Menu

Alaturka Portal

Kulturregion Ohrid - Das Museum auf dem Wasser

  • Geschrieben von Portal Editor
Das Museum auf dem Wasser

Der fischreiche Ohridsee und die strategisch günstige Lage zogen schon vor mehr als 5000 Jahren die ersten Siedler in die Region von Ohrid.

Die ältesten Skelettfunde auf dem Ohrider Stadtgebiet datieren aus dem 4. Jahrtausend v. Chr., so ist es nicht verwunderlich, das man auch umfänglich nach deren Siedlungsstätten suchte.

Im flachen Seeufer der Knochenbucht haben Unterwasserarchäologen in der Folge auch tatsächlich Spuren einer prähistorischen Pfahlbausiedlung in Form von mehreren Tausend Pfahlresten am Seegrund entdeckt. Die gefundenen Spuren und Artefakte deuten auf eine Besiedlung etwa im Übergang von Bronze- zu Eisenzeit um 1000 v. Chr. hin. Auf unserer Fahrt entlang des See in Richtung Albanien haben wir das „Museum auf dem Wasser“ in der „Buch der Knochen“ an der Gradishte Halbinsel besucht.

Das Museum auf dem Wasser ist eine Rekonstruktion vorzeitlicher Wohnstätten, welche aus Gründen des Eigenschutzes auf Pfählen gebaut, über dem Wasser schweben. Diese Häuser ähneln denen der Bronze- und Eisenzeit (1200 v. Chr. – 700 v. Chr.). Der Archäologe Pasko Kuzman beschreibt das Museum als wichtige touristische Attraktion, welches den Besuchern eine Reise durch die Zeit ermöglicht, die bis zurück in die antike Bronzezeit reicht. Das Museum ist in dieser Art einzigartig in der Region. Die Finanzierung erfolgte durch das mazedonische Kulturministerium.

Schon Herodot, der berühmte griechische Geschichtsschreiber hatte im 5. Jhdt. v. Chr. über diese Wassersiedlung am Ohridsee geschrieben:

They (the dwellers), who dwelt about Mount Pagaeum and they likewise who inhabited Lake Prasias, were not conquered by Magabazus. He sought indeed to subdue the dwellers upon the lake, but could not effect his purpose. Their manner of living is the following. Platforms supported upon tall piles stand in the middle of the lake, which are approached from the land by a single narrow bridge.

At the first the piles which bear up the platforms where fixed in their places by the whole body of the citizens, but since that time the custom which had prevailed about fixing them is this: - they are brought from a hill called Orbelus, and every man drives in three for each wife that he marries. Each has his own hut, wherein he dwells, upon one of the platforms, and each has also a trapdoor giving access to the lake beneath and their wont is to tie the baby children by the foot with a string to save them from rolling into the water. They feed their horses and upon their other beasts upon fish, which abound in the lake to such a degree that a man has only to open his trapdoor and to let down a basket by a rope into the water and then to wait for a very short time, when he draws it up full of them. The fish are of two kinds, which they call the Paprax and the Tilon. (Herodotus V. 16)

Das Dorf und auch die gesamte Anlage, vom Eingang bis zur Pfahlbausiedlung, machte einen sehr guten, gepflegten Eindruck, man kann in Letzterer auf den Holzplanken über dem Wasser von Haus zu Haus gehen. Manche der Häuser sind mit nach gebauten Dingen des Haushalts ausgestattet, so findet man Kochstellen, Abtrennungen für das Vieh, usw. Die Pfähle, auf denen die Plattform errichtet wurde, reichen bis in 5m Tiefe und das Wasser des Ohrid-Sees ist so unglaublich klar, dass man am Rand der Plattform überall bis auf den Grund sehen kann.

Auch der kleine Museumsbau direkt an der Pfahlbausiedlung ist sehenswert und zeigt einige der Fundstücke, die hier während der Untersuchungen durch die Unterwasserarchäologen gemacht wurden.

Da es oben auf dem Hügel auch ein kleines Castellum der Römer gegeben hat, ist auch für uns der Bezug zum Projekt schnell wieder hergestellt. Mehrfach schon hatten wir über den Verlauf der Via Egnatia spekuliert, der zwar von Elbasan kommend bis hin zum Ohridsee und auch weiter bis Bitola einigermaßen klar ist, wo genau der Verlauf der Via Egnatia entlang des Sees verlief aber nach wie vor streitig ist.

Bitte lesen Sie auch:

An der Grenze zu Albanien - das Kloster Sveti Naum

Vevcani - Bergdorf am Fuße der Jablanica Berge

Deutschland

Kultur

Leben | Outdoor

Aktuell sind 368 Gäste und keine Mitglieder online