Avis Typ 3 – Robert´s Tourvorbereitung nach Monte Carlo
- Geschrieben von Portal Editor
Avis - In unserem Artikel zu dem von Robert Krickl aufgefundenen und dann restaurierten Avis Typ 3 Fahrzeug hatten wir bereits berichtet, hier nun ein weiterer Artikel zum Fortschritt seines Projekts „Tour nach Monte Carlo“.
Nach der erfolgreichen Restauration soll der Avis kein reines Museumsmodell bleiben, denn dieser Fahrzeugtyp hat „eine Rechnung“ offen, eine so genannte „historische Sportschuld“, wie Robert es nennt.
Im Januar 1926 startete ein Avis-Werksteam mitten in der Nacht in Wien zur schon damals legendären Rallye Monte Carlo – es sollte der erste Einsatz eines österreichischen Teams bei diesem legendären Rennen überhaupt werden. In der Vorbereitung lief alles perfekt, die Technik hielt, die gefahrenen Zeiten waren hervorragend. Doch dann in Kärnten bei der Alpenquerung schlug die Natur zu. Meterhoher Schnee machte die Straßen nach Tarvis unpassierbar und der Schneepflug war damals noch nicht erfunden. Das Avis-Team musste aufgeben – technisch einwandfrei, aber von den Elementen gestoppt.
2026, also 100 Jahre nach dem ursprünglichen Versuch, soll das einzigartige Fahrzeug jene Reise nach Monte-Carlo vollenden, die ihm 1926 verwehrt geblieben war. Mit der „Mission Monte Carlo 2026“ von Robert Krickl soll österreichische Automobilgeschichte nicht nur bewahrt, sondern in den Medien und auf der Straße wieder erlebbar gemacht werden. Eigens für dieses außergewöhnliche Vorhaben war ein Crowdfunding ins Leben gerufen worden, hatten zahlreiche Sponsoren tief in die eigene Tasche gegriffen und beim Projekt unterstützend geholfen. So wollen auch wir zumindest einige Partner nennen:
Avis - Phoenix aus dem CraftLab
Die Rettung des Scheunenfunds glich einer archäologischen Grabung, oftmals im Wort Sinn. In den Werkstätten von CraftLab in Pitten wurde der Wagen Schraube für Schraube auseinandergenommen, oftmals kaum noch erkennbar. Dabei offenbarte der Avis wirkliche Brillanz, zumindest für die damalige Zeit: Die Konstrukteure hatten Leichtbau-Know-how aus dem Flugzeugbau in das Chassis einfließen lassen. Für Robert Krickl ist der Wagen deshalb weit mehr als nur Blech und Holz. „Historische Fahrzeuge sind rollende Zeitzeugen – greifbare Dokumentation unserer technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung“, betont er.
Besonders die personelle Kontinuität fasziniert den Forscher Krickl. Konstrukteure, die bei Avis ihr Handwerk lernten, schrieben später Geschichte bei der Entwicklung von „Volksautos“ wie dem VW Käfer oder dem Goggomobil. Heute denkt man oft offen, wäre doch VW bei „Volksautos“ geblieben, vielleicht mit Batterieantrieb aber für die breite Masse anstelle auch in die gehobene Mittelklasse Eingang zu suchen. In dem singenden 20 PS Boxermotor des Avis steckt für Krickl die DNA dessen, was Jahrzehnte später die Welt mobilisierte. Er bezeichnet das Fahrzeug daher fast schon ehrfürchtig als den „Großvater des Käfers“. In jahrelanger Kleinarbeit wurde der Wagen restauriert, wissenschaftlich begleitet und sogar von der Österreichischen Post mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Heute steht das Unikat im Museum Niederösterreich in St. Pölten – dort, wo zuvor die Staatslimousine der Republik parkte.
