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Plaka - ältester Stadtteil von Athen unterhalb der Akropolis

  • Geschrieben von Portal Editor
Plaka - ältester Stadtteil von Athen unterhalb der Akropolis

Wohl ein jeder Griechenlandreisender wird auch die Hauptstadt Athen besuchen, zumal die dort liegende Akropolis zu den wohl bekanntesten antiken Stätten unserer Erde zählen.

Neben der Akropolis ist der Stadtteil Plaka einer der ältesten Stadtteile Athens, der gleich am Fuß der Akropolis liegt. Für den mit öffentlichen Verkehrsmitteln Reisenden liegt Plaka zwischen den Metrostationen Akropolis und Monastiraki und grenzt sowohl an Psirri als auch an die heutige Innenstadt von Athen. Nach einer Überlieferung wurde Athen von König Kekrops gegründet, weshalb Kekropia auch ein alter Name Athens war.

Plaka ein Tavernenviertel des modernen Tourismus

b_450_450_16777215_00_images_griechenland_athen_plaka-6.jpgDer Stadtteil Plaka und seine Bausubstanz können auf eine Kontinuität bis in die Antike zurückblicken. Viele Häuser haben Grundmauern aus der Antike, wenn auch die Fassaden zumeist aus dem 18. Jahrhundert stammen. Bis zur modernen Stadtplanung des frühen 19. Jahrhunderts bildete sie den Kern der Stadt Athen. 1840 lebten noch 19.000 Menschen in der Altstadt. Danach wandelte sich die Plaka zum Tavernenviertel, das in allen gesellschaftlichen Schichten gleich beliebt war. Während der Junta-Zeit waren die heute sehr touristisch geprägten Buat, politisch-literarische Musiklokale, in denen Essen, Vergnügen und politische Kritik sich mischten, vereinzelt von der Sicherheitspolizei geschlossen worden. Nach dem Ende der Junta 1974 verloren diese zuvor so wichtigen Lokale ihren Existenzgrund, und die Plaka wandelte sich komplett zum Touristenviertel mit Souvenirläden und Lokalen mit griechischer Küche als Fastfood.

Plaka hatte eine beträchtliche arvanitische Gemeinde bis ins späte 19. Jahrhundert, weswegen sie auch als „arvanitisches Viertel Athens“ bezeichnet wurde. Die Arvaniten sind eine bilinguale und kulturell eigenständige Bevölkerungsgruppe, deren Angehörige albanischstämmig sind und teilweise einen archaischen toskischen Dialekt der albanischen Sprache zu sprechen pflegen. Traditionell und historisch sind die Arvaniten orthodoxe Christen und somit Anhänger der Kirche von Griechenland.

Im 13. Jahrhundert kamen die ersten Albaner auf Einladung lokaler Machthaber nach Griechenland. Sie waren als Bauern ebenso gefragt wie als Söldner für die Truppen des Herzogs von Athen, des Despoten von Morea und anderer Fürsten.

Arvaniten - Siedler aus Albanien auf Einladung

b_450_450_16777215_00_images_griechenland_athen_plaka-5.jpgIndem sie sich als Teil der griechischen Nation sahen, spielten sie bei der Nationenbildung eine herausragende Rolle. So stellten sie während der Griechischen Revolution von 1821 bis 1829 eine Vielzahl an Soldaten und militärischer Befehlshaber, wie zum Beispiel Andreas Miaoulis (1769–1835), Laskarina Bouboulina (1771–1825) oder andere. Aber auch arvanitische Intellektuelle und Geistliche beteiligten sich aktiv an der Gestaltung und Modernisierung der Griechen. Heute sind sie deshalb integraler Bestandteil der modernen griechischen Nation. Sie sind sich zwar ihrer Eigenständigkeit bewusst, aber die meisten Arvaniten sehen sich heute als Griechen und sind deswegen oftmals kaum von anderen Griechen zu unterscheiden.

Die Arvaniten nahmen seit dem 18. Jahrhundert an der Herausbildung der modernen griechischen Nation und am Befreiungskampf gegen die Osmanen aktiv Anteil. Ihre christlich-orthodoxe Identität ging wie auch bei den Griechen in ein modernes Nationalbewusstsein über. Seit der Gründung des griechischen Staats und infolge innenpolitischer wie auch außenpolitischer Konflikte (auch mit Albanien) waren die arvanitischen Dialekte wenig angesehen, und im Laufe der Zeit wechselten die meisten Arvaniten zur griechischen Sprache. Dieser Prozess beschleunigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch Landflucht und Urbanisierung. Heute sind nur noch Reste des Arvanitika erhalten. Vor allem in der Folklore werden noch alte Traditionen und Bräuche gepflegt.

Wiederbelebung des Stadtteils durch Restauration

b_450_450_16777215_00_images_griechenland_athen_plaka-4.jpgSeit den 1990er Jahren begann ein Wiederaufleben des Stadtteils, viele alte Häuser wurden restauriert, nahezu der ganze Stadtteil verkehrsberuhigt. Die Immobilienpreise reichen mittlerweile an die teuersten Athener Stadtteile heran.

Mit ihrer kleinteiligen Struktur ist die Plaka ein Gegenpol zum modernen Athen des 19. und 20. Jahrhunderts. Hier befindet sich neben dem Frissiras Museum für moderne Kunst auch das Museum für Volkskunst. Der 2004 verstorbene Maler George Savakis malte die alten Strukturen. Seine Bilder hängen noch heute in vielen Tavernen des Stadtteils.

Das Lysikrates Monument und der Turm der Winde sind zwei Wahrzeichen der Plaka.

Der Name „Plaka“ war vor dem Griechischen Unabhängigkeitskrieg nicht in Gebrauch. Die Herkunft des Namens ist unklar. Volksetymologisch stammt er von der arvanitischen Bezeichnung pliak Athena („altes Athen“) oder er könnte auf eine Platte Bezug nehmen, die einen zentralen Punkt der Stadt markierte.

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