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Aventicum – Amphitheater und Römisches Theater locken

Aventicum – Amphitheater und Römisches Theater locken

Zur Zeit des Römischen Reiches war Avenches, das damalige Aventicum, die bedeutendste Stadt auf Schweizerischem Boden am Handelsweg vom Rhonetal via Augusta Raurica nach Germanien.

Wir waren gespannt, was uns hinsichtlich des römischen Kulturgutes in Avenches erwarten würde.

Die Gründung der römischen Stadt Colonia Pia Flavia Constans Emerita Helvetiorum Fœderata, wie der Stadtname offiziell lautete, oder Aventicum, wie die einheimische Bevölkerung ihre Stadt nannte, wird heute auf die Zeit um 15–13 v. Chr. angesetzt. Nach der älteren Namenforschung soll der Name Aventicum von einer helvetischen Quellgöttin Aventia abgeleitet sein; heute führt man ihn auf den um das Suffix -ǐko/-ǐcum erweiterten keltischen Bachnamen Aventǐa zurück.

Keltische Siedler also legten den Grundstein von Avenches

b_450_450_16777215_00_images_schweiz_lausanne_avenches-1.jpgDie Wurzeln von Avenches gehen allerdings auf die Kelten zurück. Ein Stamm der Helvetier hatte im Lauf des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf der Höhe des Bois de Châtel südlich der späteren römischen Ortschaft ein Oppidum errichtet. Dieses Oppidum ersetzte wohl ein früheres Oppidum auf dem Mont Vully, das etwa zur gleichen Zeit aufgegeben wurde.

Die erste Erwähnung des Ortes findet sich in den Aufzeichnungen des Tacitus, der die damalige Siedlung im Jahre 69 bereits als Hauptstadt der Helvetier (caput gentis) bezeichnete. Unter dem Einfluss der Römer entwickelte sich Aventicum schon bald zu einer blühenden Handelsstadt mit rund 20'000 Einwohnern und wurde schließlich sogar Bischofssitz. Der Niedergang der römischen Stadt setzte im 3. Jahrhundert nach Christus ein, verursacht durch innere Reichswirren und Plünderungszüge der Alamannen. In der Folge siedelten sich die restlichen Bewohner auf dem Hügel an, wo sich das heutige Städtchen Avenches befindet.

Eine neue befestigte Siedlung wurde im 5. Jahrhundert wieder auf dem Gelände der römischen Stadt gegründet. Aventicum blieb auch während der unruhigen Zeiten und der andauernden Bedrohung durch die Alamannen Bischofssitz und besaß mindestens zwei Kirchen (Saint-Martin und Saint-Symphorien). Erst Mitte des 6. Jahrhunderts, als Bischof Marius seinen Sitz nach Lausanne verlegte, bedeutete dies das endgültige Aus für Aventicum. Wahrscheinlich war der Ort aber weiterhin bewohnt.

Ruinen der Römischen Stadt Aventicum

b_450_450_16777215_00_images_schweiz_lausanne_avenches-2.jpgVon der römischen Stadt Aventicum sind bedeutende Reste erhalten, beziehungsweise ausgegraben, restauriert und konserviert worden. Am östlichen Ausgang der historischen Altstadt von Avenches befindet sich das am besten erhaltenen Amphitheater der Schweiz. Über dem Haupteingang steht der früher Bischofsturm genannte Wehrturm aus dem 11. Jahrhundert. Im Amphitheater finden die bekannten Opernfestspiele Festival Avenches Opéra statt.

Im Bischofsturm befindet sich das höchst interessantes Museum zur Römischen Zeitgeschichte mit umfangreichen Fundstücken der Epoche aus den Ausgrabungen, die längst noch nicht abgeschlossen sind.

Nicht weit entfernt, im Süden des ehemaligen Aventicum steht das imposante römische Theater (Théâtre romain), von dem noch zahlreiche Sitzreihen und Teile des Bühnenhauses sowie des Tribünenunterbaus erhalten sind.

Weitere bedeutende Überreste sind von der Tempelanlage Cigognier, vom Kapitol, den Thermen und der ehemaligen römischen Umfassungsmauer erhalten. Vom Cigognier-Tempel steht nur noch eine rund 12 m hohe Säule, auf der früher Störche nisteten, weshalb der Tempel seinen Namen vom französischen Wort cigogne (Storch) erhielt.

Wer sich für Römische Kulturgeschichte interessiert wird nicht enttäuscht sein. Vor allem das Museum mit seinen Artefakten lohnt den Weg nach Avenches.

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