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Das Geheime Tal • Balta's Ort bei Mustafapaşa

  • Geschrieben von Website Editor
Geheimes Tal • Balta's Ort

Wir setzten dann die Fahrt fort zum Balta’nın Yeri (Saklı Vadi), frei übersetzt „Geheimes Tal“ am Ortsrand von Mustafapaşa (der alte griechische Name war Sinassos).

Etwas schwer auffindbar zeigte sich die tiefere Bedeutung des Namens bereits während der Anfahrt. Mit dem Auto fahren wir ins Zentrum von Mustafapasa und folgen dann der Straße, die an der Weinfabrik beginnt, den Berg hoch. Nach Erreichen des Plateaus, fahren wir noch etwa 200 Meter nach links an einer kleinen Moschee vorbei, die noch den orthodoxen Glockenturm aus alten Tagen aufweist. Etwa 30 Meter weiter geht links eine kleine Straße steil bergab, die automatisch ins Saklı Vadi führt. Landschaftlich fantastisch gelegen und etwa 200 Meter lang. Dort finden wir ein Teehaus in einer Höhle, die durch eine Quelle ausgespült wurde. Der Besitzer des Tales, Herr Mehmet Balta, begann vor etwa 6 Jahren das Tal herzurichten und für das Publikum zu öffnen.

Die Kirche, die sich am Eingang des Tales befindet, war eingestürzt und wurde dann - noch zu griechischer Zeit - restauriert und die fehlenden Teile neu auf gemauert - also keine typische Höhlenkirche. Sie ist relativ klein, entspricht aber dennoch dem Bautyp “ Basilika”, das heißt Mittelschiff, 2 Seitenschiffe, Apsis in Richtung Osten. Im Mittelschiff befinden sich 2 Gräber. Vermutlich also eine gestiftete Kirche oder das Grab desjenigen, der die Renovierung bezahlt hat. Von der Größe her zu schließen, war es keine öffentliche Kirche, sondern eher eine Familienkapelle, wofür auch Grab und Lage sprechen. Mustafapasa hatte ja durchaus begüterte Familien, die durch den Handel mit Wein oder medizinische Produkte zu Wohlstand gekommen waren. Das Viertel auf dem Plateau war in der alten Zeit das Arbeiterviertel, indem vornehmlich türkische Arbeiter wohnten - auch zu erkennen an der Architektur der Häuser, die schlicht ist in der Ausführung und bewusst funktional. Das restliche Mustafapasa ist, aufgrund der vormals griechischen Bevölkerung, durchaus anders geprägt. Entgegen der verbreiteten Meinung, dass es sich um griechische Architektur handelt - die Architekten von Sinassos kamen aus Mardin, damals ein Teil Syriens - und der Vergleich der Bausubstanz in Mardin mit der von Sinassos bestätigt dies deutlich.

Die griechischsprachige Bevölkerung (seiner Zeit griechisch-sprachige Menschen wurden mit Rum bezeichnet) profitierte über Jahrhunderte vom Kaviarhandel zwischen Russland und Europa, für den sie ein Monopol besaß. So verfügte der Ort über die stattliche Zahl von 40 Kirchen. Vor dem so genannten Bevölkerungsaustausch lebten hier 600 griechischsprachige und 150 türkischsprachige Familien. Anstelle der Rum wurden Menschen mazedonischer Muttersprache und muslimischen Glaubens aus der Umgebung von Kastoria in Griechenland angesiedelt. Diese bildeten zunächst mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Von Sinasos nach Griechenland umgesiedelte Rum gründeten Nea Sinasos im Nordteil der Insel Euböa.

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