Der imposante Artemis Tempel bei Sardes

Der imposante Artemis Tempel bei Sardes
Der imposante Artemis Tempel bei Sardes

Die antike Stadt Sardes bei Izmir war einst die Hauptstadt des antiken Königreichs Lydien, dessen Gründung, den Aufzeichnungen Herodot´s entsprechend, auf die Dynastie der Herakliden zurück geht, die sich als Nachkommen des Herakles begriffen.

In hethitischer Zeit hieß die Stadt vermutlich Uda, unter den Herakliden Hyde. Der letzte König dieser Dynastie soll Kandaules gewesen sein. Gyges, Leibwächter und Speerträger des König Kandaules, sollte auf dessen Befehl die Schönheit seiner Frau bewundern. Die Königin, die dieses Anliegen Ihres Mannes bemerkte und in ihrer Ehre tief verletzt war, stellte Gyges vor die Wahl, ihren Gemahl zu ermorden oder selbst auf der Stelle zu sterben. Gyges tötete daraufhin den König, wurde dessen Nachfolger und heiratete die Königin.

Die Thronbesteigung des Gyges und mit ihm der Aufstieg des Geschlechts der Mermnaden wurde um 675 v. Chr. datiert. 647 v. Chr. fiel Gyges im Kampf gegen die Kimmerer. Sein Sohn Ardys (647–605 v. Chr.) und sein Enkel Alyattes (600–555 v Chr.) folgten ihm auf den Thron. Alyattes Sohn, Kroisos (555–541 v. Chr.) wird als letzter Herrscher der Mermnaden in Sardes benannt. Mit ihm endete auch das Königreich Lydien.

Das Königreich Lydien war hoch entwickelt in Handwerk und Gewerbe und Sardes galt als Hauptsitz der Produktion, in deren Zentrum die Herstellung und das Färben empfindlichen Wollmaterials und von Teppichen stand. Die Aussage, dass der kleine Fluss Paktolos am Markt über goldenen Sand verlief, kann wohl als Metapher für den Reichtum der Stadt gelten, auf den die Griechen des 6. Jahrhunderts v. Chr. für ihren Goldnachschub zurückgriffen; Goldgewinnung und Handel bildeten die realen Quellen dieses Reichtums.

Sardes wurde auch Ausgangspunkt für die 2.500 km lange persische Königsstraße nach Persepolis. Im Jahre 499 v. Chr. wurden Sardes und seine Tempel während des Ionischen Aufstandes von den Griechen zerstört, was in den anschließenden Perserkriegen von diesen gerächt wurde.

Tissaphernes, seit etwa 413 v. Chr. Satrap in Sardis, unterstützte durch Vermittlung des Alkibiades die Spartaner im Peloponnesischen Krieg. 401 v. Chr. kämpfte der mächtige Satrap von Sardes gegen den aufständischen Prinzen Kyros, der dabei getötet wurde. Mit dem Sieg Alexanders des Großen in der Schlacht am Granikos im Jahre 334 v. Chr. gelangte Sardes in den hellenistischen Machtbereich.

Der Tempel der Artemis von Sardis:

Die Struktur des Tempels von Artemis war "doppelt" so groß wie die des Parthenon in Athen und so gehörte der Tempel zu den sieben größten griechischen Tempelanlagen, hier in Sardis um 334 vor Christus errichtet, direkt im Anschluss des Trumpfs von Alexander dem Großen. Da Artemis die Hauptgöttin der Fruchtbarkeit, der Jagd, der Kinder und Tiere war, kamen die Menschen von überall her, um die Göttin in der riesigen Tempelanlage von 300 x 150 Meter  zu verehren. In der Römerzeit wurde Artemis als Diana, Tochter des Zeus und der Zwilling von Apollo bekannt und verehrt. Die Tempelanlage von Sardis ist der Beweis dafür, dass Artemis schon im 6. Jahrhundert vor Christus verehrt wurde, da es sich um eine freistehende Altaranlage der Artemis handelt.

Wie immer in der Geschichte wurde der Bau durch Kriege, Erdbeben und andere Handlungen von Menschen und Mächten viele Male gestoppt. Auch um 175 vor Christus war die Tempelanlage noch immer im Bau als ein großes Erdbeben weitere Schäden verursachte, die zunächst zur Aufgabe des Baus führte. Weitere Schäden aus dem Erdbeben von 17 nach Christus folgten. Schließlich begann das eindrucksvollste Zeitalter des Tempelsbau während der römischen Zeit etwa 150 nach Christus.

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