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Alle Wege führen nach Rom - erste Projektgedanken

  • Geschrieben von Sam Rohlfs

Wohl jeder kennt die Redewendung: „Alle Wege führen nach Rom“ oder leicht abgewandelt „Es führen viele Wege nach Rom“, wenn man zum Ausdruck bringen will, das es unterschiedliche Möglichkeiten zum Erreichen eines Ziels, auch eines persönlichen Anliegens gibt.

Man muss es nur wollen und sich auch von Hindernissen oder Unwägbarkeiten nicht beirren oder besser „vom Weg abbringen“ lassen. Am Ende gelangt man an das sich selbst gesteckte Ziel.

In vielen Sprachen der Welt ist diese Redewendung bekannt und somit auch deren Bedeutung. Aber woher entstammt die Redewendung ursprünglich?

Wie in vielen Lebensbereichen findet man auch hier verschiedene Ansichten und Deutungen, die in der Mehrzahl auf die „alten“ Römer verweisen, da Rom in antiker Zeit als das Machtzentrum schlechthin galt, die Römer für ihren Straßenbau überall in der Welt bekannt waren und zunächst alle bedeutsamen Straßen von Rom ausgingen bzw. nach dorthin in das politische Zentrum der damaligen Welt führten. Allerdings gibt es auch Meinungen, das ursprünglich anstelle des Zentrums Rom das antike Athen in dem Spruch gemeint war, um auszudrücken, das es viele verschiedene Möglichkeiten gab, nach Athen zu reisen. Demzufolge wäre der Spruch trotzdem römischen Ursprungs um darzustellen auf welch unterschiedlichen Wegen man Athen erreichen kann. Der römische Kaiser Flavious Claudius Julianus, der 331 nach Christus geboren, am 26. Juni 363 nahe des Ortes Maranga am Tigris verstarb und häufig mit Julian der Apostat, d.h. der Abtrünnige bezeichnet wird da er den christlichen Glauben wieder aufgegeben hatte, soll einst folgenden Satz gesagt haben:
„es dürfe nicht Wunder nehmen, dass wir zu der, gleich der Wahrheit, einen und einzigen Philosophie auf den verschiedensten Wegen gelangen. Denn auch wenn Einer nach Athen reisen wolle, so könne er dahin segeln oder gehen und zwar könne er als Wanderer die Heerstrassen benutzen oder die Fußsteige und Richtwege und als Schiffer könne er die Küsten entlang fahren oder wie Nestor das Meer durchschneiden.“

Kaiser Augustus errichtet den Goldenen Meilenstein am Forum Romanum

Als im Jahr 20 vor Christus Kaiser Augustus den Goldenen Meilenstein, das Milliarium Aureum, am Forum Romanum errichten lies, auf dem alle Provinzhauptstädte samt ihrer Entfernung bis nach Rom aufgeführt waren, könnte auch hierin schon der Ursprung des Sprichworts liegen, denn mit den Inschriften war klar gemeint: „Alle Wege führen nach Rom“.
In seinem „Liber parabolarum“ schrieb Alanus ab Insulis den folgenden Satz eines Verses: „Mille viae ducunt hominem per saecula Romam“, in der Bedeutung von „Tausend Wege führen die Menschen immerfort nach Rom“.

„Verschiedene Wege führen verschiedenes Volk auf dem rechten Weg nach Rom“, sagte Geoffrey Chaucer, ein englischer Schriftsteller um 1343 in London geboren und am 25.Oktober 1400 ebendort verstorben, der vor allem als Verfasser der Canterbury Tales in die Literaturgeschichte einging als noch vorwiegend in Latein geschrieben wurde in leichter Abwandlung des Spruchs „Alle Wege führen nach Rom“.

Der französische Schriftsteller Jean de la Fontaine, geboren am 8. Juli 1621 in Château-Thierry (Aisne) und verstorben am 13. April 1695 in Paris, der als einer der größten Klassiker Frankreichs gilt und entsprechend jedem Schulkind bekannt ist, schrieb in seiner Fabel „Le Juge arbitre, l’Hospitalier, et le Solitaire“ „Tous chemins vont à Rome“, womit wir bei einer bis heute bestehenden Form des Spruchs sind: Alle Wege führen nach Rom“.

François Marie Arouet, besser bekannt unter dem Namen Voltaire, geboren am 21. November 1694 in Paris und verstorben ebenda am 30. Mai 1778, der wohl meistgelesene Autor der Europäischen Aufklärung griff das Zitat „Alle Wege führen nach Rom“ im Jahr 1750 auf und verwendete es unter anderem auch in einem Brief, wodurch der Spruch wohl endgültig auch nach Deutschland kam.

Der moderne Duden (Redewendungen) hingegen schreibt den Varianten des Sprichwortes unterschiedliche Bedeutungen zu:

1. es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Aufgabe zu erledigen — nicht nur eine!
2. alle Wege münden in die katholische Kirche!
3. der Papst beansprucht für sich, die gesamte Christenheit allein zu vertreten!

Hier weitere Sprachen, in denen dieser Spruch und damit seine Bedeutung bekannt sind:

Englisch:          All roads lead to Rome

Esperanto:       ĉiuj vojoj kondukas Romon

Finnisch:          Kaikki tiet vievät Roomaan

Französisch:    Tous les chemins mènent à Rome

Italienisch:      Tutte le strade portano a Roma

Katalanisch:    Tots els camins porten a Roma

Polnisch:         Wszystkie drogi prowadzą do Rzymu

Portugiesisch:  Todos os caminhos vao ter a Roma

Russisch:         Все дороги ведут в Рим

Schwedisch:    Alla vägar bär till Rom

Spanisch:        Todos los caminos llevan a Roma

Tschechisch:    Všechny cesty vedou do Říma

Türkisch:         Bütün yollar Roma'ya çıkar

Ungarisch:       Minden út Rómába vezet

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