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Japanischer Garten Hamburg auch im Winter reizvoll

Japanischer Garten Hamburg auch im Winter reizvoll

Wir waren mal wieder in Hamburg unterwegs, dieses Mal zur Camping Messe ooh, die gerade in den Messehallen am Congress Center zu Ende ging.

Neben der Vielzahl an Wohn- und Camperfahrzeugen interessierten uns insbesondere die so praktischen Dachzelte sowie weiteres Equipment für den Outdoorbereich. Zur Mittagszeit und schon leicht Messemüde wollten wir eine kleine Erholungspause im Außenbereich einlegen, was also lag näher, als den Japanischen Garten aufzusuchen, der zwischen dem Congress Center Hamburg (CCH) und Hamburg-Messe liegt.

Der Japanische Garten entstand 1990 nach einem Konzept des japanischen Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki. Der Garten ist der größte seiner Art in Europa. Seinen Mittelpunkt bilden ein kleiner See und das rustikale japanische Teehaus, das sich mit einer Terrasse zur Wasserfläche hin öffnet. Zum Teehaus gelangt man durch ein hölzernes Tor, das den intimen Bereich symbolisch begrenzt. Hier werden in den Sommermonaten Teezeremonien zelebriert und viele weitere Veranstaltungen durchgeführt. Zu dieser Jahreszeit allerdings überwiegt das Grau.

Ästhetik und Philosophie in Japanischen Gärten

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_japan-garten-hamburg-2.jpgJetzt zur Winterzeit kahl und ohne Wasser fehlten also eigentlich wichtige Anreize, was uns allerdings nicht vom Besuch des Parks abhalten konnte. Wie schön muss es hier im Frühling und Sommer sein, wenn im Einklang mit der ostasiatischen Ästhetik und Philosophie sich Pflanzen, Felsen und Wasser zu einem idealisierten, verkleinerten Abbild der Natur einfügen. Hier werden sich Besucher, das hastige Großstadtleben hinter sich lassend, ganz auf die Elemente der Natur und auf sich selbst besinnen.

Und trotz des trüben Graus zu dieser Zeit und trotz seiner strengen Gestaltung fügt sich der Japanische Garten unaufdringlich in die Parklandschaft ein. Zusammen mit dem Japanischen Landschaftsgarten auf der anderen Seite des Messeganges prägt er einen zentralen Bereich von Planten un Blomen. Wir waren überrascht, schon zahlreich blühende Blumen vorzufinden.

Ausdruck der japanischen Philosophie und Geschichte

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_japan-garten-hamburg-1.jpgJapanische Gärten sind ein Ausdruck der japanischen Philosophie und Geschichte. Solche Gärten findet man teilweise auf Privatgrundstücken, in Stadtparks, bei buddhistischen Tempeln oder Shintō-Schreinen sowie an historischen Sehenswürdigkeiten wie alten Schlössern.

Eine Sonderform, der viele der berühmtesten japanischen Gärten angehören, ist der Zengarten im Kare-san-sui-Stil, bei dem auf Wasser und größere Pflanzen ganz verzichtet wird. Beliebt geworden sind diese Steingärten auch als Miniaturen in Form einer etwa dreißig Zentimeter breiten Kiste für den Schreibtisch. Beim Tsukiyama-Stil (künstliche Hügel) werden dagegen Berge von Steinen und kleinen Hügeln dargestellt, und ein Teich repräsentiert das Meer. Es handelt sich also praktisch um eine Miniaturlandschaft.

b_450_450_16777215_00_images_deutschland_hamburg_japan-garten-hamburg-3.jpgDerartige Gärten sind meist bis ins Detail geplant. Um sie vollends zu verstehen, ist es nötig, sie richtig „lesen“ zu lernen. Neben dem theoretischen Wissen über die Gestaltung und der Handwerkstechnik muss sich der Errichter des Gartens in den gegebenen Ort wohlfühlen können, um den Garten mit der Umgebung harmonieren zu lassen.

Die Gärten sind so angelegt, dass ihre Besucher zahlreiche Entdeckungen machen können. Meistens führt ein Blick aus einer anderen Perspektive zu einem ganz anderen Eindruck der gleichen Anlage, was durch eine asymmetrische, dezentrale Anordnung erreicht wird. Beliebt sind auch holperige, unebene Wege, um den Besucher interessiert durch den Garten gehen zu lassen. Gerade Wege werden nur verwendet, um den Blick in eine bestimmte Richtung zu lenken. Je nach Gartentyp oder Einstellung des Besuchers kann man – anstatt herumzuschlendern – sich an einer Stelle niederlassen und den Garten eingehend betrachten und auf sich wirken lassen.

Wir waren überrascht, dass es schon zahlreiche Blüten gab. Ob das schon Vorboten des nahenden Frühlings sind?

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