Sardes am Berg Timulus - antike Großstadt mit Flair

Sardes am Berg Timulus
Sardes am Berg Timulus

Die antike Stadt Sardes, die bereits zu Zeiten des Königreichs der Lydier gegründet worden war, liegt neben dem heutigen Dorf Sart in der Provinz von Manissa.

Die Reste und Ruinen der Stadt liegen zu beiden Seiten der Schnellstrasse zwischen Ankara und Izmir, etwa 85 Kilometer östlich der Grosstadt Izmir. 
Das antike Zentrum der Stadt wurde im achten Jahrhundert vor Christus auf den 500 Meter hohen Hügeln an der nördlichen Seite des Bergs Timulus errichtet.

Die Seiten des Hügels fielen steil ab und bestehen aus gewachsenem harten Fels, der wie eine natürliche Festung leicht von oben zu verteidigen war und nur von einer Seite aus konnte die Stadt über eine sehr enge, kurvige Gasse erreicht werden.

Später begannen die Menschen auch am Fuße des Hügels zu bauen. Das ist der Grund, warum Sardes in der Antike in zwei Abschnitten geplant und gebaut wurde. Der wirklich antike Teil im Norden, die Hermus Flussebene überblickend, und der modernere Teil im Süden.

Im Jahr 547 vor Christus eroberte der persische König Kyros die Stadt und baute sie zu einer der wichtigsten Festungen des westlichen Großreichs und zur politischen Hauptstadt Kleinasiens aus. Zu dieser Zeit lebten die Menschen hier in Luxus und Prunk, der Handel blühte genau wie auch das Handwerk sich ständig weiter vergrößerte. Viele neue Produkte von hoher Qualität wurden entwickelt und angeboten, so gab es Stoffe mit goldenen Fäden, neue Parfüms, Öle und Juwelen, kurz: Das Leben war gut in Sardes.

Im Jahre 334 vor Christus übernahm Alexander der Große die Kontrolle über die Stadt, aber, bereits kurz nach seinem Tod, teilten die Generäle das Königreich und die Stadt wurde im Jahr 281 vor Christus den Seleukiden übergeben. Nun war Sardes die Hauptstadt des Seleukidischen Großreichs nördlich und westlich des Taurus Gebirges. Zu dieser Zeit bekam die Stadt mehr und mehr das Aussehen und den Flair einer typisch griechischen Metropole.

Nach einer sehr wechselhaften Zeit mit unterschiedlichen Führern und Völkern aus Syrien, Pergamon und den Römern, erfolgten nochmals ruhigere Zeiten. Die Römer errichteten in Sardes Fabriken zur Produktion von Waffen und bauten die Stadt fast komplett neu auf, da sie über Jahre durch Kriege und Zerstörung fast gänzlich ruiniert war. So wurden die Bäder und das Gymnasium von den Römern gebaut und später wurde auch noch eine jüdische Synagoge hinzugefügt.

Im Jahre 399 nach Christus konnte die Eroberung Sardes durch die Goten gerade noch eben verhindert werden, indem man das Wasser des Hermus Flusses anstaute und damit das gesamte Tal flutete. Allerdings konnte die Eroberung und damit verbundene Zerstörung der Stadt durch die Sassanier im Jahre 616 nach Christus nicht mehr aufgehalten werden.

Die Idee, Geld als Zahlungsmittel zu verwenden, entstand ebenfalls in Sardes. Stücke von gestanztem Metall waren im Tausch gegen Waren hier bereits sehr früh im Einsatz. Die Produktion von Münzen wurde zum größten Exportschlager des Lydischen Großreichs.

Numismatiker akzeptieren grundsätzlich die Verwendung von geprägten Münzen zum Ende des siebten Jahrhunderts vor Christus, aber wann exakt die erste Münze geprägt wurde, ist immer noch mit heftigen Diskussionen verbunden.

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