengeschichte Avis.

Avis 4/20 - ein seltenes Fundstück aus den Alpen  

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-03.jpgIn einer Scheune in den Alpen und nach vielen Jahren der Recherche hatte unser Freund Robert Krickl das wohl einzig verbliebenes Fahrzeug entdeckt und sogar kaufen können: den Avis Typ 3, Baujahr 1925 – wahrscheinlich das letzte verbliebene Fahrzeug von Avis.

Für Robert wohl einer der schönsten Momente seines bisherigen Lebens. „Ich bin vor lauter Ergriffenheit auf die Knie gefallen“, erinnert sich Robert an diesen Augenblick, als er das Fahrzeug unter dem Staub der Jahre erkannte und es vom Staub und Schmutz befreit hatte.

Ohne zu zögern, kaufte er das Wrack, denn für ihn war klar: „Die Technikgeschichte Österreichs forderte hier ein schnelles und gemeinnütziges Handeln, denn wie in seinen Anliegen zuvor, sollte auch hier die Öffentlichkeit eingebunden werden um vergangene Technik nicht zu vergessen – schlicht also auch einen Lerneffekt zu erzielen.

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-04.jpgNach sehr aufwendiger und kostenintensiver Restaurierung, die auch vom OCC unterstützt wurde, kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen - ein Avis 4/20 als wäre er gerade produziert und direkt an seinen heutigen Standort in das Museum Niederösterreich überführt worden. 

Aber Robert wäre nicht der Robert den wir kennen, wenn nicht parallel weitere Ideen aufgekommen wären, denn aus der Geschichte war bekannt, dass im Januar 1926 sich ein Werksteam der Firma Avis von Wien aus auf den Weg zur damals bereits legendären Rallye Monte Carlo gemacht hätte um daran teilzunehmen.

Der erste Einsatz eines Österreichischen Teams mit österreichischem Fahrzeug überhaupt. Leider kam man nur, trotz hervorragend funktionierender Technik, bis nach Kärnten, denn die Straße nach Tarvis war aufgrund des massiven, meterhohen Schnees unpassierbar.

Für den Sommer 2026 ist die Fahrt nach Monaco geplant. 

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-07.jpgJetzt, 100 Jahre später, soll eben diese Tour nach Monte Carlo schneefrei nachgeholt werden, mit dem restaurierten Avis 4/20. Natürlich nicht im Winter, allein um das wertvolle Einzelstück zu schonen und somit auch nicht zur Teilnahme an einer Rallye Monte Carlo, aber die Route und damit die Mission „historische Sportschuld“ (wie Robert es nennt) soll erbracht und erfahren werden.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann dies mit Hilfe eines gerade ins Leben gerufenen Crowdfunding tun. Unterstützen auch Sie dieses außergewöhnliche Vorhaben und helfen Sie mit, ein Stück Mobilitätsgeschichte auf die Straße zurückzubringen. 

b_450_450_16777215_00_images_austria_vienna_avis-robert-08.jpgAuf unsere Frage nach seiner Hauptmotivation sagte uns Robert:

Der symbolische Wert ist hier vorherrschend - ich finde, es soll besonders für die junge Generation Inspiration bieten: Einerseits ist es eine schöne Lektion in Sachen „nicht gleich aufgeben, sondern es zumindest versuchen“.

Andererseits veranschaulicht dieses Beispiel, dass man nicht ausnahmslos nach Übersee blicken muss um Vorbilder im Bereich der Technik zu suchen.

Auch hier bei uns wurden Pionierleistungen vollbracht, noch dazu zu einer Zeit die alles andere als einfach war - eine Inspiration speziell für die Jugend, der durch das Projekt verdeutlicht werden soll in Zukunft auch hierzu fähig zu sein.

Wir werden weiter zu diesem interessanten Projekt berichten!

Bitte lesen Sie auch:

Tauernbahn - Staufrei durch die Alpen - die Autoschleuse

Breitachklamm und Breitach im Kleinwalsertal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachrichten

Unterwegs

Kultur

Geschichte

Leben | Outdoor