Geld Überweisungen Türkei zeigen rapiden Rückgang

Euro-Überweisungen in die Türkei weisen einen rapiden Rückgang auf.

Seit der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders mit rasant angestiegener Zahl von türkischen Gastarbeitern in den 60er und 70er Jahren hatten sich auch die Beträge der monatlichen Überweisungen aus Deutschland in die Türkei zur Unterstützung der dort verbliebenen Familienangehörigen kontinuierlich erhöht.

Selbst noch im Jahr 1998 schickten die etwa 2,8 Millionen türkischen Gastarbeiter oder Auswanderer rund 8,2 Milliarden US$ in ihre ursprüngliche Heimat.

In den letzten 14 Jahren ist diese Art von Überweisungen in die Türkei um etwa 90% zurück gegangen, trotz des Anstiegs der Zahl der Migranten auf etwa 4,3 Millionen. Zwar flossen immer noch stolze 961 Millionen US$ von hier arbeitenden Migranten in die Türkei, doch die Summe ist nach den Angaben der Weltbank gering wie nie zuvor.

Was sind die Gründe für die Tatsache, das Auslandstürken immer weniger Euro-Überweisungen in die Türkei tätigen?

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Ein wesentlicher Grund sind sicherlich die Bedingungen des Arbeitsmarktes, der geprägt ist von hoher Arbeitslosigkeit und damit auch verschärften Lebensbedingungen für im Ausland lebende Türken. Wenn der eigene Verdienst kaum noch zum Lebensunterhalt genügt, können auch zwangsläufig keine Zuwendungen mehr an die Familie fließen. So haben Nachforschungen gezeigt, das viele Türken selbst an der Armutsgrenze leben.

Ein weiterer Faktor ist aber auch, das mittlerweile viele Türken sich so in die Gesellschaft integriert haben, das sie ihr wohlverdientes Geld selbst benötigen, um sich hier in Europa dauerhaft niederzulassen. Der Aufbau des eigenen Lebens mit zum Beispiel dem Bau eines Hauses oder sonstiger Investitionen verschlingt den größten Anteil des Verdienstes. Natürlich ist auch die Wahl des Lebensmittelpunktes ein mit entscheidender Grund, so das oftmals Familien in Europa zusammengeführt wurden.

Es ist also nicht verwunderlich, wenn auch der türkische Staat auf diese Situation des ausbleibenden Geldflusses reagiert hat. Mit dem Auftreten der globalen Finanzkrise hatte die Türkei bereits 2009 ein Programm aufgelegt, das es vermögenden Türken erleichtern sollte, ihr im Ausland deponiertes Vermögen ohne gewaltige Einbußen an Steuern und Gebühren in die Türkei zu transferieren. Immerhin flossen seiner Zeit rund 50 Milliarden Türkische Lira, was etwa 28 Milliarden US$ entspricht, in die Türkei zurück. Eine große Hilfe für den Staat, die Auswirkungen der Finanzkrise abzufangen.

Anfang des Jahres setzte die türkische Regierung erneut ein Zeichen, den sie hatte am 22. Mai eine neuerliche Amnestieregelung erlassen, die für wohlhabenden Türken Anreize verschaffen sollte, ihre im Ausland deponierten Gelder in die Türkei zu transferieren ohne dafür Strafsteuern oder Geldstrafen zu zahlen. So sollten nur zwei Prozent Gebühren auf das zurückgeführte Kapital erhoben werden, während es normalerweise zwischen 30 und 40% Steuern wären. Ebenso sollte es keinerlei Untersuchungen geben, woher genau das Geld stammen würde. Eine wirkliche Amnestie zum Transfer von Schwarzgeld? Mittlerweile ist diese Amnestie abgelaufen.

Noch fehlen allerdings die Zahlen der zurückgeführten Summen, um beurteilen zu können, ob es sich um eine erfolgreiche Maßnahme der Regierung gehandelt hat.

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