Tödlicher Angriff auf Arzt löst in der Türkei Proteste aus

Tödlicher Angriff auf Arzt löst in der Türkei Proteste aus

Ein tödlicher Angriff auf einen Kardiologen hat in der Türkei insbesondere in Istanbul Empörung und Proteste ausgelöst. In mehreren Städten des Landes gingen heute Ärzte auf die Straße und demonstrierten gegen zunehmende Ge­walt gegen ihre Berufsgruppe.

In Istanbul setzte die Polizei sogar Tränengas ein, wie auf Bildern zu sehen war. Demonstrierende forderten den Rücktritt von Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Die Türkische Ärztevereinigung TTB rief Mitarbeiter im Gesundheitswesen dazu auf, ihre Arbeit bis einschließlich morgen niederzulegen.

Am vergangenen Mittwoch hatte der Sohn einer Patientin im zentralanatolischen Konya einen 47-Jährigen Kardiologen erschossen und sich Berichten zufolge danach selbst umgebracht.

Medien berichteten, der Täter habe den Arzt für den Tod seiner Mutter verantwortlich gemacht, die bei dem Kardiologen in Behandlung war. Gesundheitsminister Koca wurde heute bei der Beerdigung des Opfers ausgebuht, wie die Cumhuriyet meldete.

Der Chef der Ärztekammer in Konya, Bahadir Öztürk, sagte, die Gewalt im Gesundheitssektor habe die Aus­maße eine „Massakers“ angenommen. Er machte auch die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verantwortlich und warf ihr Populismus vor. Die aktuelle Situation sei nicht hinnehmbar, es müssten „drastische Maßnahmen“ ergriffen werden, um Gewalt gegen Ärzte zu beenden.

Gewalt gegen Ärzte ist in der Türkei ein weit verbreitetes Problem. Einem Bericht der Gewerkschaft Saglik-Sen zufolge wurden im vergangenen Jahr 316 Mitarbeiter im Gesundheitswesen angegriffen. Angesichts schlech­ter Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor und hoher Inflation in der Türkei wandern nach Angaben von Verbänden immer mehr Ärzte ins Ausland ab. © dpa/aerzteblatt.de

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