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Fahrt ins Mühlviertel und Wanderung an der Feldaist

Fahrt ins Mühlviertel und Wanderung an der Waldaist

Für den Nicht-Österreicher eine kleine Einführungserläuterung: Mit dem Begriff „Mühlviertel“ wird heute eine Landschaft in Österreich beschrieben, die eine der vier historischen „Viertel“ Oberösterreichs darstellt. Es ist jener Teil Oberösterreichs, der nördlich der Donau liegt und zum Granit- und Gneishochland gehört.

Granit- und Gneishochland Oberösterreich

b_450_450_16777215_00_images_austria_salzburg_muehlvierte-4.jpgWir waren von Wien aus in das Mühlviertel, genau in Richtung Pregarten gefahren, um bei einem Umzug zu helfen und gleich danach zu einer Wanderung entlang eines der vielen Flusstäler zu wandern. Nördlich des Donautales und im Sauwald befindet sich die Böhmische Massiv, die geologisch älteste Landschaft Österreichs. Es ist ein altes Faltengebirge und besteht im westlichen Teil aus dem Moldanubikum, im östlichen Teil (außerhalb von Oberösterreich) aus dem Moravikum. Das (benannt nach Moldau und Donau) ist faktisch ein ausschließlich aus Kristallin bestehender Gesteinskomplex; durchsetzt mit großen Granitoiden; heute aufgeschlossen im südlichen Teil der Vogesen und des Schwarzwalds sowie vor allem in der Böhmischen Masse südlich des Fichtelgebirges und des Egergrabens. Die Böhmische Masse stellt den Sockel eines abgetragenen, einstigen Hochgebirges (Grundgebirge genannt) dar, das bis über 10.000 Meter hoch ragte. Weitere Reste dieser Gebirgsbildung in Mitteleuropa sind eben auch die deutschen Mittelgebirge. Es dominieren saure Plutonite wie Granite und Gneise. Das an sich zur Gänze abgetragene Gebirge wurde vermutlich im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung in Schollen gebrochen und etwas gehoben, wodurch seine heutige Topographie eines Hügellandes resultiert.

Mühlviertel – seine Wasserläufe führen zur Donau

b_450_450_16777215_00_images_austria_salzburg_muehlviertel-1.jpgDas Mühlviertel hat seinen Namen von den Flüssen Große Mühl, Kleine Mühl und Steinerne Mühl, die diese Region durchfließen. Das Mühlviertel in seiner heutigen Begrifflichkeit besteht bereits seit 1779, als das Machlandviertel im Mühlviertel aufging. Seit der Bildung der Politischen Bezirke im Jahr 1868 haben die Viertel in Oberösterreich keine rechtliche Grundlage mehr und sind reine Landschaftsbezeichnungen. Dabei wurde die ältere Kreiseinteilung ersetzt, die sich noch an den alten Vierteln orientierte. So gehört auch das Stadtgebiet von Linz nördlich der Donau (Stadtbezirke Urfahr, Pöstlingberg, St.Magdalena und Dornach-Auhof) ebenfalls zum Mühlviertel.
Das Mühlviertel grenzt im Westen an Bayern, im Norden an Südböhmen und im Osten und Südosten an Niederösterreich. Der höchste Berg ist der Plöckenstein mit 1.378 Metern im österreichischen Böhmerwald am Dreiländereck.

b_450_450_16777215_00_images_austria_salzburg_muehlviertel-2.jpgIm Gemeindegebiet von St. Nikola an der Donau bei Hirschenau befindet sich mit 228 Metern die tief liegendste Stelle des Mühlviertels. Die einzigen flachen Zonen des Mühlviertels befinden sich zwischen Aschach und Ottensheim (der nördlich der Donau gelegene Teil des Eferdinger Beckens) und zwischen Mauthausen und Grein (Machland).
Granit und Gneis sind der geologische Untergrund des Mühlviertels, die Flüsse und Bäche fließen – bis auf wenige Ausnahmen im nördlichen Mühlviertel, jenseits der europäischen Hauptwasserscheide – zur Donau. Das Mühlviertel unterscheidet sich vor allem auf Grund seiner Lage und seines geologischen Untergrundes bezüglich Flora und Fauna wesentlich von anderen Landesteilen. Besonderheiten in der Natur des Mühlviertels sind unter anderem weitgehend naturbelassene Fließgewässer, Bürstlingswiesen (Borstgrasrasen), Felsformationen (Wollsackverwitterung), Moore, Fischotter, Luchs und Böhmischer Enzian.

Feldaist – Wanderweg am naturbelassenen Fluss

b_450_450_16777215_00_images_austria_salzburg_muehlvierte-3.jpgDie Waldaist bildet sich urch die Vereinigung der Flüsse Schwarze Aist und Weiße Aist südlich von Weitersfelden. Die beiden Quellflüsse entspringen nahe der Grenze zu Tschechien zwischen dem Freiwald und dem Weinsberger Wald. Die Waldaist fließt in südlicher Richtung und vereinigt sich nach etwa 50 km bei Schwertberg mit der Feldaist zur Aist, die dann in der Nähe von Mauthausen in die Donau mündet.
Beide Quellflüsse entspringen knapp nebeneinander im Gemeindegebiet von Liebenau in einer Seehöhe von etwa 1.020 Metern. Während die Weiße Aist in ziemlich geradliniger Richtung nach Süden fließt, sammelt die Schwarze Aist auf ihrem wesentlich längeren Weg, zuerst nord-, dann west-, beziehungsweise südwärts einige Bäche auf, darunter auch die Harbe Aist (bei Harrachstal), die im südlichen Gemeindegebiet von Sandl entspringt. Bei der Vereinigung mit der Weißen Aist südlich von Weitersfelden führt die Schwarze Aist wesentlich mehr Wasser; sie ist auch der längste Quellfluss der Aist.
Der moorige Charakter des Umlandes der Schwarzen Aist bedingt die typische Braunfärbung des Flusses. Die Weiße Aist hingegen durchfließt kaum Moorgebiete, wodurch die Farbe des Flusses wesentlich heller ist.
Das Waldaisttal gehört zum geschützten Natura-2000-Gebiet Waldaist-Naarn. Schützenswert sind die Flussperlmuscheln und die Koppe. Das Flussperlmuschel-Vorkommen in der Waldaist ist das Größte in ganz Mitteleuropa. In der Waldaist hauptsächlich vorkommende Fischarten sind: Bachforelle, Bachsaibling, Äsche und Regenbogenforelle, was wir während unserer Wanderung immer wieder beobachten konnten.
Aber dazu später mehr.

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