Troja – Hauptstadt aus Homers Ilias
- Geschrieben von Portal Editor
Troja ist, soweit wir wissen, einer der bekanntesten antiken Orte der Welt. Dies führt direkt zu Homer, der vor etwa 3000 Jahren die Geschichte Trojas
in seinem berühmten Epos „Ilias“ beschrieb.
Im Mittelpunkt des Epos steht der König von Troja, der die schöne griechische Prinzessin Helena nach Troja entführte. Helena war jedoch bereits mit dem König von Sparta verheiratet. Um Helena zurückzugewinnen, versuchte das griechische Heer mehrere Jahre lang, die Stadt zu erobern, jedoch ohne Erfolg. Zumindest hatten sie die berühmte Idee, das riesige hölzerne Pferd zu bauen. Die Einwohner Trojas hielten es für ein Geschenk des bereits abgezogenen griechischen Heeres und zogen es ins Zentrum der Stadt. In der folgenden Nacht kamen die griechischen Soldaten aus ihrem Versteck im Inneren des Pferdes und konnten das überraschte Heer besiegen.
Der deutsche Wissenschaftler Heinrich Schliemann war von der Geschichte so fasziniert, dass er sich sofort entschloss, den Ort des Geschehens zu finden. Durch seine Ausgrabungen und die Bergung der berühmten Goldschätze Trojas erweckte er die Stadt zu neuem Leben und sorgte so dafür, dass bis heute Millionen von Besuchern die Ruinen der antiken Stadt besichtigen.
Heute sind nur noch wenige Ruinen zu sehen. Im Vergleich zu anderen antiken Stätten wie Ephesus oder Pergamon ist Troja weniger gut erhalten. Doch die berühmte Geschichte vom hölzernen Pferd zieht nach wie vor Millionen von Touristen an. Mythologie ist ein wichtiger Faktor für das Reiseverhalten.
Troja befand sich sehr wahrscheinlich auf dem 15 Meter hohen Siedlungshügel Hisarlık an den Dardanellen. Möglicherweise kontrollierte die Siedlung seit der Bronzezeit den Zugang zum Schwarzen Meer. Die Schiffe konnten damals noch nicht gegen den Wind kreuzen. Nach Ansicht von Manfred Korfmann warteten sie daher im Hafen der Festung auf günstige Winde, und der Wegzoll sowie die Lotsen- und Schutzgebühren, welche die Schiffe an Troja entrichten mussten, brachten der Stadt Reichtum. Diese Ansicht ist allerdings umstritten: Es wird sowohl das Vorliegen einer substantiellen Schifffahrt vom Mittelmeer ins Schwarze Meer während der späten Bronzezeit bezweifelt als auch die Tatsache, dass dafür der Hafen der Festung angesteuert worden wäre.
Berühmtheit erlangte der Ort in der Antike durch die Dichtung Ilias von Homer und den dort beschriebenen sagenhaften Trojanischen Krieg. Noch in der Spätantike wurden der Ort und seine sagenhaften Helden im Römischen Reich hoch verehrt (siehe Aeneis), und der Hügel Ilium war weitbekannt. Mit dem Beginn des christlichen Mittelalters geriet Troja (und damit auch die Lage der Stadt) in Vergessenheit.
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