Basilika - ein Gebäude-Bautyp von Griechen erfunden?

Basilika - ein Gebäude-Bautyp von Griechen erfunden?

Immer wieder treffen Fragen oder Artikel zur kulturhistorischen Geschichte der Griechen und Römer bei uns ein, die dann doch erstaunlich sind. Da wird aus einer klar erkennbaren Basilika mit Apsis plötzlich ein Gymnasium, weil man den eher kirchlichen Charakter der Basilika wohl nicht möchte, dann wieder sind es Amphitheater, Bouleuterion und Stadien, die durcheinander gebracht werden.

Hier jetzt der Versuch der Erklärung einer Basilika, die fast immer durch angesetzte Bauten von mindestens einer Apsis relativ einfach zu erkennen sind:

Schaut man in die Geschichte der Bauentwicklung, wurde traditionell der Amtssitz des Archon basileus in Athen erstmals als Basilika bezeichnet, darum wird oft vermutet, dass der Bautypus der Basilika im Hellenismus entstand und dann von den Römern aufgegriffen und adaptiert wurde. Doch erhielt Griechenland offenbar erst durch die eingedrungenen Römer Bauten, die der architektonischen Definition dieses Begriffs entsprechen; so wurde die erste datierbare Basilika in Rom von Cato Censorius am Forum Romanum zur Seite der Curia Hostilia 185 v. Chr. errichtet und Basilica Porcia genannt.

Basilika Baustil für Amtssitze oder Gerichtshallen

Zudem weisen nicht alle antiken Basiliken die absolut gleiche Struktur auf, die in der Architektur als Basilika bezeichnet wird. Die Maxentiusbasilika liegt mit ihren deutlich unterteilten Seitenschiffen an der Grenze zum Abseitensaal, und die Konstantinbasilika in Trier hat beispielsweise gar keine Seitenschiffe.

Bereits bei den antiken Basiliken kamen Apsiden vor. In den oftmals als Markt- und Gerichtshallen genutzten Gebäuden dienten sie der Unterbringung eines Herrscherbildnisses.

Die Apsis als wesentliches Erkennungsmerkmal

Die Apsidenform stammt aus der Exedra und Tribuna des griechischen Profan- und römischen Sakral- und Profanbaus. Nicht selten war die Längsachse römischer Basiliken durch zwei gegenüberliegende Apsiden markiert (Volubilis, Leptis Magna) – eine Konstellation, die sich auch an einigen bedeutenden Kirchenbauten des Mittelalter noch widerspiegelt.

In der antiken Architektur werden vielfach Nischen als Bauelemente verwendet, um Teile eines Raums hervorzuheben, als Bauschmuck und als Rahmen (Ädikula) für Statuen und Plastiken. Die Basiliken der römischen Kaiserzeit haben häufig an einem Ende eine Apsis für die Kaiserstatue. Somit kann die Apsis auch als Figurennische verstanden werden. Eine durchgängige Orientierung der Apsiden ist bei antiken Bauten nicht festzustellen, obwohl sich allmählich eine Ost-West-Ausrichtung in der Anordnung auf den Bauflächen durchsetzte.

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