Schon bei der Restauration des Fahrzeugs hatte auch die RaytechGroup als Top-Adresse für elektrische Systeme an Fahrzeugen tatkräftig geholfen. Um das Avis-Fahrzeug während der Anreise nach Monte Carlo zu schonen, hatte Robert nach einem professionellen Anhänger gesucht, in dem das Fahrzeug im Vorfeld transportiert werden kann. Und erneut kam die Hilfe von der RaytechGroup
Avis Sommer 2026 – auf nach Monaco
Um die Brisanz dieses Fundes in einer Scheune durch Robert Krickl zu verstehen, muss man zumindest gedanklich zurück in das Jahr 1924 reisen. Österreich war damals ein Zentrum zahlreicher technologischer Ambitionen; Avis war das rot-weiß-rote Gegenstück zum Junkers-Konzern. Eine Flugzeugschmiede, die Luftpost beförderte und Rekorde brach, bevor sie aufgrund der wirtschaftlichen Not der Zwischenkriegszeit zurück auf den harten Boden der Realität gezwungen wurde. Das zweite Standbein der Firma wurde dann der Automobilbau, doch auch hier blieben die Konstrukteure ihren visionären Wurzeln treu.
Als der Wagen 1925 produziert wurde, war Österreich eine erst sieben Jahre junge Republik auf dem Weg zum föderalistischen Bundesstaat - mit Rudolf Ramek als damaligem Bundeskanzler. Die Habsburger Monarchie hatte 1918 abgedankt. In Deutschland amtierte zur gleichen Zeit Reichspräsident Paul von Hindenburg in der Weimarer Republik.
Die Demokratisierung der Straße
D
ass heute fast kein Avis mehr existiert, ist kein Zufall, sondern eine tragische Konsequenz seiner eigenen Philosophie. „Die Wagen sollten in erster Linie erschwinglich und dabei so effizient wie möglich sein“, erklärt Krickl. Avis zielte auf die „Demokratisierung des Automobilismus“ – Autos für die breite Masse statt für die Oberschicht, wie auch einst Volkswagen in Deutschland. Doch genau diese Alltagstauglichkeit wurde ihnen zum Verhängnis. Während Nobelsportwagen gehegt wurden, verschwanden die Avis-Kleinwagen im „Ressourcenhunger des Zweiten Weltkriegs“ oder verrotteten schlichtweg. „Dass die Erhaltungslage bei einfachen Fahrzeugen trotz höherer Stückzahl deutlich schlechter als bei Nobelsportwagen ist, ist ein bekanntes Phänomen“, stellt der Wissenschaftler fest. Hinzu kam die Materialwahl: Die Gemischtbauweise mit viel Holz überstand die Jahrzehnte in feuchten Scheunen kaum.
Zwar wird die Route nach Monte Carlo jetzt im Sommer 2026 schnee- und streusalzfrei gewählt, um das kostbare Einzelstück zu schonen, doch die Mission bleibt letztendlich dieselbe.
Zeitplan und Charakter der Fahrt:
Nach aktuellem Stand wird es Ende August, in KW 35, in St. Pölten losgehen, gleich nach Wien und dann Brunn sodass die historischen Orte abgedeckt sind. Dann geht es mit ca. 200 km pro Tag nach Süden mit zumindest zwei öffentlichen Stopps pro Tag. Hier würde sich Roberts Team sehr freuen, wenn Leute vorbeikommen - natürlich sind da auch Oldtimer-Kollegen herzlich willkommen!
Ob jemand dann zwischen den Stopps mitfährt ist zwar nicht geplant, aber auch nicht verboten. Fixpunkte auf der Strecke werden auf jeden Fall der RedBull-Ring (als Motorsportzentrum Österreichs) und Villach sein (wo 1926 die Aufgabe erfolgen musste). Details für die Tour sind in Planung. Dann geht es weiter nach Italien - dazu kann Robert noch nicht allzu viel sagen, da hier noch Gespräche laufen. In Monaco wird es (in KW 36 - 37) einen offiziellen Empfang durch den ACM geben.
Wir bleiben am Ball.
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