Die Lust am Untergang – Franziska Maderthaner
In Frankreich riecht es nach Revolution. Aus Sorge vor dem Mob endet die Kunstmesse Art Basel Paris vorzeitig und die Haute Volée bringt sich in Sicherheit.
Ein großer Teil der Kunstschickeria hat in den letzten Jahren mit linksextremen und islamistischen Akteuren geflirtet und wird nun ironischerweise von genau solchen auseinandergejagt.
Die renommierte österreichische Malerin Franziska Maderthaner hat die Sachlage schon 2025 mit dem Gemälde „Nous allons couler” vorweggenommen, welches wir seit dem 2. Oktober in unserer Frankfurter Galerie zeigen.
Der Satz „Nous allons couler” („Wir werden untergehen“) wird Marie Antoinette zugeschrieben, welche 1793 im Zuge des revolutionären Terrors unter der Guillotine starb.
Die großartig gemalte Frauengestalt trägt ein Kleid, wie es Ende des 18. Jahrhunderts Mode war. Aktuell wird die Wendung im Zuge der französischen Migrationsdebatte verwendet. Sie steht gleichzeitig für den steigenden Meeresspiegel und die Klimakrise.
Die österreichische Künstlerin Franziska Maderthaner verwebt gegenständliche mit abstrakter Malerei. Sie beherrscht ihr Medium virtuos. Kenntnisreich verwendet sie in ihren Gemälden Zitate aus der Kunstgeschichte.
Zeitgenössische Themen wiederum behandelt sie mit barocker Opulenz und rokokohafter Raffinesse.
Nach dem Besuch des Akademischen Gymnasiums studierte Franziska Maderthaner 1980 bis 1985 an der Universität für angewandte Kunst Wien Kunstpädagogik bei Herbert Tasquil.
Sie lernte Joseph Beuys kennen und schrieb ihre Diplomarbeit über seine „Freie Internationale Universität. Objektivierungsversuch des Organs für die soziale Skulptur von Joseph Beuys.“
Von 1985 bis 1986 studierte sie Grafik bei Oswald Oberhuber. Von Juni 1984 bis März 1985 war sie Assistentin von Martin Kippenberger. Seit 1984 nimmt Franziska Maderthaner an Ausstellungen teil. Nach dem Studium arbeitete die Künstlerin an diversen Filmprojekten und Theaterproduktionen mit.
Seit 2000 ist sie außerordentliche Professorin für Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Von 2004 bis 2006 amtierte sie als Vorsitzende der IG Bildende Kunst in Österreich. 2026 wurde sie zur neuen Vizepräsidentin des Künstlerhauses in Wien gewählt.
Wir wünschen Ihnen ein schönes revolutionäres Wochenende!
Bis 21. November 2026 in der Galerie Rothamel Frankfurt
Galerie Rothamel Frankfurt am Main
Reuterweg 71, 60323 Frankfurt am Main
+49 177 599 84 45
Mi-Fr 13-18 Uhr
Sa 12-16 Uhr
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